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Landwerke: Demminer Stadtwerke bleiben skeptisch

Welche Rechte hätte das kommunale Unternehmen der Hansestadt in einer gemeinsamen Tochtergesellschaft mit größeren Partnern? Das ist eine der Fragen, die den Aufsichtsrat bewegt. Er sieht in den Plänen vor allem Risiken.

Stromerzeugung aus Bioenergie spielt zwar schon heute eine Rolle für die Demminer Stadtwerke. Sie haben dafür in den vergangenen Jahren in Blockheizkraftwerke investiert. Sollen sie sich nun an "Landwerken" beteiligen?
Georg Wagner Stromerzeugung aus Bioenergie spielt zwar schon heute eine Rolle für die Demminer Stadtwerke. Sie haben dafür in den vergangenen Jahren in Blockheizkraftwerke investiert. Sollen sie sich nun an "Landwerken" beteiligen?

In den Prozess um eine mögliche Gründung von sogenannten Landwerken im Landkreis Mecklenburgische Seenplatte bleiben die Demminer Stadtwerke zwar weiter eingebunden, doch die Verantwortlichen wollen sich weiterhin noch nicht auf eine Beteiligung festlegen. "Wir warten erst einmal die nächsten Beratungen ab", sagte der Aufsichtsratsvorsitzende, Reinhardt Friedrichs, nach der Sitzung des Gremiums in dieser Woche. Dort standen die Landwerke auf der Tagesordnung. Dabei wurde ein Gutachten zu rechtlichen Fragen und und möglichen gesellschaftsrechtlichen Optionen vorgestellt.

Die Idee der Landwerke als einer gemeinsamen Tochtergesellschaft verschiedener Stadtwerke in der Seenplatte und des Landkreises war vor rund einem Jahr ins Gespräch gekommen, um am Boom der erneuerbaren Energien teilzuhaben und zugleich die Wertschöpfung in der Region zu behalten. Seinerzeit hatte unter anderem Landrat Heiko Kärger (CDU) diesen Gedanken favorisiert. Er kann sich nach Auskunft seiner Pressestelle nach wie vor eine Zusammenarbeit vorstellen und würde sich als "Interessensvertreter für die Kommunen" sehen.

"Wir müssen daran arbeiten, erst einmal unsere Sachen auszulasten"

Beteiligt sind bisher außer den Demminer Stadtwerken die kommunalen Unternehmen aus Neubrandenburg, Neustrelitz, Waren und Malchow. Bei ihnen handelt es sich allerdings um sehr unterschiedliche Partner. Während beispielsweise die Neustrelitzer Stadtwerke schon heute als Stromversorger tätig sind, wäre dieses Feld für die kleineren Demminer Stadtwerke noch Neuland. Dagegen könnten sie ihre Fernwärmesparte noch ausbauen. Das hat dem Aufsichtsrat offenbar zu denken gegeben. Die Kapazität bei der Fernwärme würde für 40 Prozent mehr Anschlüsse reichen. "Wir müssen daran arbeiten, erst einmal unsere Sachen auszulasten", so Reinhardt Friedrichs. Hinsichtlich der Landwerke habe die Mehrheit im Aufsichtsrat vor allem Risiken gesehen, die "wir als kleine Stadtwerke eingehen würden."

Das betrifft auch die rechtliche Konstruktion der geplanten Tochtergesellschaft. In den Entwürfen sind die Demminer Stadtwerke bisher mit einer Beteiligung von zehn Prozent vorgesehen. "Wie viele Rechte haben wir dann?", fragt Friedrichs. Vor einer Entscheidung will der Aufsichtsrat nach seinen Worten nun zunächst unter anderem den Entwurf des Gesellschaftsvertrages auf den Tisch bekommen.

Zeit dafür ist noch. Bei den Planungen für die Landwerke - die Bezeichnung ist nur ein Arbeitstitel - handelt es sich laut Projektkoordinator David Nicke um einen "offenen Prozess". Zwar könnte nach seinen Überlegungen im Sommer nächsten Jahres die Gründung folgen, doch auch das steht laut Nicke bislang nicht fest.