KAMPF UM STANDORT

Jarmen und Loitz ziehen für die Mühle jetzt an einem Strang

Während die Jarmener Mühlen-BI jetzt mit ihren Bannern an der Peene auch in Loitz auf Unterstützung trifft, wird in Schwerin nach Hilfsmöglichkeiten für die Neubau-Ideen gesucht.
Auch an der Zufahrt zur Loitzer Marina ist die Jarmener Mühlen-BI nun präsent. Der dortige Stadtvertreterpräsid
Auch an der Zufahrt zur Loitzer Marina ist die Jarmener Mühlen-BI nun präsent. Der dortige Stadtvertreterpräsident Herbert Rösicke (Mitte) sicherte deren Vertretern volle Unterstützung zu. Stefan Hoeft
Jarmen.

Zwischen den sich eigentlich recht ähnlichen Kleinstädten Jarmen und Loitz existiert trotz aller geografischen und menschlichen Nähe seit jeher eine gewisse Distanz. Doch im Kampf um den Erhalt der letzten Industriemühle Mecklenburg-Vorpommerns machen beide zumindest politisch gemeinsame Sache. Und das jetzt auch am Amazonas des Nordens. Denn die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ hat in der vergangenen Woche nicht nur am Anglerheim vor der eigenen Haustür in Blickrichtung Fluss ein mehr als zwei Meter langes Banner zu ihren Zielen platziert, sondern zudem zwei ähnlich bedruckte Netz-Mesh-Gewebe am Wasserwanderrastplatz Alt Plestlin und dem Bollwerk der Nachbarstadt.

Gerade in Loitz kann das Ganze vermutlich die meiste Außenwirkung erzielen, gilt sein Hafen doch mittlerweile als großer Anziehungspunkt für Wassersportler und -touristen – mitten zwischen Haff und Kummerower See. Bei den Verantwortlichen der Kommune jedenfalls sei das Anliegen umgehend und vorbehaltlos unterstützt worden, freute sich die BI, und das sogar an so exponierter Stelle.

Schnelle Förderung nötig

Daher schauen die Leute in Loitz ebenso gespannt auf die inzwischen angelaufenen Planungen für einen Mühlen-Neubau im Jarmener Gewerbegebiet, der von zwei Angestellten des Traditionsbetriebes getragen wird. Allerdings müssen die sich langsam sputen, wollen sie ihr Ziel eines Neustarts bereits zur Erntesaison 2021 erreichen.

Sie hoffen deshalb auf möglichst baldige konkrete Zusagen finanzieller Natur vom Land. Immerhin hatten die Regierung und das Parlament in Schwerin bereits im März einhellig ihre Unterstützung angekündigt. Wobei das Jarmener Müller-Duo und seine Mitstreiter mit einer Planung in Vorleistung gehen müssen, die am Ende wohl bereits einen sechsstelligen Betrag erfordern dürfte. Bei dem Bauvorhaben selbst gehen sie von einer niedrigen zweistelligen Millionensumme aus.

Abgeordnete wollen Strategiefonds des Landes anzapfen

Zumindest bei der Hilfe für den planerischen Startschuss scheint sich in Schwerin eine parteiübergreifende Initiative abzuzeichnen. Nach Informationen des Nordkurier wollen hiesige Abgeordnete sowohl aus dem Regierungslager als auch der Opposition versuchen, gemeinsam einen Weg zu finden, das Projekt außer der Reihe noch für 2020 mit erheblichen Mitteln aus dem Strategiefonds zu fördern. Ob das klappt, dürfte sich indes erst nach der Sommerpause klären.

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Kommentare (1)

ist keine Stärke der Ossis!