Trotz langjährig zertifiziertem Energiemanagement – die Sorgen vor den explodierten Kosten bleiben.
Trotz langjährig zertifiziertem Energiemanagement – die Sorgen vor den explodierten Kosten bleiben. Karsten Riemer
Energiekrise

Kreiskrankenhaus in Demmin fürchtet explodierende Energiekosten

Für sein Energiemanagement wurde das Demminer Kreiskrankenhaus jüngst von der Dekra zertifiziert. Trotzdem ist eine ernsthafte Haushaltsplanung derzeit kaum möglich.
Demmin

Die allgemeine Kostenexplosion hält das Demminer Kreiskrankenhaus in Atem – eine ernsthafte Haushaltsplanung ist kaum möglich. Als energieintensives Unternehmen sind es vor allem die rasant gestiegenen Preise für Strom und Gas, welche die finanziellen Unsicherheiten bedingen. „Aktuell bezahlen wir jährlich durchschnittlich 660.000 Euro für Energie. Im kommenden Jahr rechnen wir allein für diesen Posten mit einer Verdopplung auf rund 1,5 Millionen Euro“, so Krankenhausgeschäftsführer Kai Firneisen.

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Die vage Hoffnung liege demnach auf der Strom- und Gaspreisbremse, um die Klinik zu entlasten. „Mit Blick auf eine verlässliche Planung müssten wir längst wissen, wie und wann uns die angekündigten Hilfen seitens der Politik erreichen“, sagt er. Tatsächlich steht bislang lediglich fest, dass die Kostenbremse der Bundesregierung für Unternehmen und Privathaushalte ab März des kommenden Jahres offiziell ziehen soll. Rückwirkend nach derzeitigem Stand auch für Januar und Februar. Hinter der genauen Ausgestaltung hängen jedoch große Fragezeichen gepaart mit Kritik der Versorger bezogen auf die kurzfristige Umsetzbarkeit.

Die größten Verbraucher im Kreiskrankenhaus

Allein auf bundespolitische Unterstützung verlässt sich das Krankenhaus in der Energiefrage jedoch nicht. Stattdessen haben die Verantwortlichen das Thema genau im Blick und das Haus ist nun durch die Dekra für sein Energiemanagement zertifiziert worden. Nicht das erste Mal. Bereits 2016 gab es den Prüfstempel. Im Dreijahrestakt muss dieser dann erneuert werden. „Wir freuen uns über die erfolgreiche Rezertifizierung“, so Firneisen.

Hintergrund des Prozesses ist es, sowohl den Verbrauch als auch die Sparmaßnahmen zu prüfen und zu bewerten. „Das Verfahren macht uns auch bewusst, wo wir für was und in welcher Höhe unsere Energie konkret verbrauchen“, fasst der Energiemanagementbeauftragte des Kreiskrankenhauses, Manfred Schneidewind, zusammen.

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Das Gros fließt dabei in die Heizung, Lüftung und Klimatisierung sowie den Betrieb von medizinischen Großgeräten beispielsweise in der Radiologie. Zudem ist die klinikeigene Zentralküche energiehungrig. „Krankenhäuser arbeiten grundsätzlich sehr energieintensiv und es gibt nur begrenzt Einsparpotenziale“, sagt er. Dennoch sollen diese nach Möglichkeit genutzt werden, um die Effizienz zu steigern und die Betriebskosten zu senken.

Konkret liegt dabei unter anderem die Medizintechnik im Fokus. So würde bei Neuanschaffungen auf besonders sparsame Modelle geachtet werden. „Nach Möglichkeit optimieren wir Anlagen der bestehenden Raumlufttechnik und im Neubau wird von Anfang an strikt auf eine energiesparende Bauweise und Ausstattung geachtet“, führt Schneidewind die Bemühungen des Krankenhauses weiter aus. Darüber hinaus ist das Klinik nicht vollständig auf externe Energie angewiesen, sondern produziert dank Blockheizkraftwerk einen Teil des Bedarfs selbst.

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