GROßER VOGEL, GROßE FREUNDSCHAFT

Seeadler vor dem Verhungern gerettet

Ein Falkner aus Loitz hat einen großen Vogel vor dem Verhungern gerettet. Der Adler sitzt noch auf der Stange im Garten, aber er drängt schon wieder in die Freiheit. Die soll er nun auch bekommen. Aber es gibt nicht nur Adler auf dem Hof in der Peenestadt.
Der Falkner und Jäger Ulrich Reppenhagen aus Loitz hat einen geschwächten Seeadler drei Wochen lang gepflegt. Jetzt kommt er wieder in die freie Wildbahn
Der Falkner und Jäger Ulrich Reppenhagen aus Loitz hat einen geschwächten Seeadler drei Wochen lang gepflegt. Jetzt kommt er wieder in die freie Wildbahn Gudrun Herzberg
Der zehn Jahre alte Seeadler ist zutraulich geworden. Ulrich Reppenhagen hat das Tier drei Wochen lang gepflegt.
Der zehn Jahre alte Seeadler ist zutraulich geworden. Ulrich Reppenhagen hat das Tier drei Wochen lang gepflegt. Gudrun Herzberg
Fütterungszeit für den Seeadler. Falkner Ulrich Reppenhagen hat das geschwächte Tier drei Wochen gepflegt. Jetzt kommt es in die Auffangstation und dann wieder in die Freiheit.
Fütterungszeit für den Seeadler. Falkner Ulrich Reppenhagen hat das geschwächte Tier drei Wochen gepflegt. Jetzt kommt es in die Auffangstation und dann wieder in die Freiheit. Gudrun Herzberg
Im Jahre 2004 wurde der Seeadler auf der Vogelwarte Hiddensee beringt.
Im Jahre 2004 wurde der Seeadler auf der Vogelwarte Hiddensee beringt. Gudrun Herzberg
Ein kleines totes Küken verschlingt der Seeadler. Bei Familie Reppenhagen in Loitz hat das Tier wieder Kraft geschöpft.
Ein kleines totes Küken verschlingt der Seeadler. Bei Familie Reppenhagen in Loitz hat das Tier wieder Kraft geschöpft. Gudrun Herzberg
Loitz.

Ein Seeadler sitzt bei Familie Reppenhagen in Loitz im Garten. Ein imposantes Bild. Aus der Nähe sieht man so ein prachtvoller Tier eher selten. Ulrich Reppenhagen hat sich an das Bild inzwischen gewöhnt und nimmt heute Abschied von seinem gefiederten Gast. Wie kommt ein Seeadler überhaupt in diesen Garten? „Die Frage ist natürlich berechtigt“, meint Ulrich Reppenhagen. Er ist Jäger und Falkner.

Vor drei Wochen hatte ihn ein Jagdkollege aus Grammendorf angerufen und erklärt, er habe einen Seeadler in seinem Revier gefunden. Das Tier liege total geschwächt auf dem Boden. „Ich bin sofort losgefahren und habe mir das Tier angesehen“, erzählt der Loitzer. Er habe den Seeadler abgetastet und festgestellt, dass der Kropf leer und das Tier total abgemagert war. „Ich hatte zunächst vermutet, dass der Seeadler eine Bleivergiftung hat. Aber das hätte er nicht überlebt“, meint Ulrich Reppenhagen. Immer wieder sterben durch Blei Tiere. Jäger schießen mit Bleikugeln, lassen Innereien der erlegten Tiere im Wald zurück und das Ass wird von den Vögeln oder auch anderen Tieren aufgenommen, damit natürlich auch Bleikugeln.

In diesem Fall war der Vogel aber glücklicherweise nur sehr geschwächt. „Ich vermute, er hat Revierkämpfe mit einem anderen Adler gegeben, und unser Seeadler hat einige Tage nicht gefressen. Das schwächt ihn so sehr, dass er sich keine Nahrung mehr holen kann und verendet“, meint der Loitzer Falkner. In besagtem Fall wäre das Tier, wenn es nicht gefunden worden wäre, am nächsten Tag verendet. Ulrich Reppenhagen nahm den Vogel mit nach Loitz in seine Voliere, wo er auch Bussarde für seine Falknerei hat. Er informierte die Untere Naturschutzbehörde und durfte als Falkner das Tier betreuen.

Umzug in die Auffangstation in Woblitz

In der ersten Nacht blieb Ulrich Reppenhagen in der Voliere und füttere den Seeadler alle drei Stunden. „Die erste Mahlzeit, Barsche, habe ich ihm in den Kropf gestopft. Aber er hat zum Glück nicht erbrochen, das war ein gutes Zeichen“, erzählt er. Schon nach einiges Stunden erholte sich das Tier. Als Ulrich Reppenhagen am nächsten Morgen in die Voliere kam, stand der Seeadler schon. Der Falkner war glücklich. Jetzt wurde das Tier gehegt und gepflegt und setzt sich auch schon auf den Arm seines Retters. „Der Stoffwechsel war bei dem Tier total runter, aber es hat sich gut erholt“, freut sich Ulrich Reppenhagen. Am Tage sitzt der Seeadler auf dem Hof auf einer Stange, angebunden, damit er nicht davon fliegt, und nimmt gern die Nahrung entgegen.

Das geht es schon drei Wochen so. Jetzt sei das Tier wieder gut erholt, meint der Falkner. Nach seiner Meinung sei das Tier, eventuell ein Weibchen, zehn Jahre alt. Es trägt einen Ring von 2004 von der Vogelwarte Hiddensee. Heute kommt der Seeadler in die Auffangstation nach Woblitz bei Fürstenberg, wo er von einem Arzt noch einmal untersucht wird. Dann soll der Adler wieder dort, wo er gefunden wurde, bei Tribsees, ausgesetzt werden. „Vielleicht sehe ich ihn dann noch mal im Revier“, hofft Ulrich Reppenhagen. Für ihn sei das ein besonderes Erlebnis gewesen, und einmalig. So einen großen Vogel werde wohl nicht wieder auf seinem Hof haben. Aber er habe schon eine Waldohreule und auch Waldkäuze aufgepäppelt. Das habe ebenso viel Spaß gemacht. Diese Tiere hat er dann bei Treuen ausgewildert. Auch eine Dohle war dabei. Er streicht noch einmal über das Federkleid des Seeadlers. Da heißt es, Abschied nehmen. Er hat das Tier vor dem Verhungern gerettet.

 

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