Die Straße, die durch die Ort Drosedow führt, ist baulich in einem sehr schlechten Zustand. Die Anwohner benöt
Die Straße, die durch die Ort Drosedow führt, ist baulich in einem sehr schlechten Zustand. Die Anwohner benötigen viel Geduld, um an ihre Grundstücke zu gelangen. Ulrike Rosenstädt
Die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt, Bauamtsleiterin Liane Janssen und Bauausschussvorsitzender Jens Steinfurth  (v
Die Loitzer Bürgermeisterin Christin Witt, Bauamtsleiterin Liane Janssen und Bauausschussvorsitzender Jens Steinfurth (von links) hörten sich die Aussagen der Drosedower an, die sie bei der Einwohnerfragestunde zu Themen, die nicht auf der Tagesordnung standen, formulierten. Ulrike Rosenstädt
Bürger aus Drosedow waren zu der aktuellen Bauausschusssitzung gekommen, um sich die Argumente anzuhören, die in Sac
Bürger aus Drosedow waren zu der aktuellen Bauausschusssitzung gekommen, um sich die Argumente anzuhören, die in Sachen Straßenneubau in ihrem Dorf ausgetauscht wurden. Ulrike Rosenstädt
Loch an Loch und hält irgendwie doch. Die Dorfstraße in Drosedow ist zudem so ausgefahren, dass die Gefahr besteht,
Loch an Loch und hält irgendwie doch. Die Dorfstraße in Drosedow ist zudem so ausgefahren, dass die Gefahr besteht, mit dem Pkw aufzusetzen. Ulrike Rosenstädt
Die Drosedower haben ein doppeltes Problem, denn auch die Zufahrt zu ihrem Ort, die eine Kreisstraße ist, befindet sich
Die Drosedower haben ein doppeltes Problem, denn auch die Zufahrt zu ihrem Ort, die eine Kreisstraße ist, befindet sich in einem sehr schlechten Zustand. Ulrike Rosenstädt
Straßenbau

Hier geht nur noch Schritttempo – wann kommt die neue Straße?

Spurrillen, tiefe Löcher, hohe Wölbungen: Dass Drosedow eine neue Straße benötigt, steht außer Frage. Doch können auch die Kosten für das Millionen-Projekt aufgebracht werden?
Loitz

Noch ist nichts entschieden. Kann es auch gar nicht, denn der Bauausschuss ist ein empfehlendes Gremium, auch dann, wenn es darum geht, den Straßenbau in Loitz und Umgebung weiter voranzutreiben. Genau dafür hatten die Mitglieder der Stadtvertretung im Dezember 2019 eine Prioritätenliste und damit eine Reihenfolge beschlossen, in der Großprojekte umgesetzt werden sollen. Wie berichtet, stand die Dorfstraße in Wüstenfelde an erster, die Drosedower an der zweiten Stelle. Beide Straßenprobleme sind bis heute Dauerbrenner-Themen.

Die eine, weil unvorhergesehene Schwierigkeiten aufgetreten sind und das gesamte Abwassersystem in Wüstenfelde gerade erneuert werden muss. Damit verlängert sich die Bauzeit um mindestens sechs bis acht Wochen. Dass die Straßenverhältnisse in und vor allem auch nach Drosedow einer Katastrophe gleichkommen, ist bekannt. Der Zustand der Trasse in dem kleinen vorpommerschen Ort hat sich über Jahrzehnte verschlechtert. Jeder, der in das Dorf möchte, muss, zumindest aus Loitz kommend, die Kreisstraße passieren.

Nur noch Schritttempo

Die ist so ausgefahren, dass inzwischen an vielen Stellen Schritttempo angebracht ist, um noch mit allen Radkappen und vor allem einer unbeschädigten Ölwanne ans Ziel zu gelangen. Dass die Anwohner nun wirklich so langsam aber sehr sicher die Nase voll haben von diesen Zuständen, drückten sie nicht zuletzt auch mit ihrer Anwesenheit bei der Bauausschusssitzung am Dienstagabend aus.

