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Die Stadt Jarmen absolviert gerade das Verfahren zur Aufstellung eines B-Plans mit der Nummer 20, um neue Flächen für die Ansiedlung von Gewerbe anbieten zu können. Der umfasst vor allem die Gartenanlage „Abendruh“ im Dreieck zwischen L 35, B 110 und A 20. Karsten Riemer
Stadtentwicklung

Jarmens neuer Gewerbepark soll 2022 grünes Licht bekommen

Für einige Laubenpieper der Jarmener Gartenanlage „Abendruh“ könnte bald der Countdown zu ticken beginnen. Denn auf ihrem Gelände soll der neue Gewerbepark entstehen.
Jarmen

Schon im März 2017 beschloss die Jarmener Stadtvertretung einstimmig, aufgrund fehlender weiterer ortsnaher Ansiedlungsflächen einen neuen Bebauungsplan mit der Nummer 20 unter dem Namen „Gewerbepark östlich der L 35“ aufstellen zu lassen. Er soll rund 4,4 Hektar umfassen, großteils handelt es sich um die der Kommune gehörende Gartenanlage „Abendruh“.

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Die schiebt sich wie ein großer Riegel ins Acker-Dreieck zwischen B 110 und L 35, bildet dort so eine Art breite und grüne Mauer vor dem Gewerbegebiet westlich der A 20. Sie grenzt an Gulf-Tankstelle, Axas-Spedition sowie Hermes-Versandzentrum, die Hauptleitungen für Gas und Strom liegen sozusagen bereits vor der Haustür, Gleiches gilt für Wasser und Abwasser. Überdies haben die Lokalpolitiker die verkehrsgünstige Lage im Blick, die keinen zusätzlichen Lieferverkehr durch Wohngebiete nötig macht.

Doch die Prozedur für diesen B-Plan Nr. 20 zog sich ziemlich in die Länge, erst jetzt ist ein Ende absehbar. Denn noch rechtzeitig im alten Jahr hat die neue Abgeordneten-Runde jenen Entwurf gebilligt, der nach einem ersten Anhörungsverfahren der sogenannten Träger öffentlicher Belange und der Abstimmung mit den Nachbarkommunen angefertigt wurde. Sodass nun diese Papiere samt Begründung in die öffentliche Auslegungsrunde gehen können. Die Stadt hofft natürlich, für eine Genehmigung keine gravierenden Änderungen mehr vornehmen zu müssen. In jedem Fall soll das Verfahren möglichst 2022 abgeschlossen werden, wie Bauamtsleiterin Karina Bodemann dem Nordkurier erklärte.

Discounter als erster Interessent

Sie bestätigte noch einmal, dass einer der Interessenten für eine Ansiedlung das Unternehmen Aldi ist. Demnach will der Discounter über kurz oder lang seine Filiale an der Kohnertstraße mitten in Jarmen aufgeben zugunsten eines neuen Standortes draußen an der Ortsdurchfahrt der L 35. Wohl auch, um Kundschaft aus dem Durchgangsverkehr dort herauszulocken.

Allerdings gibt es noch keine offizielle Bauanfrage, räumte sie ein. Ohnehin hatte der alte Bürgermeister versprochen, die Pachtverträge für die Gärten nur schrittweise und je nach Bedarf zu kündigen. Und verwies gleichzeitig auf alternative freie Lauben-Pieper-Parzellen an anderen Stellen.

Zu wenig Ausgleichsmaßnahmen

Veränderungen zum ursprünglichen Ansatz für die Gewerbeplanung gehen indes vor allem auf die besagte Aldi-Ansiedlung zurück, wie Michael Meitzner vom Ingenieurbüro Baukonzept aus Neubrandenburg den Stadtvertretern jetzt erläuterte. Das betrifft beispielsweise das erst in einer Ecke verortete große Regenrückhaltebecken, welches nun hinter die Discounter-Fläche verschoben wurde und mit seinen die gesamte Breite einnehmenden Ausmaßen so etwas wie eine Barriere zu Firmen dahinter darstellen würde. Die im Übrigen alle mit einer am Ostrand verlaufenden Erschließungsstraße an die L 35 angebunden werden sollen.

Ebenfalls wegen des Supermarktes von dort „vorne“ verschwinden werden die Hecken, die mal als vorhandene Bepflanzung in den Sicht- und Schallschutz integriert waren. Denn Aldi sei natürlich daran gelegen, dass sein Laden samt Parkplatz davor von den Leuten gut wahrgenommen wird. Daraus jedoch resultiert ein Defizit bei den Ausgleichsmaßnahmen, sprich Jarmen muss zusätzliche grüne Kompensation und damit mehr schaffen als vor Ort möglich scheint.

„Wir haben ein halbes Jahr gesucht, aber nichts gefunden, was die Untere Naturschutzbehörde anerkennt“, berichtete Meitzner. Sodass es wohl auf den Erwerb sogenannter Ökopunkte hinausläuft. Die Kommune also Geld auf ein Konto einzahlt, mit dem die Behörde woanders Naturschutzprojekte realisieren lässt. Der Chefplaner rechnet dabei mit einem Betrag von rund 40 000 Euro.

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