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Klosterstadt lädt Rekruten gleich noch zum Urlaub ein

Nach ihrem Gelöbnis gratulierte Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann den Rekruten mit Handschlag und lud sie ein, Dargun auch einmal als Urlauber zu erleben.[KT_CREDIT] Foto: Gerald Gräfe

VonGerald GräfeDas Gelöbnis der Bundeswehr nutzt der Bürgermeister als Plattform für die Tourismus-Werbung. Dabei hatte er ein überraschendes ...

VonGerald Gräfe

Das Gelöbnis der Bundeswehr nutzt der Bürgermeister als Plattform für die Tourismus-Werbung. Dabei hatte er ein überraschendes Erlebnis.

Dargun.Das ließ sich Bürgermeister Karl-Heinz Graupmann (Die Linke) nicht nehmen: Recht verlassen erblickte er die beiden Mitarbeiterinnen seiner Stadtinformation bei der Vereidigung auf dem leeren Schlosshof: Nur wenige Rekruten und Soldaten beziehungsweise deren Angehörige hatten den Weg in das Ruinengeviert gefunden. Also ließ Graupmann seine Stimme vor dem Schloss lautstark ertönen und lud gewissermaßen als Touristiker ehrenhalber zum Besuch der Anlage ein.
Aber auch in seiner anschließenden Rede während der Vereidigung pries der Mann „unser kleines Städtchen“ mit seinen Veranstaltungen, deren Kloster- und Schlossanlage sowie weiteren Attraktionen an: „Sie sind jederzeit bei uns willkommen.“ Worte, die er beim anschließenden Empfang auch für jene Rekruteneltern fand, die den weitesten Anreiseweg hatten. Doch dabei erlebte Graupmann eine Überraschung: Kordula Falk hatte über 800 Kilometer zurückgelegt, um beim Gelöbnis ihres Sohns Stephan dabei zu sein. Beim Händeschütteln und Empfang des Präsentes lachte die Mutter auf des Bürgermeisters Worte hin. Denn Dargun kennt die Frau sehr wohl. Bis 2002 lebte sie doch im benachbarten Neukalen. Die Suche nach Arbeit führte sie danach nach Lahr in den Schwarzwald.
Die Auflösung der 5. Kompanie des Neubrandenburger Fernmeldebataillons 801 bedeutet indes nicht das Ende der seit 2002 bestehenden Partnerschaft zwischen der Bundeswehr und der Stadt Dargun. Im Juni wird ein neuer Partnerschaftsvertrag unterzeichnet werden – mit der 3. Kompanie aus der Vier-Tore-Stadt. Für Graupmann ist dies „eine richtige und wichtige Partnerschaft“, wie er öffentlich betonte. Bewährte Veranstaltungen wie die Teilnahme der Soldaten am Volkstrauertag und gemeinsame Schießübungen auf dem Schützenplatz im Wald sollen fortgeführt werden. Und auch das in Neubrandenburg ansässige Heeresmusikkorps des Wehrbereichsbezirkes I wird wieder jährlich zum Benefizkonzert aufspielen. In diesem Jahr am 11. Juni um 19.30 Uhr.