Übergriff auf syrische Familie

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Kundgebung gegen Fremdenhass in Demmin

Auf dem Demminer Luisenplatz fanden sich etwa 70 Leute ein.
Auf dem Demminer Luisenplatz fanden sich etwa 70 Leute ein.
Denny Kleindienst

70 Personen setzten am Montag in Demmin ein Zeichen gegen Fremdenhass. Anlass der Mahnwache war auch ein nächtlicher Übergriff auf eine syrische Familie in der Stadt.

Noch ist nicht bekannt, wer die beiden Männer waren, die vergangene Woche in Demmin eine syrische Familie zu nächtlicher Stunde aus dem Schlaf gerissen haben. Polizeisprecherin Nicole Buchfink erklärte am Montag, dass Zeugenhinweisen nachgegangen werde.

Bei der Vernehmung der betroffenen Familie, bei der auch ein Dolmetscher dabei war, „konnten die ausländerfeindlichen Rufe nicht mehr bestätigt werden“, sagte Buchfink. In der ersten Polizeimeldung vom Freitag hieß es noch, die Männer hätten gerufen, die Bewohner sollen „abhauen und in ihr Land zurückkehren.“ Die Polizei ermittelt nun in alle Richtungen. „Einen ausländerfeindlichen Hintergrund“, so Buchfink, „können wir weiterhin nicht ausschließen.“

Zu einer Kundgebung als Reaktion auf den Übergriff kamen am Montagabend auf dem Demminer Luisenplatz etwa 70 Leute aus Demmin, der Umgebung, aber auch aus Greifswald. Der Anmelder Heinz Wittmer vom interkulturellen Café in Demmin sprach sich „gegen Fremdenhass“ und „für eine solidarische offene Gesellschaft“ aus. Andere Teilnehmer erklärten, dass sie den nächtlichen Übergriff auf die syrische Familie furchtbar fänden, wie auch rechte Hetze im Allgemeinen und deshalb an diesem Abend gekommen seien.

Kommentare (1)

in der Provinz, das immer noch an eine gerechte Welt glaubt. Der "Luisenplatz" auf dem sie stehen, ist nur entstanden, weil die Russen die Häuser dort mit Absicht niedergebrannt haben. Ja, die guten Sowjetsoldaten! Der linke Weg führt in die Irre!