Gegen Neonazi-Aufmarsch
Jetzt gibt es doch noch ein Friedensfest

Schon am Montag zeigten die Demminer Flagge gegen Rechts.
Schon am Montag zeigten die Demminer Flagge gegen Rechts.
Kirsten Gehrke

Das Friedensfest am Hafen stand schon auf der Kippe, doch nun gibt es für den 8. Mai offenbar eine andere Lösung. Vereine und Organisationen planen eine bunte Party im Marktbereich, kündigt Vize-Bürgermeister Günter Behnke an. Die Vorbereitung läuft.

Klar war das zunächst jedoch nicht. Im städtischen Präventionsrat habe anfangs noch Konsens bestanden, dass auf dem Markt keinerlei Veranstaltungen stattfinden sollen. Erst im Laufe der Sitzung habe sich dies geändert. Demnach war zunächst der Antrag des „Aktionsbündnisses 8. Mai Demmin“, nicht bearbeitet worden. Das Bündnis gegen Rechts wollte den Demokratiebus des Landes in die Hansestadt holen. Schließlich will man sich den Neonazis, die jedes Jahr am 8. Mai durch Demmin marschieren, wieder entgegenstellen.

Die Meinung hat sich gedreht - zum Glück

Da jetzt doch Veranstaltungen auf dem Markt stattfinden, dürfe im Rahmen dessen der Demokratiebus „natürlich“ kommen, so Behnke. „Die Vertreter des Aktionsbündnisses haben nach meiner Auffassung diese neue Entscheidung zur Kenntnis genommen.“ Doch das hieß am Montag bei einer Protest-Demo gegen die rechtsextreme NPD noch ganz anders. Da waren die Mitglieder des Aktionsbündnisses empört, dass die Stadt es nicht so toll fände, wenn der Demokratiebus am Rathaus steht. Nun plötzlich ist es doch möglich.

„Die Stadt und ihre Bürger werden sich nicht aus den Protesten heraushalten, dessen bin ich mir gewiss“, meint Behnke. Von Seiten der Stadt sei ein Friedensgebet in St. Bartholomaei geplant mit anschließendem Gedenken an die Opfer von 1945. Neben dem bunten Fest der Vereine und Organisationen würden Hans Clemens vom Regionalmuseum einen historischen Stadtrundgang und das Aktionsbündnis mit Parteien und Organisationen Mahnwachen an vielen Orten der Stadt planen. „Jederzeit freuen wir uns über weitere Beteiligungen an den Aktionen“, so Behnke.

Bei einem Friedensfest seien möglichst „viele mündige Bürgerinnen und Bürger gefragt“. Ein Friedensfest, allein von der Stadtverwaltung vorbereitet und organisiert, werde es nicht geben und diene auch nicht der Sache, stellt er klar. „Aktionen gegen ,Rechts‘ sollten von der breiten Masse aller demokratischen Kräfte unserer Stadt getragen werden.“

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