Aussichtturm

Kritik an neuer Demminer Touristenattraktion

Am Stadtrand von Demmin ist in den vergangenen Monaten ein Aussichtsturm entstanden. Der Standort sei nicht optimal, sagen Kritiker.
Dieter Hagemann findet so einen Aussichtsturm sehr gut, aber nicht unbedingt an dieser Stelle.
Dieter Hagemann findet so einen Aussichtsturm sehr gut, aber nicht unbedingt an dieser Stelle. Kai Horstmann
Vom Aussichtsturm blickt man in eine weite Landschaft.
Vom Aussichtsturm blickt man in eine weite Landschaft. Kai Horstmann
Der Turm ist fertig gebaut aber offiziell noch nicht freigegeben.
Der Turm ist fertig gebaut aber offiziell noch nicht freigegeben. Kai Horstmann
Demmin

Still und leise wurde er erbaut, der neue Anlaufpunkt für Touristen und Naturfreunde. Dabei handelt es sich um einen Aussichtsturm, der auf einem Flurstück der Stadt Demmin in der Vorwerker Schweiz errichtet wurde und an einem der zahlreichen Wanderwege durch das Gebiet liegt. In Auftrag gegeben hatte das Bauwerk der Naturpark Flusslandschaft Peenetal.

Die Aussichtsplattform befindet sich in einer Höhe von vier Metern und ist überdacht. Obwohl die Holzkonstruktion komplett fertig ist, ist der Aufgang mit einem rot-weißen Plastikband abgesperrt. „Der Turm geht in das Eigentum der Stadt Demmin über. Weil aber bislang noch keine öffentliche Übergabe stattgefunden hat, sperrt das Band den Turm noch ab“, erklärt Dr. Frank Hennicke, Leiter des Naturparks.

Kritik am Standort

Der Demminer Dieter Hagemann findet die Idee eines solchen Aussichtsturmes sehr gut, fördere er doch das Verständnis für die Natur. Nur mit der Standortwahl kann er sich nicht so richtig anfreunden. Solch einen Aussichtsturm hätte er lieber im Trebeltal gesehen. Das Bauwerk sei nicht leicht zu finden. Von Demmin aus geht oder fährt man in den Klenzer Weg bis zu einem Abzweig, der zum Gehöft Vorwerk abbiegt. Wenn man diesen weitergeht, vorbei an dem Gehöft, endet der Weg scheinbar an einem Feld. Und dort auf der rechten Seite ist dann der Turm zu finden. „Im Trebeltal wäre so ein Aussichtsturm von Weitem zu sehen und gerade das Vogelaufkommen ist dort wesentlich höher, vor allem wegen der Wasservögel“, sagt Dieter Hagemann.

Einiges spricht tatsächlich gegen den Standort

Laut Naturparkleiter Hennicke spricht gegen diesen Standort, dass dieser an einem aufgegebenen Deich liegt und womöglich irgendwann einmal brechen könnte. In so einem Falle würde der Turm wieder zerstört. Zudem müsse ein Weg dahin unterhalten werden, was wiederum Kosten verursache. Statt auf eine Fluss- sieht man jetzt auf eine Feldlandschaft, die Peenewiesen, Torfstiche und weiter entfernt auf das Devener Holz mit dem Haus Völschow Berg. „Auch hier kann man viele Tiere sehen. Neben Fuchs, Reh und Wildschwein sind das unter anderem See- und Fischadler, Milane, Bussarde sowie Silber- und Graureiher“, erklärt Hennicke.

Noch kein Termin für Einweihung

Doch noch ist der Turm offiziell ja gar nicht freigegeben, wie das Absperrband zeigt. Dabei hat schon so mancher Naturfreund die schöne Aussicht von oben genossen. Auch hier kreuzt die Corona-Pandemie die Pläne, wie der Naturparkleiter sagt. Denn große Menschenansammlungen sind zurzeit nicht erlaubt. So lässt Corona die Verantwortlichen auch bei der öffentlichen Einweihung eines Aussichtsturmes zögern. Es gibt deshalb noch keinen Termin, sagt Hennicke. „Sowieso ist der Aussichtsturm erst dann komplett, wenn auch die drei Infotafeln aufgestellt worden sind.“

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