Mit bestem Wetter und Feuerwehr-Spalier: Jens Behling und Mandy Gauss aus Tutow gehörten zu jenen 23 Paaren, die sich 202
Mit bestem Wetter und Feuerwehr-Spalier: Jens Behling und Mandy Gauss aus Tutow gehörten zu jenen 23 Paaren, die sich 2022 im Standesamt Bentzin das Ja-Wort gaben. Stefan Hoeft
Mit bestem Wetter und Feuerwehr-Spalier: Jens Behling und Mandy Gauss aus Tutow gehörten zu jenen 23 Paaren, die sich 202
Mit bestem Wetter und Feuerwehr-Spalier: Jens Behling und Mandy Gauss aus Tutow gehörten zu jenen 23 Paaren, die sich 2022 im Standesamt Bentzin das Ja-Wort gaben. Foto: Stefan Hoeft Stefan Hoeft
Insbesondere wegen der Personenzahl-Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie fanden sämtliche Trauungen im Loitzer
Insbesondere wegen der Personenzahl-Beschränkungen im Zuge der Corona-Pandemie fanden sämtliche Trauungen im Loitzer „KulturKonsum” 2021 drinnen statt. Foto: Karin Heymann Karin Heymann
Heiraten

Hochzeitsbilanz fürs mittlere Peenetal – Loitz überflügelt Jarmen

Entgegen manchen Befürchtungen haben die Unwägbarkeiten und Einschränkungen der Corona-Pandemie auch 2021 zu keiner Hochzeitsflaute geführt.
Jarmen

Die mittlerweile ins dritte Jahr laufende Pandemie macht es auch Verlobten und allen anderen Paaren, die sich gerne in festlichem Rahmen trauen lassen wollen, ziemlich schwer. Zumindest wenn es nicht bei einer nur kleinen Zeremonie und anschließend eher bescheidenen Feier bleiben soll. Denn mehr als 20 Teilnehmer schienen und scheinen aufgrund der Corona-Beschränkungen meist undenkbar, zwischenzeitlich erlaubten die Vorschriften sogar nur Verwandte ersten Grades im Publikum. Trotzdem lassen sich die Vorpommern offenbar die Lust am Heiraten nicht vermiesen und wollen zumindest den offiziellen Akt vollziehen – jedenfalls am mittleren Peene- und Tollensetal, wie eine Nordkurier-Nachfrage in den Rathäusern belegt.

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47 Paare gaben sich 2021 das Ja-Wort

Demnach gaben sich 2021 in den Amtsbereichen Jarmen-Tutow und Peenetal/Loitz zusammengerechnet 47 Paare das Ja-Wort. Nur eines weniger als im Vorjahr und immerhin neun mehr als 2019. Dabei ging es seit 2015, als es mit 55 Eheschließungen den Höchststand an Hochzeiten gegeben hatte – abgesehen vom wegen seines Datums besonders beliebten Jahr 1999 (66) – mächtig abwärts. Erst schlagartig auf 34 und damit so tief wie noch nie in der jüngeren Vergangenheit, die zwölf Monate darauf wurden sogar nur noch 31-mal die Ringe getauscht. Dieses Tal wirkt nun nachhaltig durchschritten. Wobei es durchaus unterschiedliche Entwicklungen auf den beiden Uferseiten des Amazonas des Nordens gibt.

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Kein einziger Termin im ersten Quartal

So konnten die Standesbeamtinnen in Loitz mit 24 Hochzeiten eine mehr als 2020 vermelden, bis auf das besagte Rekordjahr 2015 waren es in den zurückliegenden zehn Jahren immer und teils deutlich weniger, 2017 etwa nur 10. Vor allem aber wurde damit eine Statistik durchbrochen, die fast schon wie eine Gesetzmäßigkeit ausschaute: die, dass Jarmen seit 2005 bei dieser „Wertung“ stets und fast immer deutlich die Nase vorn hat. Nur 2019 gab es ausnahmsweise mal einen Gleichstand (19:19). Für 2021 jedoch kam das Standesamt der Autobahnstadt, das wegen der Modernisierungsmaßnahmen am Verwaltungssitz seinen Trauraum nach Bentzin verlegt hat, „nur“ 23 Brautleute aufzählen. Wobei das kein grundsätzlich schlechtes Ergebnis darstellt, in den vergangenen zehn Jahren war es fünfmal nicht besser. Aber es ist eben auch um einiges von den 34 in 2009 entfernt.

Ohnehin eher unbeliebt für solche Zeremonien und diesmal obendrein in der scharfen Lockdown-Phase, blieben die ersten drei Monate des vergangenen Jahres im Bentziner Terminkalender unangetastet. Das betraf daneben nur den September. Als hätten sie nach der Corona-Zwangspause nur darauf gewartet, gaben sich dafür dann mit gleich fünf Paaren ungewöhnlich viele für einen April das Ja-Wort im Amtsbereich Jarmen-Tutow. Also ebenso viele wie jeweils im Juli und August. Da blieben der Juni (3) und Oktober (2) klar hinter, von November, Dezember und Mai (je 1) ganz zu schweigen.

Der Wonnemonat war in Loitz beliebt

Im benachbarten Loitz hingegen erwies sich gerade der sogenannte Wonnemonat mit vier Hochzeiten deutlich beliebter, das konnte nur der August (5) toppen. Juni und Juli wiederum kamen nicht mal an den Werten für Januar, November und Dezember (alle 1) vorbei. Selbst der Februar stand wie der Oktober zweimal in der Liste, im April und September wurde jeweils dreimal der Bund fürs Leben geschlossen.

Gemeinsam ist sowohl bei den Loitzer als auch den Jarmener Standesbeamten und -beamtinnen, dass ihre „Kundschaft“ klar das Ende der Woche zum Heiraten präferiert, wobei der Sonntag ja außen vor bleibt wegen der Schließungszeiten der Verwaltung. Im Peenetal-Amt fand die Zeremonie jeweils neun Mal an einem Freitag oder Sonnabend statt, im Bentziner Ausweichquartier fünf Mal am Sonnabend und sogar zwölf mal am Freitag. Dort blieb der Dienstag völlig außen vor, im Loitzer Wochenkalender gab es hingegen keinerlei Nullnummer.

KulturKonsum als Alternative

Allerdings blieben beurkundete Ja-Worte dort keineswegs auf den Trauraum im Amtsgebäude am Marktplatz beschränkt, vielmehr erwies sich der „KulturKonsum“ als zunehmend beliebtere Alternative. Immerhin sechs Hochzeiten und damit so viele wie noch nie gingen in dem ehemaligen Kaufmannshof über die Bühne. Und dies, obwohl die Corona-Pandemie die bei dieser historischen Lokalität sonst favorisierten Freiluft-Zeremonien torpedierte, sprich alles drinnen stattfand. „Bei maximal 20 Gästen ist der Aufwand draußen ja nicht gerechtfertigt, immerhin kostet das auch das Doppelte“, erläuterte Karin Heymann, als Vorsitzende des Heimatvereins so etwas wie die Hausherrin.

Für 2022 gebe es übrigens bereits jetzt vier feste Anmeldungen, verriet sie. „Wir hoffen natürlich, dass wir dann endlich wieder für draußen planen können. Mal sehen, was die Bestimmungen sagen.“

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