Erfolg für Tierschützer
Land stellt 30.000 Euro für Katzen-Kastration bereit

Der öffentliche Druck hatte Erfolg. Während der Demonstration der Tierschützer in Schwerin sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (links) neue Mittel für Katzenkastrationen zu.
Der öffentliche Druck hatte Erfolg. Während der Demonstration der Tierschützer in Schwerin sagte Landwirtschaftsminister Till Backhaus (links) neue Mittel für Katzenkastrationen zu.
Kerstin Lenz

Verwilderte Hauskatzen sind zahlreich in MV, auch in Demmin. Meist geht es ihnen schlecht. Deshalb protestierten Tierschützer gegen die Streichung von Landesgeldern für Kastrationen – mit Erfolg.

So schnell reagiert die Landespolitik eher selten: Die Vorsitzende des Landestierschutzverbandes, Kerstin Lenz, und ihre Mitstreiter hatten am Mittwoch im Rahmen einer Demonstration in Schwerin gerade eine Petition zur Kastration freilebender Katzen übergeben, als sie von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) auch schon ihre Forderung erfüllt bekamen. Das Land werde auf sein Bemühen hin im Doppelhaushalt 2018/19 jährlich 30.000 Euro für diesen Zweck bereitstellen, versicherte er.

Kerstin Lenz war in den vergangenen Monaten gemeinsam mit Mitstreitern immer wieder gegen die Streichung der Mittel zu Felde gezogen. Zuletzt hatte sie das beim Wahlforum des Nordkurier in Demmin gegenüber dem haushaltspolitischen Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Eckhardt Rehberg, angesprochen.

Auch um Tierheime will Backhaus sich kümmern

Schon im Sommer hatten die Tierschützer eine Online-Petition ins Leben gerufen und damit mehr als 13.000 Unterstützer gefunden. Denn verwilderten Hauskatzen und ihren Jungen droht vor allem eines: viel Leid.

Die Landesregierung hat die Not erkannt und als lösungsbedürftig akzeptiert. „Hohe Katzenpopulationen bei großem Krankheitsstand auf engem Raum“, heißt es in der Pressemitteilung des Landwirtschaftsministers, „sind in Mecklenburg-Vorpommern ein Problem, das sich mit gezielter Kastration eindämmen lässt. Das Wieder-Bereitstellen der Fördermittel ist auch eine Form der Würdigung für die Ehrenamtler, die sich unermüdlich für den Tierschutz einsetzen.“ Die für den neuen Doppelhaushalt geplanten Mittel liegen laut Ministerium sogar um 10 000 Euro über dem bisherigen Satz.

Zudem rang sich Till Backhaus laut Kerstin Lenz zu einer weiteren Zusage durch. Das Land wird demnach Tierheime wieder mit 90 Prozent fördern, soweit die Kommunen es nicht machen. „Damit“, sagt sie, „ist uns sehr geholfen.“