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Kind muss wegen vergessener Maske nach Demmin zur Schule laufen

Weil ein Zwölfjähriger keinen Mund-Nasen-Schutz dabei hatte, wurde er vom Busfahrer nicht mitgenommen und musste kilometerweit zur Schule laufen. Die Eltern sind entsetzt.
Schon seit Ende April dieses Jahres gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Lediglich Kleinkinder
Schon seit Ende April dieses Jahres gilt in allen öffentlichen Verkehrsmitteln eine Maskenpflicht. Lediglich Kleinkinder unter sechs Jahren und Fahrgäste, die ein ärztliches Attest vorweisen können, sind von dieser Maßnahme befreit. Peter Gercke
Demmin.

Fanny Wackerow kann es immer noch nicht fassen, was sie in der vergangenen Woche an einer Bushaltestelle miterleben musste. Als ihre drei Kinder am frühen Morgen in den Schulbus einsteigen wollten, fiel dem zwölfjährigen Sohn plötzlich ein, dass seine Alltagsmaske noch zu Hause auf dem Tisch liegt.

„Er hat den Busfahrer deshalb gefragt, ob er stattdessen seinen Pullover während der Fahrt über den Mund- und Nasenbereich ziehen könnte. Den Vorschlag lehnte der Fahrer aber rigoros ab und forderte mein Kind dazu auf, den Bus umgehend zu verlassen“, erzählt die Mutter verärgert. Sie habe ihn dann selbst nochmal darauf angesprochen, dass er den Jungen doch nicht so einfach stehen lassen darf, worauf dieser aber nicht weiter reagierte und mit ihren anderen beiden Kindern an Bord davon fuhr.

MVVG-Chef stärkt Busfahrer den Rücken

Da sie dringend zur Arbeit musste und es in diesem Moment keine andere Beförderungsmöglichkeit gab, sei ihr Sohn knapp drei Kilometer allein zu seiner Schule in die Hansestadt gelaufen. „Auf einem Teil der Strecke gibt es keinen Gehweg. Das ist gerade im Dunkeln nicht ungefährlich. Es hätte sonst was passieren können. Meiner Ansicht nach war das Verhalten des Busfahrers absolut fahrlässig“, ist Fanny Wackerow überzeugt. Für die Rückfahrt am Nachmittag habe ihr Sohn sich dann die Ersatzmaske eines Mitschülers borgen können. „Sonst wäre er garantiert wieder nicht mitgenommen worden“, sagt sie.

Ihr Mann Dr. Ray Wackerow rief wegen des Vorfalls noch am selben Tag bei der für den Schülerverkehr zuständigen Mecklenburg-Vorpommerschen Verkehrsgesellschaft (MVVG) an. Dort wurde ihm aber lediglich mitgeteilt, dass der Busfahrer in Anbetracht des Infektionsschutzes genau richtig gehandelt habe. „Dann hätte es im Bus doch aber wenigstens einen Vorrat an Masken geben müssen, die Fahrgäste in solchen Fällen für kleines Geld kaufen können“, betont die Mutter. Gerade Kinder und ältere Leute würden ihren Mund-Nasen-Schutz garantiert öfter mal aus Versehen vergessen.

Maskenverkauf im Bus nicht möglich

Für MVVG-Geschäftsführer Torsten Grahn sind derartige Beschwerden von Eltern seit Einführung der Maskenpflicht keineswegs neu. So mancher habe auch schon damit gedroht, rechtliche Schritte gegen das Unternehmen einzuleiten. „Wir müssen uns aber an die aktuellen Vorgaben halten und dürfen keine Ausnahmen machen. Es geht dabei nicht nur um die Sicherheit einer einzelnen Person, sondern aller Fahrgäste. Darum stehe ich voll und ganz hinter der Entscheidung des Fahrers“, machte Grahn auf Nachfrage deutlich.

Ein Maskenverkauf am oder im Bus sei schon deshalb nicht möglich, weil die Schüler bereits vor dem Einsteigen Mund und Nase bedeckt halten müssten. Denn in diesem Moment lasse sich der vorgeschriebene Mindestabstand unmöglich einhalten. „Daher kann ich nur an alle Eltern appellieren, ihren Kindern immer eine oder am besten gleich mehrere Alltagsmasken mit in den Rucksack zu packen“, so der MVVG-Geschäftsführer.

Die in den vergangenen Monaten durchgeführten Kontrollen der Ordnungsämter hätten indes gezeigt, dass sich ein Großteil der Fahrgäste an die Maskenpflicht hält. Bei notorischen Verweigerern werde aber auch nicht davor zurückgeschreckt, entsprechende Konsequenzen zu ziehen. So wird aktuell bei Verstößen ein Bußgeld in Höhe von 50 bis 150 Euro fällig.