Die Besucherplätze im Rathaussitzungssaal reichten gerade mal so aus. Rederecht erhielten die Drosedower zum Thema Prioritätenliste Straßenbau, das auf der Tagesordnung stand, allerdings nicht. Auch nicht nach einer kurzen Diskussion. Ausschussvorsitzender Jens Steinfurt (CDU) begründete es mit Satzungen und Gesetzestexten, die so ausgelegt sind, dass Gäste zu aktuellen Tagesordnungspunkten nicht sprechen dürfen, um die Entscheidung der Mitglieder des Gremiums nicht zu beeinflussen. Dieser Ansatz wurde nicht aufgeweicht. Doch die Drosedower ließen sich nicht entmutigen. Sie nutzen auch die Pause nach dem Ende des öffentlichen Sitzungsteils, um mit einigen Lokalpolitikern ins Gespräch zu kommen.

Mit etwas Hoffnung, dass auf ihre Straßenprobleme eingegangen wird, fuhren sie nach Hause. Schließlich hatte sich die Mehrheit der Ausschussmitglieder dafür ausgesprochen, dass die Stadtverwaltung beauftragt wird, sich darum zu kümmern, dass die Sanierung der Straße in Drosedow vorangetrieben wird: „Um dies zu tun, ist es erforderlich, einen Förderantrag zu stellen und für die Planung und Umsetzung der Baumaßnahme Mittel in die Haushalte 2023/2024 einzustellen“, erklärte Jens Steinfurt.

Kostenexplosion befürchtet

In der Diskussion hatte er ohne Umschweife darauf aufmerksam gemacht, dass die Baupreise explodieren und „wir davon ausgehen können, dass diese Spirale nicht zurückgedreht wird. Es ist also sehr wahrscheinlich, dass die derzeit rund 1,4 Millionen Euro, die der Bau der Drosedower Dorfstraße nach bisherigen Schätzungen kosten wird, bei Weitem nicht ausreichen werden“, gab der Ausschussvorsitzende zu bedenken.

Als es darum ging, eine Empfehlung für die Stadtvertretung auszusprechen, stimmte er schließlich gegen die Beschlussvorlage. Die anderen Bauausschussmitglieder Frank Baresel (CDU), Klaus Rabe (Die Linke) und Helmut Spihalla (parteilos) gaben ein positives Votum ab, allerdings mit der Maßgabe, dass die Kämmerei der Stadt Loitz noch einmal konkret Aussagen zu Kostenschätzungen abgeben möge.

Landwirtschafts-Fahrzeuge in der Kritik

Denn auch bei einer angestrebten 75-prozentigen Förderung über die „Richtlinie für die Förderung der integrierten ländlichen Entwicklung“ (ILERL) käme bei einem Neubau der Straße auf die Stadt eine Investition von mindestens 350.000 Euro zu.Stadtvertreter Helmut Spihalla warb wiederholt um Verständnis für die missliche Straßenlage: „Die Drosedower haben ein doppeltes Problem. Die Zugfahrt zum Ort, die Kreisstraße, ist in einem äußertest schlechten Zustand, die Dorfstraße auch. Beide Straßen sind extrem ausgefahren, haben tiefe Löcher.“

Zudem standen, nach Aussagen einer Drosedower Anwohnerin, am Dienstagabend auch die Fahrer von landwirtschaftlichen Fahrzeugen stark in der Kritik: „Der Plattenweg in Richtung Zarnekla wird stark frequentiert. Die schweren Lkw fahren schnell und in bestimmten Zeiten ununterbrochen. Das haben wir im Dezember erleben müssen, als die Rüben abtransportiert wurden. Jetzt ist abzusehen, dass erneut viele Rüben angebaut werden und schon jetzt ist klar, dass über die Wege, die ohnehin im schlechten Zustand sind, weiterhin viele schwere Fahrzeuge fahren werden“, schilderte sie die Situation vor Ort, die etliche Einwohner beschäftigt und auch verärgert.

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