EINWEIHUNG

Kita-Eröffnung in Sarow mit Kuchen und Wut im Bauch

Jetzt ist er endlich fertig, der neue Kindergarten in Sarow. Doch die Nachbeben von Pleiten, Pech und Pannen beim Bau waren noch bei der offiziellen Eröffnung zu spüren.
Kathrin Meckel, Falk Stirner, Thies Holtmeier und Renate Holznagel überreichen den süßen „Schlüssel
Kathrin Meckel, Falk Stirner, Thies Holtmeier und Renate Holznagel überreichen den süßen „Schlüssel“ für die neu gebaute Kita in Sarow. Kai Horstmann
Der Kindergarten bietet große helle Räume.
Der Kindergarten bietet große helle Räume. Kai Horstmann
Auch zum Aus- und Anziehen haben Kinder und Eltern in Sarow reichlich Platz.
Auch zum Aus- und Anziehen haben Kinder und Eltern in Sarow reichlich Platz. Kai Horstmann
Der Kindergarten ist am Ende sehr schön geworden, findet nicht nur Sarows Bürgermeister. Der Weg dahin war aber etwa
Der Kindergarten ist am Ende sehr schön geworden, findet nicht nur Sarows Bürgermeister. Der Weg dahin war aber etwas schwierig. Kai Horstmann
Sarow ·

Bei der feierlichen Eröffnung eines Hauses werden normalerweise vom Bauherrn der Architekt und die Handwerker gelobt. Ganz anders verlief das bei der offiziellen Schlüsselübergabe der Kita „An der Obstwiese“ des Trägerwerk Soziale Dienste in Mecklenburg-Vorpommern (TWSD), die jetzt in Sarow stattfand. Die Cafeteria der Kita bot neben einer modernen Küche auch genug Platz für die Gäste, das war nicht das Problem. TWSD-Landesgeschäftsführer Falk Stirner kündigte eine kurze Ansprache an, die dann vor allem eine öffentliche Abrechnung mit dem Architekten wurde.

Dieser war erst gar nicht zu der Feierlichkeit erschienen, was in diesem Fall vielleicht auch gut so war. Stirner wirkte sauer und enttäuscht. Er kritisierte die Bauführung, die nicht mit aller Sorgfalt durchgeführt worden sei. Deshalb sei eine zusätzliche Bauleiterin beauftragt worden. Wie von mehreren Verantwortlichen zu hören war, habe sie die TWSD vor vielen Schäden bewahrt. Unter anderem sorgte sie demnach für eine gute Gebäudeisolierung. „Ich bin deshalb so enttäuscht, weil der Bau nicht ordentlich gemacht wurde und wir deshalb wir ein halbes Jahr verloren haben, obwohl wir die Zeit großzügig geplant hatten“, kritisierte Falk Stirner. „Etwa zwei Jahre dauerten die Baumaßnahmen an. Das ging auf Kosten der Mitarbeiter, die sich noch zusätzlich um die Kitas in Beggerow und Ganschendorf zu kümmern hatten. Vor allem Kita-Leiterin Kathrin Meckel hatte eine enorme Belastung. Und man muss sagen, es sind noch immer nicht alle Arbeiten abgeschlossen.“

Bürgermeister lobt zumindest das Ergebnis

Dabei ist der neue Kindergarten sehr schön geworden, wie Bürgermeister Thies Holtmeier in seiner ebenfalls sehr kurzen Ansprache vor den Mitarbeitern und zahlreichen Eltern anmerkte. Das Gebäude sei schön hell geworden, was hauptsächlich an der hellen Wandfarbe und den vielen Fenstern liege. „Hervorzuheben ist zudem der gute Standort. Gleich vor der Tür sind eine Sporthalle, der Sportplatz und die Grundschule. So ist mit der Kita ein schöner Campus entstanden“, findet Thies Holtmeier. Zudem war einer der beiden übergebenen Schlüssel sehr süß – es war ein großer Kuchen.

Mehr lesen: Beggerow kämpft weiter um seine Kita

Mit von der Partie war an diesem Tag auch Renate Holznagel, von 1991 bis 2011 CDU-Abgeordnete im Landtag und eins der Gründermitglieder des TWSD. Heute sitzt sie im Kuratorium des Trägerwerks und hat auch diesen Kindergarten mitgestaltet. Dass es trotz einer Bausumme von über zwei Millionen Euro zu den Unzulänglichkeiten kam, wird auch von ihr kritisiert. Zugleich weist sie aber auch daraufhin, wie fortschrittlich hier gearbeitet wurde. So könne eine vernünftige Belüftungsanlage Erkältungen und Infektionen vorbeugen. Das wurde zuletzt im neu gebauten Demminer Kindergarten sehr deutlich. Deshalb wurde auch bei der Kita „An der Obstwiese“ auf eine gute Belüftung geachtet.

Möglicherweise noch Nachbesserungen bei Belüftungsanlage für Cafeteria

Da dieser Kindergarten mit Fördermitteln gebaut wurde, gab es aber auch Einschränkungen. Die TWSD-Verantwortlichen hätten gerne auch eine Belüftungsanlage in der Cafeteria gehabt, was aber aus Kostengründen verweigert wurde. „Das wurde aber noch vor der Pandemie geplant. Ich denke, durch Corona sind Belüftungsanlagen in ein ganz anderes Licht gerückt“, sagte Renate Holznagel. „Deshalb werden wir jetzt noch einmal prüfen, ob die Belüftung in der Cafeteria ausreicht oder ob wir hier nachbessern müssen.“

Den Kindern waren all diese Diskussionen der Erwachsenen egal. Das Wetter hatte viel Sonnenschein, da machte der Kindergartenspielplatz erst richtig Spaß. Und ein Mädchen drückte in ebenfalls knappen Worten aus, was für die Kinder das Wichtigste ist: „Es ist toll hier.“

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Kommentare (3)

sieht der Kindergarten in Beggerow aber richtig alt aus.

oh Gott, wie sind wir bloss ohne Belüftungsanlage groß geworden und leben immer noch? Geht raus an die frische Luft, dass beugt auch vor lumpigen Schnupfen vor und kostet nix extra

ist zugleich auch immer eine Kältebrücke.