JARMEN UND UMGEBUNG

Kirchgemeinden streichen Konfirmationen wegen Corona komplett

Zwar finden in Jarmen und Umgebung wieder Wochenendgottesdienste statt. Doch die besonderen Höhepunkte im Gemeindeleben für Mai und Juni mussten jetzt abgesagt werden.
Der 5. Tutower Motorrad-Gottesdienst ist vorerst abgesagt. Ob endgültig für 2020, ist aber noch nicht klar. Ganz and
Der 5. Tutower Motorrad-Gottesdienst ist vorerst abgesagt. Ob endgültig für 2020, ist aber noch nicht klar. Ganz anders als bei den Konfirmationen und der Himmelfahrt-Radtour. Stefan Hoeft
Jarmen.

Eigentlich sollten am Sonnabend im und am Tutower Vereinshaus des Motoradclubs „Berserker“ wieder jede Menge Zweirad-Motoren röhren, begleitet von rockigen Tönen der Band „Reverends and Friends“ und andächtigen Worten der Pastoren aus dem Amtsbereich Jarmen-Tutow. Denn dort war der nun schon 5.  Tutower Motorrad-Gottesdienst geplant. Eine Veranstaltung, die seit je her längst nicht nur Biker und Mitfahrer angezogen hatte und zu der auch eine Ausfahrt mit den schweren Maschinen zählte. Doch auch Gottes Bodenpersonal und die als hartgesotten geltenden Feuerstuhl-Reiter müssen sich wohl oder übel einem Mini-Killer namens Corona beugen beziehungsweise den wegen ihm verhängten Infektionsschutz-Auflagen der Behörden.

„Das muss erst mal ausfallen“, erklärt Jarmens Pastor Arnold Pett mit Blick auf die Hygiene-Verordnungen der Behörden. Ob gleich fürs ganze Jahr oder nur auf einen späteren Termin verschoben, darüber wolle er sich mit den Bikern noch genauer abstimmen. Anders sieht es mit einer weiteren Zweirad-Tradition innerhalb der Kirchengemeinde aus – der Himmelfahrt-Radtour. Die sollte 2020 zur frisch sanierten Alt Plestliner Dorfkirche führen, ist aber nach Abstimmung mit dem Ältestenrat abgesagt. Schließlich wäre das Abstandsgebot dort kaum einzuhalten und viele jener, die da erfahrungsgemäß mit in die Pedale treten oder sich per Auto zum Zielort bringen lassen, zählen zur Risikogruppe. Und weil es sich ja um einen festen Termin im christlichen Feiertagskalender handelt, kommt eine Verlegung nicht infrage.

Mit Besucherzahlen der Online-Andachten wär’s in der Kirche eng

Allerdings will die Kirche nicht ganz auf etwas besonderes in dieser ungewöhnlichen und von vielen Einschränkungen gekennzeichneten Frühlingszeit verzichten: An diesem Sonntag, dem 17.  Mai, soll eine Art „Insel-Gottesdienst“ in Zemmin stattfinden. Dabei handelt es sich um eine 10 Uhr beginnende Open-Air-Veranstaltung, in deren Zentrum das kleine Eiland im Dorfteich steht. Mit ausreichend Spielraum für Gäste ringsherum. Bei schlechtem Wetter indes muss wohl ins benachbarte Gotteshaus umgezogen werden, was dann durchaus Platzprobleme bedeuten könnte.

Die sieht der Peenestädter Pastor mit Blick auf die Besuchszahlen bei normalen Gottesdiensten ansonsten kaum in seinem Einzugsbereich, schon gar nicht in St.Marien zu Jarmen mit seinen vielen und langen Sitzbänken sowie den Emporen. Grenzwertig würde es wohl nur, wenn die Resonanz plötzlich die einiger seiner zwischenzeitlich eingeführten Online-Andachten erreichte, meint Arnold Pett. Da schauten nämlich öfter mal bis zu 300 Leute zu, einmal seien es sogar an die 500 gewesen.

Konfirmationen erst im kommenden Jahr

Zahlen, die zu zwei weiteren demnächst anstehenden Höhepunkten im Kirchenleben am mittleren Peenetal nicht ausgeschlossen werden konnten. Das betrifft sowohl die am Pfingstsonntag geplante Konfirmation, für die sieben junge Leute angemeldet worden sind, als auch die von noch viel mehr Leuten frequentierte Jubiläumskonfirmation Mitte Juni. Hier habe der Ältestenrat entschieden, das Ganze für 2020 komplett abzusagen. Bei Ersteren vor allem mit Blick auf die Schwierigkeiten der Familien, eine standesgemäße Feier mit allen erhofften Gästen auf die Beine stellen zu können, bei Letzterem mit dem Wissen um die Vielzahl an oft hochbetagten Teilnehmern. „Da wollen wir natürlich ganz auf Nummer sicher gehen“, so der Pfarrer.

Von daher sei eine Verschiebung des Treffens der Jubilare auf Palmarum 2021 im Gespräch. Ein zumindest historisch betrachtet irgendwie bestens passender Termin. Fanden die Konfirmationen doch früher immer zu diesem Datum statt, das auf den Sonntag vor Ostern fällt und gleichzeitig den letzten Sonntag in der Fastenzeit darstellt, mit dem auch die Karwoche beginnt. Nächstes Jahr fällt der Palmsonntag auf den 28.  März.

Wann genau indes die ursprünglich diesjährigen Konfirmanden ihren Segen erhalten, darüber müsse noch gesprochen werden. Schließlich gibt es für Pfingsten 2021 schon einen nächsten Jahrgang in der Warteschleife, erklärt Arnold Pett. Und vermutlich wollten beide getrennt feiern.

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