ABFALL IN FLAMMEN

Hat dieser Brand ein Nachspiel?

Dass am Donnerstag mehrere Feuerwehren zu einem Brand nach Daberkow ausrückten, könnte noch für ein längeres Nachspiel sorgen – ordnungsrechtlich ebenso wie lokalpolitisch. Denn was da passierte, gilt streng genommen als illegale Abfallentsorgung.
Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Als am Donnerstagmorgen Meldungen von einem großen Brand in Daberkow eingingen, alarmierte die Leitstelle umgehend die Jarmener Wehr mit ihren Löschgruppen Plötz und Daberkow sowie die Kameraden aus Völschow.
Als am Donnerstagmorgen Meldungen von einem großen Brand in Daberkow eingingen, alarmierte die Leitstelle umgehend die Jarmener Wehr mit ihren Löschgruppen Plötz und Daberkow sowie die Kameraden aus Völschow. Stefan Hoeft
Dieser bereits in der morgendlichen Dunkelheit angesteckte Abfallhaufen sorgte für einigen Ärger.
Dieser bereits in der morgendlichen Dunkelheit angesteckte Abfallhaufen sorgte für einigen Ärger. Stefan Hoeft
Zumal sich darin keinesfalls nur Baum- und Strauchschnitt befand.
Zumal sich darin keinesfalls nur Baum- und Strauchschnitt befand. Stefan Hoeft
Daberkow.

Als am Donnerstag kurz nach 7 Uhr Meldungen von einem großen Brand in Daberkow eingingen, alarmierte die Leitstelle umgehend die Jarmener Wehr mit ihren Löschgruppen Plötz und Daberkow sowie die Kameraden aus Völschow. Schließlich war angesichts des in der Dunkelheit weithin sichtbaren Flammenscheins die Rede davon, dass eine Strohmiete oder gar ein Haus brennen könnte. Beim Eintreffen der Einsatzkräfte allerdings stellte sich das Ganze als Verbrennungsaktion an einem Feldweg dar. Westlich des Dorfes und weitab von jeglicher Bebauung, erreichbar vom lokalen Milchhof-Betrieb. Und genau der trägt wohl Verantwortung für das Feuer, wie Bürgermeister Gerd-Heinrich Kröchert, dessen Familie das Unternehmen führt, dem Nordkurier erklärte.

Ihm zufolge handelte es sich bei dem Material vor allem um Baum- und Strauchreste, meist als Windbruch oder bei der Auslichtung etwa der umstehenden Pappeln angefallen. Manches hätten wohl noch Leute aus dem Dorf dazu geschmissen. Allerdings war in dem Abfallhaufen, der locker eine zweistellige Quadratmeter-Zahl umfasste, einiges zu entdecken, das wenig mit der Natur zu tun hat: Bestandteile von Reifen, Bauholz und Metall.

Feuer auf Gelände von Bürgermeister und Amtsvorsteher

Zwar bekam die Peenestädter Löschtruppe noch rechtzeitig vorm Ausrücken den Einsatzabbruch signalisiert, wie deren Kommandant Gerhard Vockelmann berichtete. Doch für seine Kräfte aus den besagten Dörfern kam das ebenso zu spät wie für die Völschower Feuerwehr. Und so mancher von den Brandbekämpfern, die dann unverrichteter Dinge in Daberkow wieder abrückten, fand diesen „Fehlalarm“ alles andere als lustig. Für eine eventuelle Ahndung indes seien die Behörden zuständig, so die Wehrführer. Wissend, dass die Polizei vor Ort war.

Beigeschmack erhält die Sache dadurch, dass Kröchert nicht nur Dorfoberhaupt, sondern auch Amtsvorsteher für Jarmen-Tutow ist. Also jenes Amtes, dessen Verwaltung regelmäßig die Bürger dazu anhält, keine Gartenabfälle zu verbrennen. Und sich damit auf einer Linie mit dem für diese Fragen zuständigen Landkreis weiß, der mit seinen eigenen Vorschriften die ohnehin schon stark reglementierende Pflanzenabfallverordnung des Landes noch deutlich verschärft hat. Ausnahmen vom generellen Verbrennungsverbot bestehen demnach nur, wenn eine sachgerechte Entsorgung auf dem eigenen Hof oder eine Nutzung der von den öffentlich-rechtlichen Entsorgungsträgern angebotenen Entsorgungssysteme nicht möglich oder nicht zumutbar wirkt.

Feuer nicht bei Amt und Feuerwehr angemeldt

Dies sieht Vorpommern-Greifswald angesichts seiner Wertstoffhöfe eigentlich nirgends gegeben, sprich derartige Feuer sind im Regelfall illegal. Aber selbst wenn eine Freiluft-Feuerstelle mal nicht dem Abfallrecht unterliegt, sollte sie rechtzeitig beim Amt und der Feuerwehr angemeldet werden, so die Empfehlung. Was im Daberkower Fall wohl nicht geschehen ist.

Im Jarmener Ordnungsamt jedenfalls wusste niemand etwas, wie dessen Leiter Rainer Hardt am Donnerstag erklärte. Ansonsten hielt er sich mit Äußerungen zurück. „Wir untersuchen das jetzt natürlich. Vorher werde ich dazu erst mal nichts weiter sagen.“ Er könne lediglich bestätigen, dass selbst die Landesverordnung ein Verbrennen nur zwischen 8 und 18 Uhr zulasse, der Landkreis das aber eben gar nicht wolle. Letztlich sei dieser Brand wohl etwas, das am Ende in die Zuständigkeit der unteren Abfallbehörde falle.

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