PROJEKT LÄUFT AUS

Kostenlose Verhütung ist für viele Demminer pillepalle

Es gibt sie kostenlos, die Pille. Zumindest für Hartz-IV-Empfängerinnen im Demminer Land. Doch der Ansturm hält sich in Grenzen. Ist das bisher beispielloses Projekt damit gestorben?
Gudrun Herzberg Gudrun Herzberg
Roswitha Bruhn von der Schwangerenberatungsstelle in Demmin (rechts) berät eine junge Frau zum Modellprojekt kostenlose Pille.
Roswitha Bruhn von der Schwangerenberatungsstelle in Demmin (rechts) berät eine junge Frau zum Modellprojekt kostenlose Pille. Gudrun Herzberg
Demmin.

„Es ist toll, dass es die Pille kostenlos gibt. Als Hartz-IV-Empfängerin kann ich sie mir nicht leisten. Aber ich möchte schon selbst über die Familienplanung ent­scheiden“, sagt die junge Frau. Sie hat sich über ein Modellprojekt des Landes zur kostenlosen Pille an die DRK-Schwangerenberatungsstelle in Demmin gewandt.

Das läuft allerdings nur für ein Jahr. Und gilt auch nur für Frauen bis zum 35. Lebensjahr und nur für Hartz-IV- oder Sozialhilfe-Empfängerinnen. „Es wäre schön, wenn das Projekt auch für Studenten, Auszubildende und Geringverdiener gelten würde. Denn Verhütung ist teuer, so sparen die Frauen bis zu 400 Euro im Jahr“, erklärt Roswitha Bruhn, Leiterin der Beratungsstelle. Das Projekt wird vom Land gefördert und von der Universität Greifswald begleitet. Man möchte herausfinden, welche Gründe es gibt, die Pille nicht zu nehmen. Vielleicht könne man so auch Schwangerschaftsabbrüche verhindern, heißt es.

Es geht um mehr als nur Verhütung

In Demmin haben bislang 118 Frauen das Angebot der kostenlosen Verhütung in Anspruch genommen, und zwischen Pille oder Spirale gewählt. In Malchin waren es 55 Frauen. Ende Oktober läuft das Modellprojekt nun aus. Mit einer kleinen Enttäuschung: „Ich habe natürlich mit viel mehr Interessenten gerecht. Denn die Fördergelder wurden nicht ausgeschöpft“, sagt Roswitha Bruhn. Sie hoffe trotzdem, dass das Projekt weiter geführt wird. „Es hat dabei auch Gespräche zu anderen Problemen gegeben. Wir konnten bei Konflikten weiter helfen. Die Vorsorge wird mit der Verhütung auch besser in Anspruch genommen“, meint die Leiterin.

Sie hat erfahren, dass sich die kostenlose Pille meist durch Mundpropaganda herumgesprochen habe. Denn nicht überall sei das Projekt in den Arztpraxen angesprochen worden. Seit November 2013 läuft die Aktion in den Bereichen Demmin, Amt Demmin-Land, Dargun, Treptower Tollensewinkel, Stavenhagen, Malchin am Kummerower See. „Wer jetzt noch die Möglichkeit nutzen will, hat noch bis zum 30. Oktober die Chance, sich bei uns in den Beratungsstellen zu melden“, so Roswitha Bruhn. Dann wird das Modellprojekt abgeschlossen und ausgewertet, in der Hoffnung das es auch weitergeht.

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Kommentare (1)

Die wollen alle nicht arbeiten,deswegen wollen sie die pille nicht wozu giebts die arge.