 

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Kommentare (21)

war allein die Mutter. Erst vergisst sie, dem Kind die Maske mitzugeben, dann schickt sie es auf den gefährlichen Schulweg.

das war auch mein erster Gedanke.
Wenn ich drei Kilometer im Auto mal großzügig mit 10 Minuten ansetze, kann die Verspätung bei der Arbeit durchaus erklären.
Ist natürlich doof gelaufen. Als Vater würde ich mich wahrscheinlich im ersten Moment auch über den Busfahrer aufregen. Aber eigentlich bin ich als Elternteil dafür verantwortlich, daß mein Kind morgens komplett ist.
Das gilt für Stille, Ranzen, Hausaufgaben und zur Zeit eben auch für die Maske.
Dennoch wäre es eine Serviceleistung, wenn der Fahrer für solche Fälle Ersatzmasken mitführt

DREI Kilometer zu Fuß? Welches Wesen soll diese galaktische Distanz denn bitte zu Fuß oder gar mit einem Fahrrad bewältigen? Ihr verlangt unmögliches, Meister.

[Anm.d.Red.: gelöscht. Wir dulden hier keine Aufrufe zu Straftaten und den Versuch, rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.]

Sie bitte Ihre unerträglichen Nazivergleiche und das kokettieren mit NS Sprech...
@Nordkurier: Dies ist nicht das erste Mal!

[Anm.d.Red.: gelöscht. Wir dulden hier keine Aufrufe zu Straftaten und den Versuch, rechtsradikales Gedankengut zu verbreiten.]

hieß für mich, bei Menschen aufwachsen zu dürfen, denen ich wichtiger war als Geld zu verdienen oder beim Chef gut dazustehen. Wenn das im artikel beschriebene Kind traumatisiert wurde, dann durch die Weigerung seiner Mutter , sich in dieser Notsituation zuerst um ihr Kind zu kümmern. Es hätte ja auch die Möglichkeit gegeben, das Kind wieder nach Hause zu schicken.
Im Übrigen verbitte ich mir als chronisch kranker Mensch ihre Aufrufe, das Maskentragen zu unterlassen. Das ist für mich Anstiftung zu Körperverletzung.

Traumatisierte Kinder denken totalitär? Äh, ja...

Ist ja rechts schön, dass du trotz deiner imposant monologisierten Hybris von völkischer Rechtsschaffenheit noch derart selbstreflektiert bist, um den Grund deiner Nazi-Vergleiche nennen zu können (als Auserwählter weiß man eben alles, nicht wahr?) aber Mündigkeit geht anders.

"...Da sie dringend zur Arbeit musste ..." ist der Busfahrer Schuld. Schöne einfache Logik, bloß nicht selber einen Fehler eingestehen oder dafür gerade stehen.
Aber die 10 min Zeitverlust wurden doppelt und dreifach von Mutter und Vater in Beschwerden investiert.

Das ist ärgerlich, aber wohl kaum der Fehler des Busfahrers. Mein Tipp: dem Kind einfach zwei unbenutzte Maske mit in den Schulranzen packen. Dann kann im Notfall auch mal eine verliehen werden. Kommentare wie die von SATIRIKER zeigen, dass manche Menschen nicht davor zurückschrecken eine Pandemie für ihre politischen Interessen zu benutzen. Wes Geistes Kind SATIRIKER ist, zeigt sich an den ausländerfeindlichen Kommentaren zu anderen Artikeln. Früher haben sich solche Leute immer über die "Nazikeule" beschwert, heute schwingen sie sie selber. Peinlich.

Gefahrenabwägung: 3km zu Fuß durch die Dunkelheit oder den Tag zu Hause verbringen. Hier sind die Eltern in der Verantwortung. Dass Vermummung nicht mit anderen Kleidungsstücken gestattet sei, ist Unfug. Es gibt keine Maskenpflicht. Es ist Pflicht, Mund und Nase zu bedecken. Das darf u.a. auch ein Schal, Tuch, Socke, Windel oder Damenbinde sein. Der Phantasie sind hier keine Grenzen auferlegt.

Wer Kinder hat weiß, wie schnell mal etwas vergessen oder verlegt wird. Ich hätte die Verspätung in Kauf genommen und mein Kind nicht alleine laufen lassen.

Jetzt ist der Bengel fürs Leben gezeichnet, drei km zu Fuß, o Gott o Gott. Selbst bei der Bundeswehr kommt für diese Strecke ein Komfortreisebus.

Miteinander statt Gegeneinander! Jeder macht heute seine eigenen Gesetze, jeder denkt er ist Gott! Wäre es schlimm gewesen, dem Kind für deise Fahrt zu gestatten, den Pullover über den Mund zu ziehen, keineswegs! Überall kann man mit einen ungenormten Schal oder Lappen vor dem Gesicht einkaufen ect. warum macht jeder sein eigenes Ding? Einmal sind es 1,5 m dann wieder 2 Meter Abstand, einmal können 2 Personen einen Einkaufwagen benutzen, nebenan muss jeder Einen durch die überfüllten Gänge schieben und dazwischen die vielen unfreundliche Fachhandeslpacker mit ihren Hubwagenkonstrukt - es ist peinlich in diesem Land!

