Grüner Teppich

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Krautmassen auf der Peene sorgen für Frust

Kraut überall: In Demmin präsentiert sich die Peene derzeit als grüner Fluss.
Kraut überall: In Demmin präsentiert sich die Peene derzeit als grüner Fluss.
Denny Kleindienst

Ein grüner Teppich liegt derzeit auf der Peene in Demmin. Bootsfahrer klagen bereits, sie kämen nicht mehr über den Fluss.

„Ein gewisser Krautstand im Hafen ist normal“, sagt Daniel Graf. „Aber was wir hier seit drei Wochen haben, ist nicht normal.“ Graf ist Geschäftsführer der Peene Marina in Demmin, wo sie zurzeit jeden Tag Kraut aus dem Hafenbecken fischen, wie er sagt. Und zwar in Größenordnungen. Das Ergebnis liegt in Form mehrerer grün-vertrockneter Haufen auf dem Holzsteg am Beckenrand.

Trotzdem schwimmt noch immer jede Menge Grünzeug im Hafenbecken. „Eine Yacht, die den Motor unter Wasser und genug Kraft hat, kommt da durch“, sagt er. Motorboote mit Außenborder eher nicht. Ein Problem sind Graf zufolge die kleinen Schilf-Inseln mit ihrem Gewirr von Wurzeln, die sich durch das viele Kraut bilden. Auch Treibholz verfängt sich darin. „Dann hatte man mal einen Motor, wenn man dort durchfährt“, sagt der Geschäftsführer.

Teppich auf dem Wasser ist 20 Zentimeter dick

Noch deutlich mehr Kraut schwimmt derweil auf der Peene außerhalb der Marina. „Das geht gar nicht“, ärgert sich auch Holger Voshage. Er schätzt, dass der Teppich auf dem Wasser bestimmt 20 Zentimeter dick ist. Voshage verleiht Flöße, die in der Marina liegen. Er habe es versucht, doch durch den Kraut-Teppich komme er mit dem Floß nicht durch. „Das ist geschäftsschädigend“, sagt er.

Wolfgang Kuhr erinnert das alles an das vergangene Jahr. „Bei der Entkrautung der Tollense wurde die Krautsperre vorzeitig entfernt und das Schnittgut wurde noch tagelang in die Peene gespült.“ Beim Blick über die Peene sagt der Bootsbesitzer: „Das ist eine Kloake hier.“ Kuhr fragt sich auch, was sich wohl Touristen denken, die derzeit auf der Peene unterwegs sind.

Wo kommt das Kraut her?

Bleibt die Frage, wo das ganze Kraut eigentlich herkommt? Eine Sprecherin des für die Peene zuständigen Wasser- und Schifffahrtsamtes teilt mit, dass dort in den letzten Monaten keine Entkrautungsarbeiten vorgenommen worden sind. Auch auf der Trebel sind diese Arbeiten erst im September vorgesehen, erklärt Christoph Linke, der Leiter des Staatlichen Amtes für Landwirtschaft und Umwelt in Neubrandenburg. Fehlende Krautsperren scheinen also nicht das Problem zu sein.

Linke verweist auf den niedrigen Wasserstand und die hohen Temperaturen, die das Kraut-Wachstum begünstigt hätten. Womöglich, so Linke, sind die Krautmassen auch von den Booten losgerissen worden. Und auch wenn er den Frust der Bootsfahrer versteht, sagt er: „Das Kraut darf man nicht verteufeln. Die Wurzeln im Gewässer haben eine ökologisch günstige Wirkung und die Pflanzen produzieren Sauerstoff.“