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Knallrote Sonne erlebt

Andrea Jung sitzt gern mit ihrem Hund im Garten, genießt die Natur auf dem Dorf.  FOTO: Gudrun Herzberg

VonGudrun HerzbergVon der Großstadt aufs Dorf: Wer möchte schon hier wohnen, ohne Supermarkt und Theater? Aber vielleicht reizen Stille und die Natur. Oder ...

VonGudrun Herzberg

Von der Großstadt aufs Dorf: Wer möchte schon hier wohnen, ohne Supermarkt und Theater? Aber vielleicht reizen Stille und die Natur. Oder auch die Nachbarschaftshilfe?

Meesiger.„Den Sonnenuntergang hier zu erleben, ist einfach wunderbar, ein ganz tolles Erlebnis. Gestern ging die Sonne knallrot unter“, schwärmt Andrea Jung. Sie sitzt in ihrem Garten in Meesiger, fast am Kummerower See und freut sich, endlich aus der Großstadt Berlin geflüchtet zu sein. Und das inzwischen zum zweiten Mal.
Denn schon 1994 hatte sie es gewagt, Berlin mit ihrer Familie den Rücken zu kehren. „Mein zweiter Sohn war klein, und wir entschieden uns fürs Land und haben in Alt Tellin ein altes Haus ausgebaut“, erzählt sie. Am Anfang sei alles ungewöhnlich gewesen. Der Weg zum Einkaufen oder zum Arzt war weit, aber man habe sich schnell daran gewöhnt. Andrea Jung machte eine Ausbildung zur Ergotherapeutin und bekam in Demmin Arbeit, ihr Mann hatte eine Tischlerei. Die Kinder haben das Leben auf dem Lande genossen. Vor einigen Jahren ging die Ehe kaputt, Andrea Jung zog wieder nach Berlin. „Aber ich habe mich an das Großstadtleben einfach nicht mehr so richtig gewöhnen können. Es war alles so unpersönlich“, sagt sie. Nach vier Jahren, inzwischen Frührentnerin, entschloss sie sich, wieder zurückzugehen nach Vorpommern. „Ich habe in der Nähe des Kummerower Sees einen Freundeskreis und mich hier nach einem Haus umgesehen“, erzählt sie und streichelt ihren kleinen Hund. Der habe hier jetzt viel Auslauf. In Meesiger wurde sie fündig, mietete ein Haus an. „Hier kann ich das halbe Jahr draußen verbringen, das ist einfach schön. Mein Freund arbeitet die halbe Woche in Berlin und kommt dann nach Meesiger“, meint sie. Sie liebt die Stille und die Natur. „Und im Dorf spricht man noch miteinander. Ich habe tolle Nachbarn. In Berlin hat jeder seine Tür zugemacht“, sagt Andrea Jung. Sie fühlt sich wohl in Meesiger, das Haus sei zwar noch eine Baustelle, aber das werde.

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g.herzberg@nordkurier.de