Während die Karnevalstradition in Demmin (Foto) erst neu aufleben muss, wollen die Lindenberger Jecken ihre nach einer Pa
Während die Karnevalstradition in Demmin (Foto) erst neu aufleben muss, wollen die Lindenberger Jecken ihre nach einer Pause wieder aufnehmen. Karsten Riemer
Närrische Zeit

Karnevalsfreunde zögern noch mit geplantem Umzug

Der kleine Konvoi, von dem Demminer Karnevalsenthusiasten im Vorjahr geträumt hatten, bleibt erst einmal ein Traum. Noch ist der Karnevalszug aber nicht abgefahren.
Demmin

Während anderswo schon die ersten Kostüme gebügelt werden, rollt der Karnevalszug in Demmin bislang nur zögerlich an. Dabei hatte der Heimatverein im vergangenen Jahr eigens eine neue Sparte gegründet, die sich der Wiederbelebung des Demminer Karnevals widmen sollte. Erstes Etappenziel war es, mithilfe von Vereinen und Unternehmen für den 11.11. einen kleinen Umzug zu organisieren. Zum diesjährigen Karnevalsauftakt ist ein solcher Konvoi aus geschmückten Fahrzeugen nach Angaben des Vereinsvorsitzenden Karsten Behrens aber noch nicht geplant. Stattdessen wolle man, so die Idee, wie im vergangenen Jahr mit ein paar Enthusiasten vor dem Reisebüro in der Clara-Zetkin-Straße zwischen zehn und zwölf Uhr die närrische Zeit begrüßen. Wenn dieser Vorschlag bei der Vorstandssitzung am Mittwoch bestätigt wird, seien auch Karnevalsbegeisterte von außerhalb des Vereins eingeladen mitzufeiern. „Beim letzten Mal haben uns manche im Nachgang gesagt, wenn sie davon gewusst hätten, hätten sie sich den Termin freigeschaufelt und wären auch gekommen“, erinnert sich Behrens. In diesem Jahr könnten zum 11.11. also schon etwas mehr Narren die Demminer Einkaufsmeile unsicher machen.

Dass sie dabei noch keine Kamelle von bunt dekorierten Wagen fangen können, liege an den anhaltenden Unsicherheiten bei der Veranstaltungsorganisation und der wenig ausgeprägten Karnevalstradition in der Gegend. „Wenn wir diese Tradition bereits hätten und jedes Jahr einen Umzug machen würden, würde das niemand infrage stellen und man müsste sich nur anmelden“, meint Behrens. Mitstreiter zu finden und eine neue Tradition zu begründen, sei dagegen schwer.

Keine Gaststätte gefunden

Nach der ersten Veranstaltung am 11.11., bei der der Verein im vergangenen Jahr die Stimmung testen, Aufmerksamkeit für die neue Sparte erregen und das Schneeballprinzip – oder vielmehr ein Polonaiseprinzip – in Gang setzen wollte, war der große Rücklauf an potenziellen Mitgestaltern zwar ausgeblieben. Der Tanzverein Dancing Angels hatte seine Unterstützung bei etwaigen Veranstaltungen zugesagt und auch ein Jecke aus dem Lindenberger Carneval Club hatte sich angeboten, bei der Organisation von Abendveranstaltungen in einer Gaststätte den Demminer Nachwuchskarnevalisten beratend zur Seite zu stehen. Für dieses Jahr habe die angefragte Gaststätte aber nicht zur Verfügung gestanden, so Behrens.

In Lindenberg dagegen besteht bereits eine Karnevalstradition und die soll in in dieser Saison nach langer Corona-Pause fortgesetzt werden. Unter dem Motto „Endlich wieder Karneval“ lädt der Lindenberger Carneval Club laut dem Vorsitzenden Manfred Ely am 12. November zur Faschingsparty ins Gemeindehaus ein. „Jedenfalls hoffen wir, dass es geht, wie wir uns das vorstellen, und nicht wieder eine Vorschrift die Feier verhindert“, so Ely. Denn in den Räumlichkeiten Hygienekonzepte durchzusetzen sei unrealistisch, zumal Tanzen und Barbetrieb bei der Veranstaltung dazugehörten. Sofern es die Regelungen erlauben, wollen die Lindenberger Narren auch Anfang nächsten Jahres wieder Karneval feiern. Seit der letzten Veranstaltung 2020 habe der Verein zwar Mitglieder verloren, allerdings weniger aufgrund der Pandemie als vielmehr aus beruflichen Gründen, erklärt Ely. Dennoch ist er zuversichtlich, dass der Verein sein Karnevalsprogramm nach der langen Abstinenz wie gewohnt auf die Beine stellen kann.

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