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Hansestadt wehrt sich gegen die braune Brut

VonGudrun HerzbergDie NPD muss unbedingt verboten werden, sagen Stadtvertreter aus Demmin. Sie wehren sich gegen die jährlichen Aufmärsche der Nazis in der ...

VonGudrun Herzberg

Die NPD muss unbedingt verboten werden, sagen Stadtvertreter aus Demmin. Sie wehren sich gegen die jährlichen Aufmärsche der Nazis in der Hansestadt. Und setzen ein großes Friedensfest dagegen.

Demmin.„Ich habe mich gefreut, dass am 8. Mai so viele junge Leute ans Demminer Hanseufer gekommen sind und sich gegen die Nazis positioniert haben“, sagt Kerstin Lenz, Fraktionsvorsitzende der Linken in der Demminer Stadtvertretung. Besonders Schüler des Goethegymnasiums haben aktiv das Programm mitgestaltet.
Die demokratischen Parteien müssen endlich etwas tun, damit die NPD verboten wird. „Nach dieser Veranstaltung in Demmin wird es immer wichtiger, sich für ein NPD-Verbot einzusetzen. Unsere Gelder werden herausgeschmissen, damit die Nazis hier in Demmin aufmarschieren können“, sagt sie verärgert. Das Aktionsbündnis
8. Mai tue jedes Jahr etwas dagegen, die Friedensfeste finden großen Anklang und viele Menschen zeigen, dass die Hansestadt bunt statt braun ist.
Kritisch spricht sie aber das kreisliche Ordnungsamt an. „Absprachen werden nicht eingehalten. Unsere Leute, die durch Demmin zu den Stolpersteinen und historischen Gedenkstätten gelaufen sind, um der Opfer des Faschismus zu gedenken, werden stundenlang eingekesselt und Polizei oder Ordnungsamt tun nichts dagegen“, sagt sie verärgert. Man habe nicht die Möglichkeit gehabt, den Nazis ihren Protest ins Gesicht zu sagen, so sehr wurden die NPD und ihre Anhänger abgeschirmt.
„Der Höhepunkt war aber am Mittwochabend, dass Mitarbeiter des Ordnungsamtes zum Friedensfest kamen, um uns darauf aufmerksam zu machen, dass wir die Musik leiser machen sollen. Denn die Nazis fühlen sich gestört“, erzählt Kerstin Lenz. Das habe sie einfach nicht verstanden, dass dieser braunen Brut so viele Rechte eingeräumt werden.
Es sei schon schlimm, dass die Nazis durch Demmin marschieren. „Darum muss diese Partei nun endlich verboten werden, es ist an der Zeit“, so die Fraktionsvorsitzende. Auf die Vorwürfe gegen das Ordnungsamt gab es am Freitag keine Reaktion, da niemand mehr zu erreichen war. Kerstin Lenz sei erschüttert, wie alles abgelaufen sei.
Dem schließt sich auch Reinhardt Friedrichs von der Fraktion der SPD der Stadtvertretung an. „Es war verheerend, das am 8. Mai in Demmin ansehen zu müssen“, sagt er. „Diese Partei muss unbedingt verboten werden.“ Die Demminer haben mit Recht dagegen protestiert, so Friedrichs.
„Was hat die NPD im Landtag zu suchen. Und dann bekommen sie auch noch Geld. Es ist an der Zeit, dagegen etwas zu tun“, erklärt der Demminer.
Michael Koch, Schirmherr des Friedensfestes zum 8. Mai in Demmin, hatte am Mittwoch betont, dass man die braune Brut aus der Stadt verbannen wolle. Es sei wichtig, das Gespräch zu suchen und aufzuklären. „Die Hansestadt wird dem rechten Gedankengut keinen Nährboden geben“, so Michael Koch.

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g.herzberg@nordkurier.de