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Hilft bei Feuer nur ein Sprung aus dem Fenster?

Zugenagelt und abgehängt: Weil das historische Gerichtsgebäude geschlossen ist, funktioniert nach Ansicht von Demminer Sozialdemokraten das Brandschutzkonzept in der Zweigstelle des Gerichts nicht mehr.
Zugenagelt und abgehängt: Weil das historische Gerichtsgebäude geschlossen ist, funktioniert nach Ansicht von Demminer Sozialdemokraten das Brandschutzkonzept in der Zweigstelle des Gerichts nicht mehr.
Georg Wagner

Weil das historische Demminer Gerichtsgebäude leer steht und vom Gericht abgeschnitten ist, passe dort das Brandschutzkonzept nicht mehr – meint die SPD. Im zuständigen Landesbetrieb sieht man das jedoch ganz anders.

Demmin. Als die SPD-Landtagskandidatin Cathleen Kiefert-Demuth von ihren Demminer Parteifreunden die Lage am Demminer Gericht geschildert bekam, war sie mindestens eines: erstaunt. Denn unter anderem aufgrund des Umzugs der Gerichtsmitarbeiter aus dem Neuen Weg in die Clara-Zetkin-Straße sollen dort Verhältnisse herrschen, die nicht nur SPD-Mitglied Wolfgang Holst als unzumutbar betrachtet.

Fehlende Sitzungssäle und Verhandlungen im Büro des Zweigstellenleiters, keine Vorführzelle, zu wenig Toiletten und Sozialräume für die Mitarbeiter, insbesondere aber ein angeblich nicht mehr den realen Verhältnissen entsprechendes Brandschutzkonzept, das sind Punkte, die der Ortsverein  einmal mehr zur Sprache brachte.

Für Wolfgang Holst, der sich seit langem mit dem Gericht beschäftigt, liegt der „Sündenfall“ in der Vergangenheit. Denn als dann das Demminer Amtsgericht zunächst ganz geschlossen werden sollte und schließlich zur Zweigstelle von Neubrandenburg umgewandelt wurde, stoppte Schwerin zunächst die Sanierung. Jetzt sei die Verbindung zwischen dem neuen Zwischenbau und dem alten Gericht gekappt, sagt Wolfgang Holst. Das Brandschutzkonzept greife nicht  mehr. „Das ist kein Zustand. Es kann nicht sein, dass im Brandfall die Leute im obersten Stock aus dem Fenster springen müssen.“

Verstöße gegen den Brandschutz in einer öffentlichen Einrichtung? Solche Vorwürfe will man im landeseigenen „Betrieb für Bau und Liegenschaften“ (BBL) nicht auf sich sitzen lassen. „Für das gesamte Gebäude-Ensemble, also Haus I, II und den Zwischenbau, liegt ein Brandschutzkonzept vor“, weist Pressesprecher Christian Hoffmann die Behauptungen aus Demmin zurück. Menschen in den oberen Stockwerken etwa würden „abgeleitert“, kontert Hoffmann. „Das Brandschutzkonzept funktioniert, ist gültig und rechtskonform.“