Also die Mutter hätte ihr Kind damit nicht alleine lassen sollen.
OK, 3km sind auch keine Strecke zu Fuß.
ABER, was geht in dem Kopf des Busfahrers vor, dem Jungen nicht auch diese 3km den Pullover überziehen zu lassen?!
Das ist stur und verantwortungslos! Der Pullover ist genau wie Schal und Maske.

... möchte mal noch eine andere Komponente beleuchten: Aus meiner Sicht hat der Busfahrer seine ihm obliegenden Pflichten gröblichst verletzt. Warum?

1. Es gibt einen Beförderungsvertrag zwischen dem Landkreis und dem Verkehrsunternehmen. Ein Verstoß dagegen liegt nicht vor.
2. Die bestehende VO zum Infektionschutz schreibt lediglich vor, einen Mund-Nasenschutz. Mit dem Pullover über der Nase hätte der
Schüler keinen Verstoß gegen diese VO begangen.
3. Daraus resultiert eine Beförderungspflicht des Verkehsunternehmens gegenüber dem Auftraggeber.
4. Das Verkehrsunternehmen hat gegenüber den Schülern eine " Garantenstellung" aus dem Bürgerlichen Gesetzbuch (BGB) und
zwar aus der Verpflichtung zur Beförderung des Schülers.
5.Jedoch ist die Handlungsweise des Busfahrers mehr als Fragwürdig und schädigt das Ansehen des Verkehrsunternehmens
erheblich. Die Handlungsweise des Geschäftsführers ist ebenfalls zu beanstanden. Ein Fall für den Vorstand/Aufsichtsrat.
6. Somit lag kein sachlicher Grund vor. Damit ist die Handlung auch nicht verhältnismäßig. Das heißt: sie ist weder geeignet, noch
erforderlich und schon gar nicht zwingend erforderlich gewesen aber auch nicht angemessen.
Damit bleibt es eine rechtlich unerlaubte Handlung.
7. Nach meinem Rechtsverständnis ist zu prüfen ob sich der Busfahrer nicht der Nötigung gem. § 240 StGB zum Nachteil des
Schülers strafbar gemacht hat. Dazu jedoch müssten die Eltern eine Anzeige erstatten oder die Polizei oder Staatsanwaltschaft
ermittelt von Amtswegen.

Also ganz so einfach wie sich der Geschäftsführer es sich macht, ist es doch nicht.

...den Punkt gebracht.....danke!
Davon mal abgesehen, die Mutter hätte drauf achten müssen, dass ihre Kinder ausgestattet sind. Aber sowas kann passieren, jeder der Kinder hat, weiß das. Also hätte ich keine Diskussion mit dem Busfahrer angefangen, da leider nicht Wenige von ihnen denken, sie sind "Gott"......sondern hätte mein Kind wieder mit nach Hause genommen, mich auf Arbeit entschuldigt und ihn in der Schule auch. Und Ende......Recht haben und Recht bekommen......war schon immer problematisch. Das Ende vom Lied ist jetzt........eventuell wird das in Zukunft für den Jungen keine geruhsame Busfahrt mehr bei diesem Busfahrer. Was genau ich damit meine......Gedanken sind frei!

Das Witzigste an der Sache ist, dass Mutter und Vater, Arbeitnehmer und Arbeitgeber sind. Ich kann nicht mehr:-)))

und wenn ich mir das Strategiepapier des Innenminsteriums durchlese, die Zeilen, die Kinder betreffen, die dann Schuld haben sollen, wenn Mutter oder Oma stirbt, weil das Kind beim Nachbarskind war und vergaß, sich die Hände zu waschen...., welch perfides Gedankengut muß ein Mensch nur haben, so etwas Böses aufs Papier zu bringen, dann bin ich nur noch fassungslos.
Kinderlose Politiker wollen den Kindern vorschreiben: treffen nur noch mit einem Freund...was? Mama, ich hab doch bald Geburtstag. Die Ermahnungen von Erwachsenen, vor allem von Lehrern; Maske auf, nur einzeln aufs Kloh usw. Ja, die Kinder müssen scheinbar zu Untertanen erzogen werden und dann dieser Busfahrer....

https://www.youtube.com/watch?v=zsMQdQNlwfk

Von wegen Leben retten:

https://www.youtube.com/watch?v=bO08Mo_ZvLY

https://www.youtube.com/watch?v=hN023L75GgM

Er wird die Maske nie wieder vergessen!

soso.
Für mich ist das

SCHWARZE PÄDAGOGIG