Bürgerinitiative freut sich

Investoren wollen 2022 in der neuen Mühle mahlen

Auch die „Bürgerinitiative zur Rettung der Jarmener Mühle“ wartet fast ungeduldig auf den Startschuss für den Neubau einer Getreideverarbeitung in der Peenestadt. Jetzt gab es Neuigkeiten.
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstand
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstandort am Hafen, nun hofft sie auf einen baldigen Neustart zur Getreideverarbeitung in der Peenestadt. Stefan Hoeft
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstand
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstandort am Hafen, nun hofft sie auf einen baldigen Neustart für die Getreideverarbeitung in der Peenestadt. Stefan Hoeft
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstand
Mit Kranz und Kerzen: Ende September nahm Jarmens Mühlen-Bürgerinitiative Abschied vom historischen Produktionsstandort am Hafen, nun hofft sie auf einen baldigen Neustart für die Getreideverarbeitung in der Peenestadt. Stefan Hoeft
Jarmen

Bis auf die finale Finanzierungszusage einer Bank scheint dem Neuaufbau einer Getreideverarbeitung in Jarmen kaum noch etwas entgegen zu stehen. So jedenfalls lässt sich der Sachstandsbericht deuten, den Maik Logall jetzt bei der Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ hielt. Der Mann aus Bentzin und sein Kompagnon Stefan Grabow aus Gützkow, beide früher bei der im September vom Konzern Good Mills geschlossenen historischen Mühle am Hafen beschäftigt, bemühen sich seit 2020 um den Neubau eines Werkes im Gewerbegebiet an der A 20.

Mit Unterschriftensammlung geholfen

Und wissen seit Anbeginn die Leute aus der BI hinter sich, die unter anderem mit ihrer Unterschriftensammlung immer wieder öffentlich mobil machte und auch in den Gesprächen mit Politik und Wirtschaft Rückhalt gab. Nur dass durch die Corona-Pandemie sämtliche Veranstaltungen und auch die eigenen Zusammenkünfte seit dem Herbst ausfallen mussten. So dass die jüngste abendliche Beratung die erste seit langer Zeit war.

Flexibler als Großkonzerne

Logall erinnerte dabei an die vielen Schritte von einer fundierten Marktanalyse über eine genaue Mühlenbauplanung bis hin zum alles umspannenden Businessplan, die inzwischen erledigt seien, nicht zuletzt dank Mitteln aus dem Strategiefonds. Selbst Bodenanalysen am erhofften Standort erfolgten inzwischen, mögliche Hürden durch ein Höhenbeschränkung im B-Plan der Kommune seien beseitigt. Vor allem gelang es auch mit dem personellen Einsatz der BI, 75 bis 80 Prozent der Bäckerkundschaft in der Region abzuklappern und viele davon zu einer schriftlichen Abnahme-Zusage zu bewegen. Sodass allein von dieser Seite aus bereits zwischen 6500 und 7000 Tonnen konventioneller Produkte verkauft werden könnten, so die Bilanz. Doch die zwei Müller sehen mit einem breiten Vollsortiment samt zahlreicher Nischenprodukte und der Erfüllung individueller Wünsche noch viel mehr Absatzmöglichkeiten, bis hin zu einer Bio-Schiene und zum Ladenverkauf von Einzelabpackungen. „Wir sind da viel flexibler und schneller als so ein großer Dampfer wie Good Mills. Das ist unsere Stärke, über einen Preiskampf hätten wir keine Chance.“ Sie reden von einer jährlichen Gesamtmenge von rund 20 000 Tonnen, was in etwa einem Drittel der alten Mühle entspricht.

Investitionsvolumen von rund zehn Millionen

Wohl nicht umsonst bekamen sie nach langem Ringen und vielen Schriftwechseln einen Brief von Mecklenburg-Vorpommerns Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), der ihnen bescheinigt, dass das Projekt als förderfähig und förderwillig angesehen wird. Und als dann im späten Frühjahr ein Investor aus der Wertschöpfungskette gefunden wurde, der nach wie vor mit an Bord ist, wähnte sich das Duo schon fast am Ziel. Allerdings hätten sie da die zeitlichen Corona-Auswirkungen und die der Sommerferienzeit unterschätzt, räumte Logall ein. Selbst wenn es positive Signale zu einer Finanzierung gibt, müsse das Ganze eben mehrere Ebenen durchlaufen, schildert er, ohne Details verraten zu dürfen. „Wir reden hier schließlich von einem Investitionsvolumen von ungefähr zehn Millionen Euro.“ Sie hoffen, dass es jetzt möglichst schnell geht, um noch zur Erntezeit 2022 den Betrieb aufnehmen zu können.

BI will Klinken putzen

„Natürlich haben wir auch die gestiegenen Baukosten auf dem Schirm“, macht der Bentziner klar. Vorgespräche mit Ver- und Entsorgungsunternehmen seien bereits erfolgt und auch die Genehmigungsbehörde beim Landkreis konsultiert, um das Vorhaben bevorzugt zu behandeln, sollte es grünes Licht geben. Damit nicht noch mehr Zeit drauf gehe als nötig. „Es gibt dann auch die Möglichkeit eines vorzeitigen Baubeginns“, erläuterte Logall. „Wir gehen von einem knappen Jahr aus, bis die Mühle läuft.“

Die Mitglieder der Bürgerinitiative ließen keine Zweifel aufkommen, dass sie nach wie vor Gewehr bei Fuß stehen: „Wenn klar ist, dass diese Mühle tatsächlich gebaut wird, dann haben wir als BI uns die Aufgabe gestellt, mit Klinken zu putzen“, so Sprecher Harry Erdmann. „Denn nur vom Idealismus kann keiner leben.“

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