Simone Brentrup will auch mit einem neuen Postkartenset auf das Gutshaus Waldberg aufmerksam machen.
Simone Brentrup will auch mit einem neuen Postkartenset auf das Gutshaus Waldberg aufmerksam machen. Christine Gerhard
Gutshäuser

Kulturprogramm soll Gutshaus mit Leben füllen

Schon bei der Besichtigung des Gutshauses Waldberg war den angehenden Bewohnern klar: Hier soll ein Treffpunkt entstehen. Sie haben ein Programm auf die Beine gestellt.
Demmin

In ihrer neuen Heimat sind sie bereits gut vernetzt, die Bewohner des Gutshauses Waldberg im gleichnamigen Demminer Ortsteil. Davon zeugt das Veranstaltungsprogramm, das sie für diesen Sommer entworfen haben: Mehrere lokale Akteure werden hier ausstellen beziehungsweise auftreten und ein Flohmarkt ist auch geplant.

Einige vin weiter her angereist

Schon als sie das zum Verkauf stehende Gutshaus besichtigt hatten, sei den Brentrups klar gewesen: „Das beleben wir wieder, mit Kultur und Veranstaltungen.“ Die ersten Aktionen, ein Weihnachtsmarkt und eine Lesung, werten die neuen Eigentümer als Erfolg. „Bei der Lesung hatten wir mit drei bis fünf Besuchern gerechnet, am Ende waren 22 da“, freut sich Simone Brentrup. Selbst aus Altentreptow, Anklam, Jarmen, Greifswald und Loitz seien Gäste gekommen. Viele hätten Waldberg und insbesondere das Gutshaus zuvor gar nicht wahrgenommen. „Die Leute haben uns zurückgemeldet, dass sie sich über das Angebot freuen“, so Simone Brentrup, die sich, entsprechend motiviert, mit Freude erneut in die Vorbereitungen stürzte. Die nächste Sommerveranstaltung auf dem Brentrupschen Gut ist ein Flohmarkt am Sonnabend, 30. Juli. Zwischen 9 und 17 Uhr kann dort gestöbert und gehandelt werden.

Am 5. August geht es mit einer Ausstellung der Warener Künstlerin Mechthild Agnes Lücking weiter. Kennengelernt habe sie diese bei Kunst:offen, erinnert sich Simone Brentrup. „Da war sie zu Besuch und hat erzählt, dass sie selbst Künstlerin ist. Wir sind ins Gespräch gekommen.“ Bei einem leichten Imbiss, sommerlichen Getränken und Musik stellt Mechthild Lücking um 18 Uhr ihre Kunstwerke verschiedener Techniken nun selbst im Gutshaus vor, darunter Aquarelle und Acrylmalereien.

Ein altes Märchen auf plattdeutsch neu erzählt

Am 12. August um 17.30 Uhr führt die Toitzer Künstlerin Christine Meyer mit ihrem Tischtheater die Geschichte „Vom Fischer un sin Fru Ilsebill“ auf. Selbstgefilzte Handpuppen erzählen das alte Märchen neu, natürlich auf Niederdeutsch. Mit ihrer Inszenierung gastierte Christine Meyer laut Simone Brentrup im Juni bereits bei der plattdeutschen Woche in Greifswald.

Zum Abschluss des Sommers im Gutshaus Waldberg ist für 10. und 11. September zudem die Erstauflage der Veranstaltung „Kunst im Garten“ geplant – ein neues Format, das die Brentrups, ebenso wie den Weihnachtsmarkt, in Zukunft fortsetzen wollen.

Die in Hamburg geborene und inzwischen in Loitz ansässige Künstlerin und Schriftstellerin Brigitte Bosch lädt die Besucher dabei ein, gemeinsam die Kraft von Farben und Worten aktiv zu erkunden und selbst kreativ zu werden. In einem Vortrag wird sie in die Sprache der Farben, ihre Geschichte und ihre zum Teil skurrile Herstellung einführen. Zudem sind ihre Bilder sowie vier Ölgemälde aus der Hand der Gastgeberin ausgestellt.

Spendengeld wird in das Gutshaus gesteckt

Wie Simone Brentrup versichert, sind alle Veranstaltungen kostenlos. Spenden sowie Erlöse etwa aus dem Kuchenverkauf fließen in das Gutshausdach, das undicht ist und dringend neu gedeckt werden muss. Danach wollen die Bewohner in einem Teil des Gebäudes eine Ferienwohnung einrichten. Doch weil das Gutshaus nicht unter Denkmalschutz steht, ist die Finanzierung laut Simone Brentrup recht mühevoll. Die Töpfe für die Schaffung von Ferienwohnungen seien leer, erfuhr sie beim Tourismusverband. „Wir müssen andere Förderanträge stellen, aber das allein wird nicht ausreichen“, meint sie. Um als kleinen Zuschuss Spendengelder zu akquirieren, hat sie Postkarten entworfen, die bislang im Klützer Winkel, in Greifswald und Gütersloh angeboten werden. „Wir suchen auch noch andere Mitstreiter, die sie auslegen können“, so Simone Brentrup.

Bei den Veranstaltungen im Gutshaus sind die Spenden jedoch nur ein Nebeneffekt. „Das Gutshaus soll wieder ein Treffpunkt werden und es bleiben“, erklärt die Organisatorin. „Es soll die Gegend bereichern.“ Ziel sei es, etwa alle ein bis zwei Monate Veranstaltungen anzubieten. Auch im Herbst und Winter möchten Simone Brentrup und ihr Mann das Gutshaus also zur Verfügung stellen. „Wer Lust hat eine Lesung zu veranstalten, kann sich gerne an uns wenden“, lädt die Gastgeberin ein.

 

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