KRITIK AN TIERAUFFANGSTATION HÄLT AN

Hunde-Streit spaltet Bürger und Behörden

Die Ordnungsämter in der Region zwischen Demmin und Malchin haben mit der Station zwischen Schönfeld und Meesiger keine Probleme - Tierschützer schon.
Torsten Bengelsdorf Torsten Bengelsdorf
Von Tierschützern kritisiert, von den Behörden als in Ordnung befunden: die Tierauffangstation zwischen Meesiger und Schönfeld.
Von Tierschützern kritisiert, von den Behörden als in Ordnung befunden: die Tierauffangstation zwischen Meesiger und Schönfeld. Georg Wagner
Demmin.

Wer der Malchiner war, ist nicht bekannt. Was er oder sie wollte, schon: Sich der Internet-Petition gegen die Tierauffangstation von Henry Ciesilsky in der Bornitz anschließen. „Bin ehrenamtlich im Tierschutzverein Malchin tätig ... und ist dieser Herr auch schon lange ein Dorn im Auge“, heißt es in dem als "nicht öffentlich" gekennzeichneten Facebook-Kommentar. „... erst recht seitdem er auch die Erlaubnis hat Katzen aufzunehmen! Die Städte und Kommunen entziehen sich ihrer Verantwortung und werden so ihre Probleme kostengünstig los.“

Ob es so kostengünstig ausfällt, ist die Frage angesichts von über 13 000 Euro, die die Stadt Demmin 2013 allein für die Aufbewahrung von fünf als gefährlich eingestuften Hunden ausgegeben hat (der Nordkurier berichtete). Doch während Tierschützer wie der oder die unbekannte Malchiner beziehungsweise Malchinerin Kritik an der Station üben, sehen die Ordnungsämter in der Region keine Probleme mit ihr. „Ich höre solche Vorwürfe zum ersten Mal“, sagt Stavenhagens Ordnungsamtsleiter David Schacht. Die meisten in der Stadt und im Amtsbereich Stavenhagen aufgegriffenen Hunde würden innerhalb einer Woche von den Besitzern aus Meesiger abgeholt.

Etwa vier Hunde im Jahr bringt Dargun in die Station nach Meesiger. Zwischen 260 und 350 Euro pro Hund berechne die Auffangstation dafür. „Das ist relativ teuer, doch wenn wir uns selbst um die Hunde kümmern müssten, dann würde es noch teurer werden“, ist Ordnungsamtsleiterin Roswitha Trost überzeugt. Von Vorwürfen gegen die Hundestation habe sie gehört. „Doch kann die jemand beweisen?“ Fakt sei, dass die Hunde nach vier Wochen ins Eigentum des Betreibers übergehen, der sie dann weiter vermitteln dürfe. Das regele ein Erlass des Innenministeriums. Dargun kann nichts Negatives über die Hundestation berichten.

Leser können es schön. "Es ist eine Aufbewahrungsanstalt ohne Sozialkontakte, die der Gesetzgeber aber vorschreibt", heißt es beispielsweise in einem Kommentar zu unserer Online-Ausgabe.

 

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Kommentare (1)

6 Monate hat ein Eigentümer Anspruch auf Herausgabe seines Eigentums. Die Ordnungsämter verstoßen also seit vielen Jahren gegen das BGB, wenn sie Herrn Cesilskie bereits nach 4 Wochen das Eigentum an Fundtiere übertragen. Und wo bleiben sie dann anschließend? Manche Tiere müssen in Tierheimen viele Monate manchmal Jahre versorgt werden bis sich endlich ein verantwortungsbewußter Übernehmer findet. Und darum geht es doch, dass die Tiere in verantwortungsvolle Hände vermittelt werden und nicht gleich wieder auf der Straße landen. Es findet sich nicht immer gleich nach 4 Woche ein neues Zuhause. Warum überprüft niemand wo Cesilskies Hunde bleiben? Wird dieses heimliche und kostengünstige Verschwindenlassen von den Behörden gedeckt?
Ist niemand in der Lage dieses Geheimnis vielleicht sogar Verbrechen aufzudecken? Mir persönlich bleibt nur die Vermutung, dass die Tiere hingerichtet werden, weil es nach 4 Wochen kein Geld mehr gibt. Ich würde mich riesig freuen und wäre sehr erleichtert, wenn mir einer beweisen kann, dass es nicht so ist.