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Komposition zur Erinnerung an getötete Elfjährige

Das Oratorium wird in der größten Kirche der Stadt, der evangelischen Marienkirche, uraufgeführt.
Das Oratorium wird in der größten Kirche der Stadt, der evangelischen Marienkirche, uraufgeführt.
NK-Archiv

Brigitte Irrgang war mit ihrer Familie 1944 aus der Slowakei nach Loitz geflohen. Mit elf Jahren wurde sie dort von einem Sexualstraftäter getötet.

63 Jahre nach dem gewaltsamen Tod einer Elfjährigen in Loitz (Kreis Vorpommern-Greifswald) erinnert ein Oratorium an das Mädchen. Das Werk für Chor, Solisten und Klavier heißt „Brigitte” und stammt vom bayerischen Komponisten Nikolaus Schapfl, wie Johannes Winter als Sprecher des Brigitte-Irrgang-Freundeskreises am Dienstag erklärte.

Die katholisch aufgewachsene Brigitte Irrgang war mit ihrer Familie 1944 aus der Slowakei geflohen – nach Loitz. Mit elf Jahren wurde sie dort 1954 auf dem Weg von der Schule nach Hause von einem Mann überfallen. Sie widersetzte sich dem Sexualstraftäter und wurde getötet, wie Winter erläuterte. An ihrem Schicksal habe die ganze Stadt Anteil genommen. Der Täter wurde gefasst und zu einer langen Haftstrafe verurteilt.

1999 wurde Brigitte Irrgang vom Heiligen Stuhl in Rom zusammen mit anderen zur „Glaubenzeugin” erklärt. Menschen sollen aus der Erinnerung an diese Vorbilder Zuversicht und Hoffnung schöpfen.

Das Oratorium wird in der größten Kirche der Stadt, der evangelischen Marienkirche, uraufgeführt. Zu den etwa 80 Mitwirkenden gehöre der bekannte tschechische Permonik-Chor. Weitere Aufführungen sind am 12. August in Greifswald und am 13. August in der St.-Matthias-Kirche Berlin-Schöneberg geplant.