PROTEST BEEINDRUCKT IN SCHWERIN

Jarmener Mühle am Donnerstag Thema im Landtag

Beim Protest vorm Schweriner Schloss erntete die BI zur Rettung der Jarmener Mühle nicht nur viel Zuspruch, sondern auch so einige Zusagen aus der Politik.
Schwere Last und Verantwortung: Landtagspräsidentin Birgit Hesse (Mitte), ihre Stellvertreterin Mignon Schwenke und Agrar
Schwere Last und Verantwortung: Landtagspräsidentin Birgit Hesse (Mitte), ihre Stellvertreterin Mignon Schwenke und Agrarminister Till Backhaus bekamen am Mittwoch von der BI zur Rettung der Jarmener Mühle drei Ordner mit mehr als 10.000 Unterschriften. Stefan Hoeft
Auch der CDU-Abgeordnete Franz-Robert Liskow (links) versprach, sich für die BI-Ziele einzusetzen, seine Tutower Parlamen
Auch der CDU-Abgeordnete Franz-Robert Liskow (links) versprach, sich für die BI-Ziele einzusetzen, seine Tutower Parlamentskollegin Jeannine Rösler (Die Linke, vorn) ist sogar Mitglied in der Truppe. Stefan Hoeft
Jarmen.

Es gibt zwar nach wie vor noch keine festen Zusagen für die Zukunft Jarmens als Mühlen-Standort, doch die Hoffnungen darauf scheinen wieder gestiegen. Denn im Hintergrund laufen einige Bemühungen wichtiger Leute, den dort seit 1907 existierenden Betrieb in anderer Form weiterzuführen beziehungsweise ein neues Verarbeitungswerk zu initiieren oder gar beides. Das bekam die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ am Mittwoch unter anderem von MV-Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) persönlich bestätigt – verbunden mit seiner Zusage tatkräftiger und finanzieller Hilfe. Von einer Million Euro aus seinem Budget war beispielsweise die Rede.

Der Ressortchef gehörte zu mehreren Politikern, die sich vor dem Start der aktuellen Sitzungstage des Landtages Zeit für Gespräche mit einer etwa dreißigköpfigen Abordnung von BI-Mitgliedern und -Unterstützern aus dem mittleren Peenetal nahm. Die warena am Mittwoch mit einem extra gecharterten Reisebus schon um 5.30  Uhr aufgebrochen, um in Schwerin für den Erhalt der letzten Industriemühle unseres Bundeslandes zu kämpfen. Der Konzern GoodMills plant zum Herbst das Aus für sein hiesiges Werk, um seine Produktion in den größeren Müllereibetrieben Berlin und Hamburg noch mehr zu konzentrieren. Zwar widerspricht das den aktuell in Politik und Gesellschaft geäußerten Intentionen zu mehr Regionalität und Umweltschutz. Doch der Countdown für das Ende tickt immer lauter, die Mitarbeiter haben im Februar bereits ihre Kündigung erhalten.

Wirtschaftsminister fährt einfach am Protest vorbei

Einfach vorbei an den Protestierenden fuhr indes Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU), während sein Parteikollege, der vorpommersche Landtagsabgeordnete Franz-Robert Liskow, den Dialog suchte. Genau wie eine ganze Reihe Mitglieder der Linken-Fraktion um BI-Mitglied Jeannine Rösler aus Tutow und eben Agrarexperte Backhaus. Extra wieder aus dem Landtag hinaus zu der Mühlen-Runde begaben sich derweil die Landtagspräsidentin Birgit Hesse (SPD) und ihre zweite Stellvertreterin Mignon Schwenke (Linke). Denn für sie hatte die BI noch ein gewichtiges Mitbringsel im Gepäck: drei schwere Ordner, gefüllt mit Unterschriftenlisten zur besagten Handlungsaufforderung an die Landespolitik. Darauf die Namenszüge und Adressen von genau 10 702 Personen, die längst nicht nur aus Jarmen und Umgebung stammen.

Hesse äußerte ihre Hochachtung für diese Anzahl und das ehrenamtliche Engagement der BI-Leute. „Ich finde das toll, dass sie sich dafür einsetzen. Das ist genau das, was wir in Mecklenburg-Vorpommern brauchen“, erklärte sie. Das Präsidium stehe hinter diesem Bestreben, heute am Donnerstag das Thema Jarmener Mühle noch einmal im Plenum behandelt werden.

Mahnwache mit Feuer neben der Mühle

Für die Organisatoren stellte sich die Schwerin-Tour aber schon am Mittwoch als Erfolg dar, sozusagen als Bonus gab es am späten Nachmittag nach der Rückkehr noch eine Art Mahnwache und -feuer am Hafen neben der Mühle. „Es hört sich an, als ob sich Minister und Abgeordnete jetzt wirklich um das Thema kümmern wollen“, resümierte Judith Logall vom BI-Vorstand. „Aber wir werden nicht locker lassen und darauf achten, dass es nicht nur Lippenbekenntnisse bleiben. Und wir wollen bei den Entscheidungen mit einbezogen werden.“

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