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Jäger ist sicher: Bilder auf Kamera zeigen Wölfe

Urwüchsige Wildnis im Naturschutzgebiet Kronwald - Wölfe fänden hier viele Verstecke. Als dauerhafter Lebensraum gilt das Revier aber als viel zu klein.
Urwüchsige Wildnis im Naturschutzgebiet Kronwald - Wölfe fänden hier viele Verstecke. Als dauerhafter Lebensraum gilt das Revier aber als viel zu klein.
Thoralf Plath

Was an dem Hinweis dran ist – schwer zu sagen. Wurden bei Groß Zastrow wirklich Wölfe gesehen? Ausgeschlossen ist es nicht mehr, dass Isegrim auf der Suche nach Revieren auch die Demminer Region durchstreift, sagen Fachleute.

Kommen sie näher? Sind sie längst da? Oder ist das alles nur Teil einer kollektiven Hysterie, angefacht von medialer Sensationslust? Erneut sollen in der Region Wölfe gesichtet worden sein. Bei Groß Zastrow, nordöstlich von Loitz in Richtung Greifswald, will ein Jäger mit automatischer Kamera an einer nächtlichen Kirrung auch zwei Wölfe aufgenommen haben. Behauptet felsenfest ein Demminer Waidmann, der zwar seinen Namen öffentlich nicht genannt sehen will, aber an den angeblichen Filmaufnahmen keinen Zweifel hegt: „Der Wolf ist im Kommen bei uns, das ist ganz sicher. Wir werden bald große Probleme haben damit.“

Revier zu klein

Matthias Sandmann, Wolfsbeauftragter des Poggendorfer Forstamtes, hat von dem aktuellen Fall noch nichts gehört. Auszuschließen seien Wolfsbeobachtungen nicht mehr – aber für Ansiedlungen fehlten dem Wolf schlichtweg die geeigneten Lebensräume. „Er braucht große, unbesiedelte Waldgebiete als Rückzugsräume. Selbst der Kronwald, unser größtes geschlossenes Revier in der Loitzer und Demminer Region, ist dafür zu klein.“

Mit Schäferhund verwechselt

Das sieht auch Rüdiger Girmann, Chef der kreislichen Jagdbehörde, nicht anders. Man könne davon ausgehen, dass Wölfe inzwischen auch unsere Region durchstreifen, sagt er, vor allem junge Rüden legten auf der Suche nach Revieren schon ordentliche Distanzen zurück. „Aber wirklich zu Hause, als Rudel, sind Wölfe nach wie vor in den riesigen Waldheiden ehemaliger Truppenübungsplätze. Er habe gerade vor kurzem eine Meldung auf den Tisch bekommen, eine Frau hatte dort angeblich einen verletzten Wolf gesehen. „Wir hatten schon Umweltamt und Polizei in Marsch gesetzt, da stellte sich heraus, dass es ein Hund war. Für den hat sich dann auch umgehend der Besitzer gemeldet. Das Thema ist einfach stark emotionalisiert, da meint man in einem herumstreunenden Schäferhund schnell einen Wolf zu sehen.“