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Immer noch Hoffnung für die Demminer Augenklinik

Vorerst wird es in der Demminer Augenklinik keine ambulanten Operationen mehr geben. Die Patienten müssen den langen Weg nach Greifswald auf sich nehmen. Dennoch gibt die Krankenhausleitung die Hoffnung auf eine Lösung noch nicht auf.
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Die „Belegabteilung Augenheilkunde“ wird auch weiterhin im Demminer Kreiskrankenhaus zu Hause sein. Jedoch werden
Die „Belegabteilung Augenheilkunde“ wird auch weiterhin im Demminer Kreiskrankenhaus zu Hause sein. Jedoch werden hier vorerst keine ambulanten Operationen mehr durchgeführt. NK-Archiv/Pablo Himmelspach
Krankenhauschef Kai Firneisen hat immer noch Hoffnung mit den Greifswalder Augenärzten einig zu werden. Foto:
Krankenhauschef Kai Firneisen hat immer noch Hoffnung mit den Greifswalder Augenärzten einig zu werden. Georg Wagner
Demmin.

Seit Anfang des Monats wird in der Augenklinik des Kreiskrankenhauses nicht mehr ambulant operiert. Und das wird sich auch erstmal nicht ändern, bestätigte der Geschäftsführer Kai Firneisen gestern Mittag. Acht Jahre lang behandelten fünf Fachärzte aus Greifswald die Demminer Patienten mit chronischen Augenleiden regelmäßig. Im September 2019 kündigte die Kreiskrankenhausleitung den „Gastärzten“ aber aus wirtschaftlichen Gründen. Die Greifswalder waren bei ihrer Arbeit nämlich auf das Pflegepersonal des Kreiskrankenhauses angewiesen. Bei zwei bis drei OP-Tagen pro Woche sei es für die Klinik sehr schwierig, ständig Pfleger bereitzuhalten, so wie es sich die Augenärzte wünschen, sagte Kai Firneisen dem Nordkurier im vorigen Jahr.

Kontrollen in Demmin möglich, Operationen nur in Greifswald

Die Augenklinik bleibt für Kontrolluntersuchungen jedoch weiter bestehen, weshalb die Patienten nur für größere Operationen nach Greifswald müssen. Auch stationäre Augenoperationen werden im Kreiskrankenhaus weiterhin durchgeführt. Problematisch sind allerdings die ambulanten Injektionsbehandlungen am Auge, die bei bestimmten Krankheiten regelmäßig durchgeführt werden müssen. Gerade für ältere Patienten ist der lange Anfahrtsweg nach Greifswald eine große Herausforderung. Auch aus diesem Grund steht das Angebot des Kreiskrankenhauses weiterhin offen, sagte der Geschäftsführer gestern. Kai Firneisen hatte den Fachärzten nämlich bereits im Herbst angeboten, dass sie weiter in der Demminer Augenklinik Operationen durchführen können, wenn sie ihr eigenes Pflegepersonal stellen. Bis auf das Personal hätten die Greifswalder Ärzte weiter Zugriff auf die Ressourcen des Krankenhauses.

Keine Antwort auf Krankenhaus-Angebot

Bei anberaumten „Spitzengesprächen“ im Oktober sollte diese Lösung von den beteiligten Parteien diskutiert und wenn möglich eine Einigung erzielt werden. Jedoch ließen die Ergebnisse auf sich warten. Auch Mitte Dezember gab es auf Nordkurier-Nachfrage noch keine Neuigkeiten in Sachen Augenklinik. Nun berichtete der Krankenhauschef, er habe auf sein Angebot noch keine Antwort erhalten. Kai Firneisen vermutete aber, dass die Augenärzte erst mal abwarten wollen, inwiefern der weite Anfahrtsweg nach Greifswald die Patienten belastet. Je nachdem, welche Rückmeldungen sie von den Behandelten erhalten, würde dann vielleicht auch die Entscheidung ausfallen, mutmaßt der Krankenhauschef. An öffentlicher Kritik hatte es allerdings schon im vergangenen Jahr nicht gemangelt. „Bei uns sind die Ärzte weiterhin herzlich willkommen“, so Firneisen.

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