LÜCKENSCHLUSS

Investor will in Demmin Bauland für Eigenheime erschließen

Die Hansestadt soll wachsen – zumindest was das verfügbare Bauland angeht. Unweit des Devener Holzes könnte es nun soweit sein, und das ganz ohne Kosten für die Stadt.
Noch Wiese, bald Bauland. Am Reiherweg am Stadtrand von Demmin soll eine neue Wohnsiedlung entstehen.
Noch Wiese, bald Bauland. Am Reiherweg am Stadtrand von Demmin soll eine neue Wohnsiedlung entstehen. Karsten Riemer
Demmin ·

Die Hansestadt kämpft seit Jahren um ihren Status als Mittelzentrum. Immer wieder schweben die Bevölkerungszahlen wie ein Damoklesschwert über den Köpfen der Verwaltung und der Politik. Zwar war zuletzt ein scheinbar positiver Trend abzusehen, von vollständiger Entspannung kann diesbezüglich jedoch keine Rede sein. Von einer sterbenden Stadt allerdings auch nicht. Denn es zeichnet sich ab, dass Demmin zu einem beliebten Ziel für Häuslebauer wird.

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„Es ist so, dass wir mehrere Anfragen nach Wohnbaugrundstücken haben“, so Bürgermeister Michael Koch im Rahmen des vergangenen Stadtentwicklungsausschusses. Grund genug, dafür zu sorgen, dass es auch genügend geeignete Flächen in der Hansestadt gibt, um darüber Zuzug zu generieren. Dem aktuellen Bedarf gerecht zu werden, gestaltet sich jedoch schwierig. Die bisherigen als Wohngebiete ausgewiesenen Flächen sind schlicht ausgeschöpft. Weiteres Bauland somit faktisch nicht vorhanden.

Stadt muss keinen Eigenanteil aufbringen

Im Stuterhof könnte der Traum vom Eigenheim in Demmin allerdings künftig in Erfüllung gehen. Denn am Reiherweg ist ein neues Wohngebiet in Planung. Insgesamt 8500 Quadratmeter sind dafür verfügbar. Sechs bis acht Grundstücke könnten nach erfolgreicher Erschließung der Grünfläche entstehen.

Die Verantwortung für diesen Prozess trägt die Hansestadt indes nicht selbst. Im Rahmen eines städtebaulichen Vertrags übernimmt ein Privatinvestor die Entwicklung des Gebiets – inklusive aller Kosten. „Es gib keinen Eigenanteil der Stadt“, sagte Demmins stellvertretender Bauamtsleiter Thomas Engler.

Investor hat bereits unterschrieben

Das bedeutet jedoch auch: Was mit den Grundstücken am Ende passiert, liegt einzig und allein beim Investor selbst. So heißt es im Vertrag, dass dieser sich zur Vermarktung der Flächen verpflichtet, so sie nicht als Eigenbedarf genutzt werden. Zeitgleich aber nur: „Eine Vermarktung von mehr als 50  Prozent der Fläche ist anzustreben“.

Feststeht, der Grundstein für den Lückenschluss und eine theoretische neue Eigenheimsiedlung in Demmin ist gelegt. Immerhin ziert die Unterschrift des Investors den Vertrag bereits. Für die der Stadt wurde im Stadtentwicklungsausschuss der Weg ebenfalls frei gemacht. So votierten dessen Mitglieder für den Vertrag und den entsprechenden Bebauungsplan. Und das, obwohl eine der drängenden Fragen grundlegend offenblieb. Denn ob es schon eine konkrete Zahl an Interessen gibt, wie der Ausschussvorsitzende Thomas Witkowski wissen wollte, ließ die Verwaltung unbeantwortet.

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