DRINGENDE SANIERUNG

Geld für die Dach-Rettung der Demminer Mühle

Finanzielle Unterstützung aus dem Vorpommern-Fonds soll helfen, das Dach der Demminer Mühle zu sanieren. Höchste Zeit, denn das Innenleben ist in Gefahr.
Die Fassade ist geschützt, aber das Dach der Demminer Mühle muss dringend saniert werden.
Die Fassade ist geschützt, aber das Dach der Demminer Mühle muss dringend saniert werden. Lea Biermann
Demmin.

Ein wenig deplatziert wirkt der fensterlose Turm, der zwischen den Wohnhäusern und der weiß verputzten Hotelfassade in den Himmel ragt. Dabei hat sich nicht die alte Mühle in das Stadtbild gedrängt, sondern Demmin hat sich verändert und ist um die Anlage gewachsen. Daran erinnern auch die anliegende Straße, „An der Mühle“, und das benachbarte Gästehaus, für deren Namen das Mahlwerk Vorbild stand und immer noch steht.

Allein deshalb scheint es wichtig, das Gebäude zu erhalten. Zudem ist die 1806 erbaute Mühle eine der ältesten erhaltenen Windmühlen im norddeutschen Raum, deren Technik zum Teil noch im originalen Zustand ist. Über die Jahre hat die Schindeldeckung des Daches jedoch gelitten. Nun läuft die innere Bausubstanz Gefahr, Schaden zu nehmen. Aus diesem Grund hat der Vorpommern-Rat nun beschlossen, die Sanierung des Mühlendachs mit 60 000 Euro aus Landesmitteln zu unterstützen.

Wichtig für das Stadtbild

Bereits im Januar kam der Rat mit den Eignern der Mühle zusammen, um die Dringlichkeit der Lage zu besprechen, so Bürgermeister Dr. Michael Koch (CDU). „Ich habe auch noch mal deutlich gemacht, dass die Mühle wichtig für die Stadt ist und erfreulicherweise hat der Rat die Unterstützung einstimmig beschlossen“, so Koch. Die Eigner der Mühle trügen einen großen Anteil der Baukosten selbst, die sich schätzungsweise auf 250 000 Euro belaufen. Auch die Deutsche Stiftung Denkmalschutz würde sich beteiligen wollen, berichtet der Bürgermeister. Er selbst ist Teil des elfköpfigen Vorpommern-Rats, der unter anderem darüber entscheidet, welchen kulturellen Denkmälern die Fonds-Förderungen zugutekommen.

Schon im Sommer letzten Jahres hatte die Förderung während einer bundesweiten Tagung der Deutschen Gesellschaft für Mühlenkunde und Mühlenerhaltung (DGM) im Hotel Trebeltal Anstoß gefunden. Vorpommern-Staatssekretär Patrick Dahlemann (SPD) sprach sich bereits dort für eine finanzielle Unterstützung aus und betonte auch nach dem jetzigen Entschluss die Relevanz des Erhalts. „Vorpommern ist reich an historischen Gebäuden. Wir helfen mit, dass unser kulturelles Erbe erhalten bleibt und gleichzeitig modern genutzt werden kann“, meint Dahlemann, Vorstand des Vorpommern-Rats.

Gebäude steht seit 1987 leer

Landesweit gibt es noch 152 Wasser- und 120 Windmühlen. Ungefähr 90 stehen unter Denkmalschutz. So auch die Mühle in Demmin. Als „Achtständer-Turmwindmühle“ wurde das Bauwerk zu Beginn des 19. Jahrhunderts in der Hansestadt nach holländischem Vorbild errichtet. Zunächst waren die Mühlenflügel mit Segeltuch bespannt und später stellte man auf Jalousieklappen um. 1932 verlor die Mühle ihre Flügel. Da die Anlage bereits elf Jahre zuvor ihren Betrieb einstellte, wurden diese nicht mehr instand gesetzt. Infolgedessen diente das Gebäude als Wohnraum und steht seit 1987 ganz leer. Das Mahlwerk blieb aber erhalten und bis heute können Besucher die ineinandergreifenden Holzzähne bestaunen, die einst durch Windkraft bewegt wurden.

 

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Kommentare (1)

die Neubauten kommen wieder weg!