Betreten nur auf eigene Gefahr: Die Hundeauffangstation in Meesiger hat eine heftige Diskussion im Internet ausgelöst.
Betreten nur auf eigene Gefahr: Die Hundeauffangstation in Meesiger hat eine heftige Diskussion im Internet ausgelöst. Georg Wagner
Streit um Tierschutz

Gutachter: Hunde sind dort nur Nummern

Im Streit um die Hundeauffangstation bei Meesiger berufen sich sowohl Tierschützer als auch das Ordnungsamt auf ein Gutachten. Dessen Urheber findet Plus und Minus für die Station.
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Demmin

Seit im Internet eine Petition gegen die Hundeauffangstation zwischen Meesiger und Schönfeld läuft, hat sich die Stimmung im Demminer Ordnungsamt sichtlich abgekühlt. Ein Mitarbeiter soll sich bereits einmal abfällig über die Kampagne geäußert haben. Und Amtsleiter Günter Behnke meint, das Tierheim Schlage des Rostocker Tierschutzvereins, das bereits im Kontakt mit der Stadt war, lasse außer an Geld kein wirkliches Interesse an einer Zusammenarbeit erkennen. Und trotz Kenntnis eines für die Auffangstation durchaus positiven Gutachtens spreche der Kommentar der Rostocker Tierschützer im Internet vom „Sammellager“, einer „Hundehölle“ und einem „trostlosen Dahinvegetieren“ der Hunde in der Station von Henry Ciesilski. Unseriös findet Behnke das und meint: „Hier geht es wohl eher darum, unliebsame Konkurrenz mit allen Mitteln aus dem Weg zu räumen, aber nicht um Tierschutz.“ Starker Tobak, den der Verein entschieden zurückweist. „Wir wollen keinen runter machen oder sonst was“, empört sich der Rostocker Vereinsvorsitzende Dr. Wolfgang Horn. „Uns geht es immer um eine ordentliche Haltung der Tiere.“

Kein Freilauf für die Hunde

Dass die auf dem Gelände am Galgenbach gegeben ist, das bezweifeln Tierschützer seit Langem. Ebenso wie das Ordnungsamt, nach dessen Auffassung dort alles in Ordnung ist, stützen sie sich inzwischen auch auf das Gutachten von Erich Köpke. Der frühere Landesvorsitzende des Verbandes für das Deutsche Hundewesen gilt in Tierschützerkreisen als Kapazität in der Beurteilung von Hunden, und dieser galt sein Gutachten vom Juli 2013.

Die Haltungs-, Pflege- und Ernährungsbedingungen für die Hunde seien in der Station in Ordnung, erinnert er sich an sein Ergebnis. Allerdings fand Köpke auch Minuspunkte. Problematisch sei, dass die Hunde nur eine halbe Stunde Auslauf auf dem eingezäunten Gelände hätten und jeweils einzeln ausgeführt würden. Keine Individualität, Zwingernummern statt Namen, kein Freilauf, „es gibt keine Versuche, die Hunde mit einander vertraut zu machen“.

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