So ein vorweihnachtliches Treiben wie noch 2019 wird es auf dem Altentreptower Markt am ersten Adventswochenende nicht geben.
So ein vorweihnachtliches Treiben wie noch 2019 wird es auf dem Altentreptower Markt am ersten Adventswochenende nicht geben. Martina Schwenk/NK-Archiv
Weihnachten

„Ich bin einfach nur traurig” – Treptower Weihnachtsmarkt umstritten

Nach zwei Corona-Jahren kann die „Treptower Wihnacht“ endlich wieder stattfinden, allerdings nicht am gewohnten Standort. Das stößt auf Kritik.
Altentreptow

Bis auf den festlich geschmückten Weihnachtsbaum wird der Treptower Markt am ersten Adventswochenende leer bleiben.

Stattdessen sollen in diesem Jahr der historische Speicher, die angrenzende Mühlenstraße und der Platz an der Nordseite der St. Petri-Kirche mit Fahrgeschäften, Schaustellerbuden sowie Verkaufsständen für weihnachtliche Leckereien ein bisschen festliches Flair verbreiten (der Nordkurier berichtete).

Bei den verbleibenden Händlern, die in der von Leerstand gezeichneten Unterbaustraße tapfer die Stellung halten, kommt die Verlegung der Treptower Wihnacht jedoch alles andere als gut an.

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„Ich bin einfach nur traurig und enttäuscht darüber, dass wir nicht vorher gefragt wurden, was wir davon halten und ob wir uns an der Veranstaltung beteiligen möchten. Zur angestrebten Belebung der Innenstadt trägt dieser Schritt definitiv nicht bei“, monierte die Inhaberin vom Feinkostgeschäft „In vino Veritas“, Andrea Pollow.

„Es wird immer schwieriger, in der Stadt durchzuhalten“

Auch andere Geschäftsleute hätten der Unternehmerin gegenüber ihren Unmut geäußert. So mancher fühlt sich von der Stadt regelrecht übergangen. Denn die ursprünglich geplante Wiederbelebung vom „Halloween-Shopping“ wird es in diesem Monat ebenfalls nicht geben. Dafür lädt die Stadt am 28. Oktober zum ersten Altentreptower Herbstfeuer am Großen Stein ein.

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Neben einem Laternenumzug zum Klosterberg können Familien dort eine Tour durch den „Gruselwald“ unternehmen und ein „schaurig-schönes“ Programm mit Live-Musik erleben, versprechen die Organisatoren. „Das ist sicher eine tolle Idee, aber wir können nicht alle Veranstaltungen aus der Innenstadt herausziehen. Sonst wird es für uns Händler immer schwieriger durchzuhalten“, machte Pollow den Ernst der Lage deutlich.

Altentreptows Bügermeisterin wehrt sich gegen Kritik

Die Entscheidung, den Weihnachtsmarkt vorerst nicht mehr direkt im Zentrum der Altstadt stattfinden zu lassen, sei allerdings schon relativ früh in Abstimmung mit allen Beteiligten gefallen, wehrte sich Bürgermeisterin Claudia Ellgoth auf Nachfrage gegen die Kritik.

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„Die gewählten Standorte im Speicher und der Mühlenstraße sind auch nicht neu. Dort wurde in der Vergangenheit bereits des Öfteren die Treptower Wihnacht gefeiert“, betonte die Rathauschefin. Jeder, der Interesse habe, mit einem eigenen Stand im Speicher teilzunehmen, könne sich noch bei der Stadt anmelden. „Es war keinesfalls unsere Absicht, jemanden von vornherein auszuschließen“, versicherte Ellgoth.

Was die Belebung der Innenstadt betrifft, sei die neue City-Managerin Kirsten Danert dabei, Ideen und Konzepte zu erarbeiten, von denen künftig gerade die gebeutelten Geschäftsleute profitieren sollen. Zu den Maßnahmen, die konkret geplant sind, wollte sich die Bürgermeisterin aber noch nicht äußern.

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