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Lebenslang im Zwinger, weil sie aus dem Garten flohen

In einem Zwinger in einer Kleingartenanlage nahe der Badeanstalt werden zwei Mischlingshunde mit dem Ausssehen von Hütehunden sehr schlecht gehalten.
In einem Zwinger in einer Kleingartenanlage nahe der Badeanstalt werden zwei Mischlingshunde mit dem Ausssehen von Hütehunden sehr schlecht gehalten.
Kai Horstmann

Immer wieder muss man sich fragen, warum manche Leute Tiere halten. Da werden Hunde in verdreckten, heruntergekommen Zwingern gehalten, sind ungepflegt und krank. So ergeht es auch zwei Hunden in einer Kleingartenanlage in Demmin.

In einem Hundezwinger auf einem Grundstück in der Kleingartenanlage in Demmin: Die Augen sehen traurig aus, das Fell ist ungepflegt und einer der beiden Hunde hat eine Verletzung am Ohr, dazu tränt dessen linkes Auge.

Der Garten selber ist recht groß. Aber die Hunde hier dürfen nicht auf der Wiese toben, sie sind auf Dauer eingesperrt in einem viel zu kleinen Zwinger, der bereits für einen Hund sehr eng bemessen wäre. Im Holzfußboden fehlen einzelne Bretter, er ist verdreckt, die Decke liegt verschmuddelt in der Ecke und in einem Hundenapf liegt alte Wurst, die selbst die beiden Hunde nicht mehr fressen wollen.

Anonymer Anruf beim Tierschutzverein

Bereits am 19. August erhielt Kerstin Lenz vom Tierschutzverein Demmin einen anonymen Anruf mit dem Hinweis auf diese Tierhaltung. Lenz fuhr in die Kleingartenanlage und konnte allein vom Weg aus sehen, dass der Zwinger viel zu klein ist. Sie meldete die Angelegenheit dem Veterinäramt. "Der anonyme Anrufer sagte uns, dass der Hundehalter nur alle zwei Tage nach seinen Tieren schaut. Das geht überhaupt nicht."

Halter reagiert wütend auf Meldung beim Tierheim

Zwischenzeitig traf der Nordkurier dann auch den Hundehalter auf dem Weg zur Arbeit an. Angesprochen auf die Haltung seiner Hunde, reagierte er sehr wütend. Die Kritik an der Haltung und die Meldung beim Tierheim, so der Hundehalter, sei das Werk böser Mitmenschen. Er sprach davon, dass ihn "jemand anscheißen" wolle und dass die Hundehaltung völlig ausreichend sei.

Die Zwingerhaltung bezeichnete er als artgerecht und als "angemessen", da die Tiere ein paar Mal durch den Gartenzaun abgehauen seien. Noch empörter reagiert er auf den Vorwurf, er würde nur alle zwei Tage nach den Hunden sehen. Auf die Frage, ob er die Hunde vielleicht abgeben wolle, wich er aus.

Eine Mitarbeiterin des Kreisveterinäramtes, die sich die Hunde angesehen hat, trug dem Halter umgehend einen Tierarztbesuch auf. Und die gute Nachricht: Die Tiere müssen aus dem Zwinger raus.