NACHWUCHS GESUCHT

Krankenhaus Demmin arbeitet an Verjüngungskur

Das relativ hohe Durchschnittsalter am Demminer Kreiskrankenhaus wirft Fragen nach der Zukunft auf. Vor allem in der Pflege muss Nachwuchs her, doch das wird nicht einfach.
Der demografische Wandel trifft auch das Demminer Kreiskrankenhaus. Der Optimismus die freiwerdenden Stellen neu zu besetzen,
Der demografische Wandel trifft auch das Demminer Kreiskrankenhaus. Der Optimismus die freiwerdenden Stellen neu zu besetzen, ist momentan aber noch ungebrochen. Karsten Riemer
Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen.
Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen. Archiv/Georg Wagner
Demmin.

Das Kreiskrankenhaus in der Hansestadt hat im ersten Halbjahr 2020 bereits einige Krisen gemeistert. Neben den intensiven, erfolgreichen Bemühungen im Kampf gegen die Corona-Pandemie haben Kosten- und Personalfragen die Klinik bewegt. Umfassende Lohnverhandlungen konnten dabei vorläufig geklärt werden. Auch die händeringende Suche nach Ärzten für die Kinderklinik hatte zumindest teilweise Erfolg. Langfristig wird sich das Personal-Karussell jedoch weiterdrehen, denn der demografische Wandel macht auch vor einem Krankenhaus nicht halt.

Ein Problem, welches zuletzt auch in der Politik des Kreises Mecklenburgische Seenplatte auf den Tisch kam. So stellte die CDU-Fraktion die Frage nach dem leicht erhöhten Altersdurchschnitt unter den derzeit 336 Mitarbeitern. Das Ergebnis: 48,8 Jahre ist der durchschnittliche Klinikmitarbeiter in Demmin alt. Zudem hat ein Drittel der Angestellten das 55. Lebensjahr bereits überschritten. Zwar verteilt sich das Gros der älteren Mitarbeiter noch auf den Endfünfziger-Bereich, bis 2025 rechnet der Kreis jedoch mit mindestens 35 altersbedingten Abgängen ausgehend vom 65. Lebensjahr.

Ausbildungsplätze verdreifachen

Inwieweit das Kreiskrankenhaus dieser Tendenz langfristig entgegenwirken kann, ist fraglich. Schwebt doch das allgemeine Problem des Fachkräftemangels auch über dem medizinischen Sektor. Eine ernsthafte Gefahr für die Versorgung in Demmin sieht Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen jedoch noch nicht. „Ich bin optimistisch, dass wir die Stellen in den nächsten fünf Jahren nachbesetzt bekommen, wenn wir uns richtig anstrengen“, sagt er.

Ganz von allein würde das allerdings nicht gehen. Daher wird in der Klinik bereits an Verjüngungskonzepten für die kommenden Jahre gearbeitet. „Wir wollen mehr ausbilden“, so der Geschäftsführer. Vor allem der Pflegebereich ist dabei im Fokus. Momentan gebe es fünf Azubis pro Jahrgang. Wenn es nach Firneisen geht, sollen die angebotenen Plätze jedoch verdreifacht werden. Damit würde sichergestellt, dass sich genügend hauseigenes Personal an das Kreiskrankenhaus bindet.

Gespräche mit Krankenkassen laufen

„Wir könnten uns das schon für das nächste Jahr vorstellen“, sagt er. Eine Entscheidung, die das Krankenhaus allerdings nicht allein treffen kann. So bedarf es für mehr Ausbildungsstellen zunächst der Zustimmung der Krankenkassen. Entsprechende Gespräche stünden aber bereits bevor.

Jedoch sind mehr Plätze nicht unbedingt ein Garant für mehr Auszubildende. Die Zahlen junger Menschen in Pflegeberufen sind rückläufig, wie auch die Demminer Klinik in der Vergangenheit feststellen musste. „Wir hatten vor zehn Jahren deutlich mehr Bewerber“, so Firn-eisen. Dennoch wäre es aktuell möglich, alle Stellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. „Wir hoffen, dass wir auch in Zukunft so attraktiv sind, dass uns das Personal nicht ausgeht“, sagt der Geschäftsführer. Ob das in den nächsten Jahren noch der Fall ist, bleibt abzuwarten. Dem Zufall wird diese Ungewissheit aber nicht überlassen. „Die Personalabteilung hat sich damit schon beschäftigt“, sagt er. So stünden unter anderen Kooperationen mit dem Bildungszentrum in Greifswald (BiG) an. Trotz der aller Bemühungen ist für Firneisen in punkto Nachwuchs jedoch eine Sache klar. „Das wird zukünftig nicht einfacher.“

 

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