IMMER WENIGER INSEKTEN

Imker warnt vor Bienensterben

So unscheinbar Bienen sind, gelten sie dank ihrer Bestäubungsleistung doch als drittwichtigstes Nutztier. Die Bestände gehen allerdings immer weiter zurück.
Georg Wagner Georg Wagner
Eine Biene sammelt auf einer Kamillenblüte Pollen. Doch die Imkerei geht immer mehr zurück und das könnte Folgen auch für die Landwirtschaft haben.
Eine Biene sammelt auf einer Kamillenblüte Pollen. Doch die Imkerei geht immer mehr zurück und das könnte Folgen auch für die Landwirtschaft haben. Patrick Pleul
Gravelotte.

Die Landwirte in der Region nehmen offenbar ausreichend Rücksicht auf die Lebensbedingungen der Bienen. Dahingehend lässt sich ein kurzer Vortrag des Demminer Imkervereinsvorsitzenden, Dieter Harder, beim Bauerntag in Gravelotte deuten. Nach seinen Worten gab es im vergangenen Jahr erneut keine Bienenschäden durch Pflanzenschutzmittel. Tatsächlich sei die Ernährung der Bienen durch sogenannte Blühstreifen besser geworden.

Doch so gut das klingt, Harder hatte auch schlechtere Nachrichten dabei. So sei die Honigmenge mit 28 Kilogramm je Volk nicht gerade gut ausgefallen. Einen Grund dafür sieht der Imker im Wetter, das die Bienen lange Zeit am Ausfliegen hinderte. Aber auch die Art des Anbaus, insbesondere der Maisanbau, trägt offenbar dazu bei. Zwar liegt dieser vom Flächenanteil derzeit noch unter der Menge, die zu DDR-Zeiten in der Region üblich war. Damals aber "hatten wir auch andere, sehr gute Bedingungen für die Imker", sagte Harder.

In China bestäuben Bauern schon mit Wattestäbchen

Der Anbau allein ist es indessen nicht, was Dieter Harder Sorgen bereitet und ihn davon sprechen lässt, dass Honig nicht mehr so fließe im "Land, wo Milch und Honig fließen". Vielmehr bekümmert ihn auch die Entwicklung in den eigenen Reihen. Den Imkern geht der Nachwuchs aus. Von früher fünf Imkervereinen im Altkreis Demmin gibt es laut Harder inzwischen nur noch einen; vor zehn Jahren waren noch 30 Imker im Alter unter 40 Jahren, jetzt nur noch vier.

Die Imkerei geht immer mehr zurück und das könnte Folgen auch für die Landwirtschaft haben. Denn Bienen gelten unter anderem dank ihrer Bestäubungsleistung als drittwichtigstes Nutztier nach Rind und Schwein. Um das zu verdeutlichen, erinnerte Harder an einen Dokumentarfilm aus einem Teil Chinas, wo mittlerweile Bienen ausgestorben sind und Bauern mit Wattestäbchen versuchen, Apfelblüten zu bestäuben. "Wir müssen", sagte Harder, "grundsätzlich unsere Haltung zu diesen Insekten verändern."

Eine Möglichkeit dafür sah die Geschäftsführerin des Bauernverbandes, Marion Wendt. Vielleicht könne der ein oder andere Landwirt selbst nebenher Imker werden oder kenne jemanden, der daran interessiert sei.

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