Straßenverkehr
Geschäftsleute vermissen Parkplätze am Demminer Luisentor

Ortsansässige Geschäftsleute hätten gerne Kurzzeitparkplätze auf dem Platz am Luisentor. Er ist seit einiger Zeit auch mit durchgezogenen Linien gesperrt.
Ortsansässige Geschäftsleute hätten gerne Kurzzeitparkplätze auf dem Platz am Luisentor. Er ist seit einiger Zeit auch mit durchgezogenen Linien gesperrt.
Georg Wagner

Für Kraftfahrzeuge ist der Platz zwischen Unterwallstraße und mittelalterlichem Stadttor tabu. Seit einiger Zeit dürfen sie ihn nicht einmal mehr befahren, geschweige denn dort parken. Das sähen Geschäftsleute gern geändert.

Wenn Leser auf einen kurzen Sprung in die Demminer Buchhandlung Steinke oder daneben in den „Kleinen Laden am Luisentor“ wollen und dafür direkt vor den Türen parken, dann kann es für sie teuer werden. Denn auf dem Platz vor dem Luisentor gilt nicht nur ein ausgeschildertes Parkverbot. Seit einiger Zeit ist er zudem mit dicken, weißen Linien abgesperrt. Während indessen dem Vernehmen nach das städtische Ordnungamt eine gewisse Kulanz walten lässt, soll mancher Beamte aus dem benachbarten Polizeirevier die ganze Strenge des Gesetzes anwenden – und sofort zum Knöllchenblock greifen.

Ortsansässige Gewerbetreibende ärgert das. Denn ihnen fehlen Parkplätze. Zwar gäbe es circa 100 Meter um die Ecke in der Unterwallstraße ausgebaute Stellflächen. Die aber helfen zum einen Lieferfahrzeugen wenig und zum anderen müssten Kunden erst das ganze Karrée umfahren, weil die Unterwallstraße eine Einbahnstraße ist. Eine einfache Lösung wäre es schon, wenn ihre Richtung einfach umgedreht würde und so von der B 110 wegführen würde, meint Jens Otto.

Bisher kein Antrag für Parkplätze

Seine Allianzvertretung liegt gleichfalls direkt am Luisentor. Um die Stellplatznot zu lindern, hat er laut eigener Auskunft vor rund einem Jahr den Bürgermeister angeschrieben. Einige Monate später kam es zu einem Termin vor Ort mit Vertretern der beteiligten Behörden. Sie hätten sich alle grundsätzlich positiv geäußert, erinnerte er sich, allerdings habe dem Straßenbauamt ein Antrag auf Einrichtung von Kurzzeitparkplätzen gefehlt. Jens Otto zögerte nicht lange, sondern stellte einen. Ergebnis: „Privatpersonen können das nicht.“

Das Amt wollte einen Antrag von der Stadt. „Gefühlt vier Wochen nach dem Termin wurden die Linien durchgezogen“, erzählt er. Dabei würde der Platz für zwei, drei Parktaschen ausreichen. „Aus meiner Sicht wäre das kein großer finanzieller Aufwand. Wir wollen ja kein Bauprojekt für zehntausend Euro.“

Bauamtsleiter äußer Bedenken

Immerhin, Monate später hat die Geschichte auch die städtischen Gremien erreicht. Dieser Tage stand die Parkplatzfrage im Stadtentwicklungsausschuss schon einmal zur Debatte. Dort äußerte Bauamtsleiter Dietmar Schmidt zwar Bedenken der Verwaltung: Die Stelle sei als Engstelle in der Ortsdurchfahrt zu betrachten und werde täglich von rund 8800 Kraftfahrzeugen passiert. Unter den Ausschussmitgliedern aber lautete der Tenor anders. Die Stadt sollte versuchen, Be- und Entladen zu ermöglichen, meinte Ausschussvorsitzender Rainer Tietböhl (SPD). „Hätten die ihren blöden Strich nicht gemacht, würde sich kein Mensch darüber aufregen.“

Jetzt soll die Stadtverwaltung erst einmal prüfen, was möglich ist. Bürgermeister Michael Koch (CDU) stellte bereits in Aussicht, dass man bei einem entsprechenden Votum des Ausschusses den Antrag stellen werde.