GROßBRAND

Hunderte Feuerwehrleute in Demmin im Einsatz

Großbrand mitten in Demmin. Die Bewohner konnten evakuiert werden. Das Haus ist wohl nicht zu retten. Rund hundert Feuerwehrleute kämpften stundenlang gegen die Flammen.
Rauch über Demmin: Das Wohn- und Geschäftshaus in der Treptower Straße wurde so stark beschädigt, dass es
Rauch über Demmin: Das Wohn- und Geschäftshaus in der Treptower Straße wurde so stark beschädigt, dass es wohl abgerissen werden muss. Kai Horstmann
Zeitweise waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um die aus dem Dachstuhl schlagenden Flammen zu bekämpfen.
Zeitweise waren rund 100 Feuerwehrleute im Einsatz, um die aus dem Dachstuhl schlagenden Flammen zu bekämpfen. Kai Horstmann
Demmin ·

Demmin ist in einen rußigen Dunst gehüllt. Die schwarze Rauchsäule, die am Donnerstagmorgen aus der Innenstadt aufsteigt, ist kilometerweit zu sehen und lässt Schlimmes erahnen. Und tatsächlich: Nahe ihres Epizentrums beobachten Anwohner entsetzt, wie die Flammen bereits am Skelett des Dachstuhls nagen.

Die Feuerwehrleute sind im Dauereinsatz, seit zehn vor sieben. Da wurde zunächst die Freiwillige Feuerwehr der Hansestadt alarmiert, weil im Dach eines vierstöckigen Gebäudes an der Ecke Treptower Straße/Clara-Zetkin-Straße ein Feuer ausgebrochen war. Im Erdgeschoss befinden sich ein Geschäft und eine Parfümerie, die oberen Stockwerke jedoch waren bewohnt.

Sechs Personen gerettet

Unter den Bewohnern befanden sich vorwiegend ältere Menschen, wie viele der Umstehenden und auch Bürgermeister Michael Koch wissen. Er war gleich nach dem Feuerwehralarm zum Brandherd geeilt, ebenso wie Ordnungsamtsleiter Jörg Küthe. Einige der Bewohner waren von dem Brand überrascht worden. „Einer jüngeren Frau mussten wir erst einmal ein paar Schuhe besorgen“, schilderte Michael Koch.

Die Feuerwehr rettete sechs Personen aus dem Gebäude, von denen einige gehbehindert, andere sogar bettlägerig waren. Die übrigen neun konnten ihre Wohnungen selbstständig verlassen und wurden durch Mitarbeiter der Stadt Demmin in einem Hotel untergebracht, wo sie versorgt werden. Fünf Personen mussten wegen des Verdachts auf Rauchgasvergiftung zunächst zur Untersuchung ins Krankenhaus. Auch sie seien unverletzt, meldete die Polizei später. Ihr Haus aber, in dem sich die Flammen schnell ausgebreitet hatten, ist nach diesem Tag unbewohnbar.

Hunderte Kameraden aus zehn Feuerwehren

Das Schicksal der Bewohner beschäftigt eine Demminerin, die den Einsatz beobachtet und deren Tochter nur wenige Meter von dem Gebäude entfernt arbeitet. Sie ist erleichtert, dass alle Bewohner herausgebracht werden konnten. „Alles andere kann man ersetzen, die Hauptsache ist, dass die Menschen gerettet wurden“, sagt sie.

Das Haus dagegen ist wohl nicht mehr zu retten. Die Polizei und auch der Demminer Wehrführer André Knaack gehen von einem Totalschaden aus, eine genaue Summe konnte die Polizei gestern aber noch nicht benennen. Immerhin beschränkte sich die Zerstörung dank der Feuerwehr hauptsächlich auf das Brandgebäude selbst.

Als die Flammen am stärksten loderten, waren rund hundert Kameraden aus zehn Feuerwehren aus der ganzen Region von Dargun bis Loitz im Einsatz. Zeitweise auf vier Drehleitern schwebten Trupps nahe dem Feuer, schlugen Ziegel ab, die auf die gesperrten Gehsteige regneten, um die Flammen dahinter zu erreichen. Vom Boden hielten Kameraden unablässig auf das Feuer. Ein Kamerad musste zwischenzeitlich medizinisch versorgt werden, nachdem abgesprungenes Rohrteil ihn leicht am Oberkörper verletzt hatte, war kurz darauf jedoch wieder im Einsatz.

Bis in die Nachtstunden im Einsatz

Mit vereinten Kräften gelang es den Feuerwehrleuten, ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Häuser zu verhindern. Ein Schaden entstand dort dennoch, hauptsächlich durch das Löschwasser. Gegen Mittag war der Brand soweit unter Kontrolle, dass drei Wehren nach Hause geschickt wurden. Doch obwohl das Feuer aus war und nur noch Nachlöscharbeiten anstanden – Knaack rechnete damit, noch bis in die Nachtstunden im Einsatz zu sein.

Nach Abschluss der Arbeiten durch die Feuerwehr werden Kriminalpolizei und Brandursachenermittler den Brand weiter untersuchen. Sie hatten sich gestern zunächst einen Überblick verschafft. Zur Brandursache konnte die Polizei aber noch keine Angaben machen.

Hilfe und Spenden

Wer den Geschädigten, die durch den Brand ihr gesamtes Eigentum verloren haben, helfen will, kann unter dem Kennwort „BRANDHILFE“ eine Geldspende auf das Konto mit der IBAN DE 34 1505 0200 0310 0004 59 der Hansestadt Demmin überweisen. Sachspenden können laut Stadt am Freitag, 30. April, und Montag, 3. Mai, jeweils in der Zeit von 9 bis 12 Uhr im Kulturraum der Beermann-Arena abgegeben werden.

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Kommentare (1)

Aus hundert Hunderte machen.