Viele Fotos und Dokumente warten im Heimatarchiv noch darauf, entdeckt zu werden.
Viele Fotos und Dokumente warten im Heimatarchiv noch darauf, entdeckt zu werden. Christine Gerhard
Heimatverein

Heimatarchiv von Demmin soll sortiert werden

Auf den ersten Blick wirkt das Demminer Heimatarchiv überschaubar. Was dort alles auf eine Katalogisierung wartet, zeigt der zuständige Verein.
Demmin

Ordentlich in die Regale einsortiert reihen sich im Archiv des Demminer Heimatvereins die vielen gleich großen, gleichfarbigen Kartons aneinander. Doch der Schein trügt: Hinter der Aufschrift „Varia“ verbergen sich lose Haufen von Fotos und Dokumenten, die so noch keinem Geschichtsinteressierten nutzen. Noch unsortiert sind sie in den vom Heimatverband geförderten speziellen Archivkartons aber immerhin sicher verwahrt, bis sie an der Reihe sind, einzeln gesichtet, aufgenommen und katalogisiert zu werden.

Mammutaufgabe für Heimatverein

Es ist eine Mammutaufgabe, derer sich die Sparte des Heimatvereins angenommen hat: Allein von den sechs Schubladen, die die von der Sparte betreute Negativsammlung des Nordkurier-Archivs umfasst, haben die Ehrenamtlichen im vergangenen halben Jahr gerade einmal eine halbe Schublade mit rund 900  Bildern geschafft. „Und wir waren fast jeden Tag damit beschäftigt“, erzählt David Krüger vom Verein. Neben den Positiv- und Negativsammlungen des Nordkurier haben er und seine Mitstreiter noch einiges mehr vor sich: darunter einige Bücher, Zeitungen und Zeitschriften, hauptsächlich aber Bilder und Dokumente aus der aufgelösten Heimatstube der Partnerstadt Bad Bevensen, aus eigenen Sammlungen oder aus Schenkungen – alle mit Bezug zu Demmin oder der näheren Umgebung.

In Einzelarbeit nicht zu bewältigen

Und das Archiv wird voraussichtlich noch weiter wachsen: „Es gibt viele Hobbyhistoriker in Demmin, die bestimmte Dokumente zur Stadt bei sich zu Hause einordnen und verwahren“, so der Vorsitzende des Heimatvereins Karsten Behrens. Der Verein erhalte so immer wieder auch private Angebote. Doch all die Archivalien zu sichten, ist mühevoll und in Einzelarbeit kaum zu bewältigen. Wenn sich wegen der Corona-Regelungen nur eine Person in der kleinen Wohnung aufhalten dürfe, pausiert der Verein deshalb lieber. Die Bilder müssen gesichtet und von den Briefumschlägen, in denen einige ältere Negative schon verblasst sind, in neue archivgerechte Hüllen gepackt werden. Von manchen Dokumenten sind rostige Büroklammern zu entfernen, deren Säure das Papier angreift. Die gesichteten Bilder und Dokumente werden zunächst nummeriert und in eine Excel-Tabelle aufgenommen. Zur Erleichterung der Suche sollen sie später noch in Kategorien eingeteilt werden. Zwischenzeitlich werden bereits Anfragen auf freiwilliger Spendenbasis bearbeitet.

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Obwohl die Arbeit langwierig ist – in einem halben Jahr hofft die Sparte, zumindest die Hälfte des Negativarchivs bearbeitet und zwei bis drei Mal gesichert zu haben. David Krüger hat Freude daran. „Das gehört alles zur Stadtgeschichte“, findet er. „Es macht Spaß, ein Stück Demmin für nachfolgende Generationen zu bewahren.“

 

 

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