Demonstrationen zum 8. Mai

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Frust wegen Blockaden und Sperren

Straßensperrung in der Treptower Straße: In der Innenstadt gab es zeitweilig kein Durchkommen.
Straßensperrung in der Treptower Straße: In der Innenstadt gab es zeitweilig kein Durchkommen.
Georg Wagner

Muss die Innenstadt Jahr um Jahr für Demonstrationen zum 8. Mai gesperrt werden? Die Behinderungen vom Freitag geben manchem Bürger für das nächste Jahr zu denken. Und werfen die Frage auf: Was, wenn der Rettungsdienst benötigt wird?

Die Demonstrationen vom 8. Mai sind zwar Vergangenheit, doch mancher Demminer blickt schon jetzt verärgert voraus. Denn der nächste 8. Mai kommt bestimmt und mit ihm voraussichtlich ähnliche Behinderungen, wie man sie in diesem Jahr in Kauf nehmen musste. Laut Kreis-Ordnungsamt wurden schon bis zum Jahr 2017 „Trauermärsche“ aus dem rechten Lager angemeldet. Deren Strecke wird dann wohl wieder durch die Clara-Zetkin- und die Rudolf-Breitscheid-Straße zum Hafen führen. Mit Sperrungen.

Das hat in diesem Jahr für manchen Missmut in der Bevölkerung gesorgt. Nichts ging mehr in der Innenstadt. Das war allerdings absehbar, die Behörden hatten im Vorfeld davor gewarnt. „Wir haben auch mit den Verkehrsbetrieben gesprochen und auch an unserem Bürgertelefon sind etliche Anrufe eingegangen“, sagt Nicole Buchfink von der Pressestelle des Polizeipräsidiums Neubrandenburg. „Bürgern, die die Stadt verlassen mussten, haben wir empfohlen, das möglichst vor 16 Uhr zu tun.“

Offenbar mit Erfolg. Nach ihrer Kenntnis habe ein Bildungszentrum, bei dem der Unterricht eigentlich bis 16 Uhr dauerte, eigens etwas früher Schluss gemacht, um den Teilnehmern noch den Nachhauseweg zu ermöglichen. In der umgekehrten Richtung war das schwieriger. Bis gegen 0.30 Uhr war die Innenstadt praktisch abgeriegelt mit Sperrungen am Heilgeistberg, in der Jarmener und Treptower Straße.

Eine Alternative dazu aber gibt es kaum. Denn an vorderster Stelle steht das Recht auf Versammlungsfreiheit. „Wir müssen schauen, dass jeder sein Grundrecht ausüben kann“, sagt Ordnungsamtsleiter Peter Handsche.

Nach dem derzeitigen Stand ist kaum anzunehmen, dass das im nächsten Jahr anders sein wird als in diesem. Blauäugig indes gehen die Behörden nicht in das Geschehen. Bei den Einsatzbesprechungen im Vorfeld werde auch ein Verkehrskonzept aufgestellt, versichert Nicole Buchfink. Dazu gehören auch Umleitungen.

Das Auto am besten stehen lassen und zu Fuß gehen, das kann demnach Demminern auch im nächsten Jahr wieder blühen. Zumindest hinsichtlich medizinischer Notfälle aber müssen sie sich anscheinend keine größeren Sorgen machen. „Wir mussten bisher keine Einschränkungen hinnehmen“, sagt der Leiter des Rettungsdienstes, Ralf
Stoeck. „Unsere Leute sind ortskundig, und wir genießen offenbar ein gutes Ansehen und eine gute Akzeptanz, sodass noch immer eine Lücke da war. Es ist noch nie passiert, dass wir in Verzug geraten wären. Aber die Frage danach ist natürlich naheliegend.“