Viele Gemeinden haben ihre Straßenbeleuchtung längst reduziert, andere können noch nachjustieren. Foto: Fabian
Viele Gemeinden haben ihre Straßenbeleuchtung längst reduziert, andere können noch nachjustieren. Foto: Fabian Sommer Fabian Sommer
Else Dürr, Bürgermeisterin von Schönfeld, ist dafür, die Straßenbeleuchtung zu reduzieren.
Else Dürr, Bürgermeisterin von Schönfeld, ist dafür, die Straßenbeleuchtung zu reduzieren. Kai Horstmann
Der Leitende Verwaltungsbeamte Jörg Puchert kündigt eine Sitzung mit allen Amtsgemeinden an.
Der Leitende Verwaltungsbeamte Jörg Puchert kündigt eine Sitzung mit allen Amtsgemeinden an. Denny Kleindienst
Krise

Licht aus? Demmin-Land will mehr Energie sparen

Große Energieschlucker wie in den Städten gibt es auf den Dörfern zwar kaum. Dennoch will auch das Amt Demmin-Land darüber sprechen, wie weiter Energie gespart werden kann.
Demmin

Dauerbrenner ist das Thema Energiesparen zwar schon lange im Amt Demmin-Land und den zugehörigen Gemeinden. Trotzdem soll nun neu diskutiert werden, welche Maßnahmen möglich und sinnvoll wären, um in Zeiten steigender Preise und drohender Knappheit noch weniger Energie zu verbrauchen. „Wir werden uns bei der Amtsausschusssitzung am 13. September des Themas annehmen und versuchen, eine gemeinsame Linie zu finden“, kündigte der Leitende Verwaltungsbeamte Jörg Puchert an.

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Straßenbeleuchtung ist eine Option

Bisher seien von Seiten des Amtes noch keine konkreten Maßnahmen eingeleitet worden. Lediglich die Mieter habe man angeschrieben mit Informationen und der Bitte, sparsam mit Energie umzugehen und Geld für etwaige Nachzahlungen zurückzulegen. „Das ist den meisten Leuten aber schon bewusst“, so Puchert.

Über weitere Maßnahmen wollen Amt und Gemeinden nun bei der Sitzung sprechen. Inwieweit dazu auch eine Reduzierung der Straßenbeleuchtung zählt, ist noch unklar. „Viele unserer Ortsteile sind schon recht dunkel“, gibt Puchert zu bedenken. Die Straßenbeleuchtung werde in den Gemeinden unterschiedlich gehandhabt, oft brenne jedoch nur jede zweite Laterne oder das Licht werde ab einer gewissen Uhrzeit heruntergedimmt. In Siedenbrünzow etwa stellte nach Angaben von Bürgermeister Dirk Bruhn eine Zeitschaltuhr bereits vor der Krise einen Teil der Lampen ab. Weitere Einsparpotenziale sieht er derzeit nicht.

Sparen nicht überall möglich

In Schönfeld dagegen leuchten die Straßenlaternen derzeit noch die ganze Nacht über. „Das muss nicht sein“, findet Bürgermeisterin Else Dürr. „Nachts ist sowieso niemand mehr unterwegs.“ Sie spricht sich deshalb dafür aus, jede zweite Lampe auszuschalten oder die Beleuchtung ab einer bestimmten Uhrzeit herunterzurregeln. Und auch für die Gemeindegebäude sollen bei der Amtsausschusssitzung unter anderem für die Heizungen gemeinsame Lösungen besprochen werden. „Wir müssen schauen, dass wir den Verbrauch herunterfahren“, ist sich Dürr bewusst. Möglich ist das jedoch nicht überall. „Die Schule muss natürlich beheizt sein“, erklärt sie.

Sicherheit im Schülerverkehr geht vor

In Kentzlin gibt es laut Bürgermeister Reinhard Schumacher „nicht viele Bereiche, in denen viel Energie gebraucht wird“. Im kürzlich umgebauten Gemeindehaus werde die Ölheizung ohnehin nur so weit aufgedreht, dass die Leitungen nicht einfrieren und schon jetzt gehe ab 22 Uhr jede zweite Laterne aus. Ganz herunterfahren will Schumacher die Beleuchtung aber nicht: „Das ist für mich auch eine Sicherheitsfrage.“

Zu achten ist bei dieser Frage laut Jörg Puchert insbesondere auf die Sicherheit im Schülerverkehr: „Wenn sie morgens im Dunkeln an der Straße entlang gehen, kann das gefährlich sein“, so der Leitende Verwaltungsbeamte. Zumal es oft keine Gehwege gebe.

Wasser bleibt kalt

Insgesamt haben die Gemeinden noch ein wenig Luft. Die Stromlieferverträge laufen laut Puchert bis 2024. Dann plant das Amt eine gemeinsame große Ausschreibung, um möglichst günstige Angebote einholen zu können. An anderen Stellen, zum Beispiel bei den Ölheizungen seien die Preissteigerungen aber bereits stark zu spüren. Das Amt musste deshalb bereits Betriebskostenvorauszahlungen erhöhen und eine weitere ab Januar stehe an.

Indes spart auch die Behörde selbst in ihren Räumlichkeiten Energie: So sei im Frühjahr eine neue Gasheizung eingebaut worden, die die Kosten senken soll. Außerdem soll das Warmwasser in den Handwaschbecken abgestellt werden.

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