Neues von der Jarmen Mühlen-BI

Jarmener Mühlen-BI macht mobil für Neubau

Dieses Jahr wird sich wohl entscheiden, ob Jarmen eine neue industrielle Getreidemühle bekommt. Die dortige Bürgerinitiative will sich kräftig dafür ins Zeug legen, hatte aber erstmal schwer zu tragen.
Alles für die neue Mühle: Bei Peter Sorge im gleichnamigen Schuhhaus gibt es die neuen Aufkleber der Jarmener M&uuml
Alles für die neue Mühle: Bei Peter Sorge im gleichnamigen Schuhhaus gibt es die neuen Aufkleber der Jarmener Mühlen-Bürgerinitiative zu kaufen. So mancher nutzte sie wohl schon als bunten Gruß für seine Weihnachtspost aus der Peenestadt. Stefan Hoeft
Das schwerste Weihnachtsgeschenk für die Stadt Jarmen: Noch im Dezember organisierte die Mühlen-BI den Abtransport d
Das schwerste Weihnachtsgeschenk für die Stadt Jarmen: Noch im Dezember organisierte die Mühlen-BI den Abtransport des ausgedienten Probenentnehmer-Sockels vor dem historischen Mühlengebäude. Stefan Hoeft
Jarmen

Nach der Ernüchterung durch die Stilllegung der historischen Mühle im Herbst und der Festtagsflaute zum Jahresende will die Bürgerinitiative „Rettet die Jarmener Mühle“ 2021 noch einmal kräftig durchstarten. Zwar behält sie ihren inzwischen weithin bekannten Namen bei, der lange wie eine Art Schlachtruf durchs Land und dabei bis nach Schwerin hallte.

Doch die Überschrift über den jüngst an die Öffentlichkeit gebrachten Plakaten, Flyern und Aufklebern ist mittlerweile eine andere, den aktuellen Entwicklungen angepasst: „Jetzt erst recht, Mühlenneubau in Jarmen!“ Verbunden mit einer als Erkennungsbild fungierenden bunten Zeichnung, auf der zwischen L35-Straßenbrücke und Rundsilos an der Peene im Hintergrund ein moderner hoher Gebäudekomplex mit dem Mühlenemblem in den Himmel ragt. Also perspektivisch ungefähr dort verortet, wo sich das Gewerbegebiet an der A20 befindet.

Hoffnung auf Rückenwind durch Corona und Großwahljahr

Schließlich setzen die BI und zwei ehemalige GoodMills-Angestellte als Hauptakteure darauf, an eben dieser Stelle die über 113-jährige Jarmener Mühlentradition fortführen zu können – mit einem Investitionsvorhaben im zweistelligen Millionenbereich. Beide Seiten sehen dabei die Corona-Krise mit ihren Offenbarungen zur Versorgungssicherheit und das Großwahljahr als zusätzliche Chance für Rückenwind zugunsten dieser Pläne, einhergehend mit der allgemeinen Entwicklung bei der Verbraucherstimmung. Befindet sich die Stärkung regionaler Wertschöpfungsketten doch gegenwärtig in aller Munde. Was passte dazu besser als die Verarbeitung hierzulande angebauten Getreides zu Mehlen und Schroten und die folgende Weitverwendung dieser Produkte im regionalen Bäckerhandwerk?

Dass sie gerade auch Letzteres hinter sich haben, wissen die Akteure aus Jarmen und Umgebung aus zahlreichen Rückmeldungen der vergangenen Wochen und Monate. Demnach scheint es in der Innung zunehmend zu gären, weil sich die Belieferung und deren Umfang nach dem Aus des Standortes Jarmen anscheinend zum Nachteil insbesondere der kleineren Betriebe entwickelt haben. Überdies torpediert die Schließung der letzten Industriemühle Mecklenburg-Vorpommerns hiesige Werbekampagnen für Brot und Brötchen mit Bezug auf Regionalität vom Acker bis zum Verkaufstresen. Ein Thema, das sich jetzt auch in mehreren Zeitungsberichten quer durchs Bundesland widerspiegelte, ebenso wie auf der Facebook-Seite der Bürgerinitiative.

Kunstvoll gestalteter Betonsockel von der alten Mühle gesichert

Die wirbt indes nicht nur in sozialen Medien um weitere Unterstützung für ihre Ziele, sondern nutzte zuletzt auch das amtliche Informationsblatt für ihre Klarstellung, dass 2021 weitergemacht wird mit ihrem Einsatz. Zudem wurde im gesamten Amtsbereich Jarmen-Tutow der besagte neue Flyer verteilt, die dazu passenden Aufkleber gibt es unter anderem im Schuhhaus Sorge an der Langen Straße zu kaufen. In der Adventszeit seien schon zahlreiche Exemplare über den Ladentisch gegangen, berichtete Geschäftsmann Peter Sorge, der als Stadtvertreter und BI-Mitstreiter die Fahnen für das Vorhaben hochhält. Und längst nicht alle dieser auffälligen Sticker seien in der Region geblieben: So mancher Postkunde nutzte sie als zusätzlichen Bildergruß auf seinen Weihnachtspaketen an die Verwandtschaft und Bekanntschaft, beobachtete der Mann.

Noch viel bunter als die Aufkleber kommt derweil der Sockel des sogenannten Getreideprobenstechers daher, der bisher vor der Flussseite der Jarmener Mühle stand. Ist er doch vor ein paar Jahren von einem kunstfertigen Angestellten mit Motiven rund um die Peenestadt und das Thema Getreideverarbeitung verziert worden. Mit einem Kantenmaß von mehr als einem Meter und großteils ausgefüllt mit Beton, stellt das Ding einen echten Kaventsmann dar. Aus Kulanz und weil kaum anders zu verwenden, hat der Eigner-Konzern das tonnenschwere Kunstwerk der Kommune geschenkt. Sodass die BI ihn noch im Dezember abbauen und vor einem eventuellen Gebäudeverkauf sichern konnte. Wo genau und wie er künftig präsentiert werden soll, müsse aber erst mit der Stadt geklärt werden.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

Stadt. Land. Klassik! - Konzert in Jarmen

zur Homepage