Nach Misshandlungs-Vorwurf
Kompromiss im Strasburger Taxi-Streit gefunden

Hat der Fahrer eines Demminer Taxiunternehmens einen Jungen aus Strasburg angegriffen? Darüber gab es nun ein klärendes Gespräch.
Hat der Fahrer eines Demminer Taxiunternehmens einen Jungen aus Strasburg angegriffen? Darüber gab es nun ein klärendes Gespräch.
Holger Hollemann

Nach einer Auseinandersetzung wollte ein Taxi-Unternehmen einen Jungen aus Strasburg nicht mehr zu seiner Schule in Behrenhoff befördern. Jetzt gibt es eine Lösung.

Der Enkel von Yvonne Brauer aus Strasburg wird ab Montag wieder seine Schule in Behrenhoff bei Greifswald besuchen. Das ist das Ergebnis eines klärenden Gesprächs zwischen der Mutter des Zwölfjährigen, der Oma, bei der der Junge derzeit lebt, dem Taxiunternehmen Pallentin aus Demmin, dem Fahrer, der Schulleiterin aus Behrenhoff und dem Landkreis, der für die Schülerbeförderung zuständig ist.

„Im Interesse des Schülers haben wir gemeinsam mit der Schule den Weg der Aussprache gewählt“, sagt Kreissprecher Achim Froitzheim. Die Schule „Am Park“ in Behrenhoff ist eine Einrichtung mit dem Förderschwerpunkt emotionale und soziale Entwicklung. Nach dem Vorfall bei der Fahrt nach Hause weigerte sich der Taxi-Betrieb, den Jungen weiter zu befördern. Yvonne Brauer hatte schwere Vorwürfe gegen das Unternehmen erhoben. Nach ihrer Darstellung war es zu Handgreiflichkeiten seitens des Fahrers gegenüber dem Jungen gekommen. Das Taxi-Unternehmen bestritt dies.

Im Ergebnis des gemeinsamen Gespräches konnten Froitzheim zufolge die gegenseitigen Vorwürfe aufgeklärt und auch ausgeräumt werden. „Darüber hinaus haben sich der Fahrer und der Schüler ausgesprochen. Dabei stellte sich heraus, dass einige der Anschuldigungen des Schülers nicht so vorgekommen sind“, erklärt der Kreissprecher. Es sei erreicht worden, dass beide Seiten wieder aufeinander zugehen und mit einem Neuanfang starten. Zudem habe die Mutter des Schülers dem Fahrer vorgeschlagen, bei einem akuten Vorfall sofort zu ihr oder der Oma des Jungen telefonisch Kontakt aufzunehmen, damit diese umgehend auf ihr Kind einwirken können.

Junge vorübergehend zu Hause beschult

Nach der Aussprache habe sich das Taxiunternehmen bereit erklärt, die Beförderung des Schülers wieder aufzunehmen. Auf die Frage, wie es nach der versagten Beförderung mit dem Schulbesuch weitergeht, hatte das Bildungsministerium geantwortet, dass die Beschulung in Behrenhoff bis zur Klärung der Schülerbeförderung nicht möglich sei, da die Erziehungsberechtigten den Jungen nicht zur Schule bringen können.

Daher werde der Schüler derzeit zu Hause beschult. „Eine vorübergehende Unterstützung durch die Regionale Schule Strasburg bis zur Klärung der Situation ist in Form einer täglichen Kontaktstunde in Arbeit“, so Ministeriumssprecher Henning Lipski. Schulleiter Wolfgang Kittler durfte sich nach eigenen Worten nicht dazu äußern, ob und wie ein Unterricht in Strasburg möglich ist. Das bestätigte auch das Schulamt in Greifswald.

Wie Kreissprecher Froitzheim erklärt, besteht auf Grundlage der Satzung über die Schülerbeförderung ein Anspruch auf Beförderung. Eine gesonderte Regelung für die Beförderung von problematischen Schülern gebe es nicht. Die Unternehmen, die in der Schülerbeförderung tätig sind, hätten die vertraglichen sowie die üblichen gesetzlichen Vorschriften, insbesondere nach dem Personenbeförderungsgesetz und nach der Betriebsordnung für Omnibus-, Obus,- Taxi- und Mietwagenunternehmen, zu erfüllen, so Froitzheim.