TAG DER BEFREIUNG IN DEMMIN

Linke hält AfD-Brief für unglaubwürdig

Die Diskussionen um den 8. Mai in Demmin nehmen Fahrt auf. Nach einem offenen Brief der AfD an die NPD sowie das Demminer „Aktionsbündnis 8. Mai“, beziehen die städtischen Vertreter der ParteiDie Linke nun klar Stellung.
Die Linke in Demmin stellt sich klar auf die Seite der Trauermarschgegner.
Die Linke in Demmin stellt sich klar auf die Seite der Trauermarschgegner. Denny Kleindienst/Archiv
Die Sorgen der AfD hätten Züge einer Tragikomödie, so der Landtagsabgeordnete Peter Ritter (Die Linke).
Die Sorgen der AfD hätten Züge einer Tragikomödie, so der Landtagsabgeordnete Peter Ritter (Die Linke). Torsten Bengelsdorf/Archiv
Demmin.

Der Tag der Befreiung am 8. Mai ist ein Datum, welches in der Hansestadt Jahr für Jahr schon vorab hohe Wellen schlägt, die teils in politischen Grabenkämpfen enden. Ob Demmin auch 2020 mit Aufmärschen von Rechtsextremen sowie großen Gegendemonstrationen rechnen muss, ist aufgrund der Corona-Krise bislang nicht klar. Die Vermutung bleibt jedoch, dass die Stadt nicht gänzlich von entsprechenden Aktionen verschont bleibt. Nachdem sich die AfD diesbezüglich in einem offenen Brief an die NPD und das „Aktionsbündnis 8. Mai“ bereits als Gegner jeglicher Veranstaltungen inszeniert hat, meldet sich jetzt auch die Partei Die Linke zu Wort und erhebt dagegen Vorwürfe.

„Die Falschheit des Briefes der AfD Demmin zum 8. Mai beginnt schon in der Auswahl der Empfänger“, so die Vorsitzende der Basisorganisation Demmin, Luise Leddig. Es müsse ebenso das eigene Klientel angesprochen werden. Ähnlich sieht das auch Landtagsmitglied Peter Ritter. Die Sorgen der AfD hätten Züge einer Tragikomödie. Denn, und da sind sich beide Parteimitglieder einig, es liege die Vermutung nahe, dass nicht wenige der jetzigen AfD-Anhänger und -Wähler bei den früheren NPD-Trauermärschen mitgelaufen seien.

Verwechslung von Ursache und Wirkung

Die Glaubwürdigkeit der AfD-Äußerungen ziehen die Linken-Politiker daher in Zweifel und üben Schulterschluss mit den Gegendemonstranten. Denn neben der eher sachten Kritik an den Trauermärschen standen die Gegner der Rechtsextremen explizit im Fokus der AfD. Mit dem lauten und bunten Auftreten sowie provokanten Bannern würden diese die Toten Demmins verhöhnen, hieß es.

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Dabei unbeachtet bleibt jedoch der Zusammenhang zwischen Trauermarsch und Protestbewegung. „Wer mehr oder weniger offen versucht, die Proteste gegen diese geschichtsverfälschenden Demonstrationen zu diskreditieren, unterliegt bewusst oder unbewusst der Versuchung, Ursache und Wirkung zu verwechseln“, sagt Ritter. Auch Leddig stellt klar, dass sich Banner und ähnliches speziell an die Teilnehmer der Trauermärsche richten. „Dahinein die Verhöhnung der Demminer Toten zu interpretieren, ist eine falsche Unterstellung der AfD“, sagt sie. Zudem sei der Tag der Befreiung ganz klar ein Tag, der laut und bunt gefeiert werden kann.

Tag der Mahnung, Erinnerung und Begegnung

Etwas verhaltener steht der Landtagsabgeordnete Ritter zum Thema Feiern am 8. Mai, sieht die Entscheidung dafür oder dagegen aber bei jedem selbst. Mahnung, Erinnerung und Begegnung würden den Tag bestimmen. „Einen Tag, an dem der Kriegstoten gedacht wird, ohne dass man dabei ausblenden darf, von wo der Weltbrand ausging“, sagt er.

Zum Kriegsende vor 75 Jahren kam es in Demmin zu einem Massensuizid – ein Trauma, das immer noch nachwirkt, wie nicht nur das jährliche Gedenken, sondern auch der Dokumentarfilm „Über Leben in Demmin“ von Martin Farkas zeigt.

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Kommentare (3)

Ah, die Studenten aus Greifswald, Rostock und Umgebung kommen wieder, um Wasser und Stadt mit Müll und Plastik zu verpesten. Die ohnehin leere Finanzkasse der pommerschen Stadt und des lächerlichen Neukreises werden die anstehende Säuberung garantiert nicht über den Bürger abwickeln. Nein, das kann ich mir nicht vorstellen...

Zum Glück wachen die Demminer auf, anscheinend sogar zu schnell, wenn Linke, die Grünen und SPD einen Dreierhopp namens IVD gründen müssen, um jeweils nicht im politischen Nirvana zu landen. Um so mehr hat man zu feixen, wenn man den alten Wessi H. Wittmer sieht, wie er sich allgemein zum Narren macht. Hoffentlich ''spricht'' er bald mal einen Flüchtling an wie einst Mooshammer. Pardon, es töten ja nur Neunationalsozialisten. Ob der Wessi auch weiß, dass Flüchtlinge laut BKA mehr als doppelt so viele GEWALTstraftaten begehen wie Links- und Rechtsextreme zusammen? Rhetorische Frage, natürlich hat er davon keinen blassen Schimmer.

Wenn man Ihnen glauben darf, wäre Demmin an allen anderen Tagen blitzsauber; die Schweinereien machen nur die Studenten. Das Demonstrantionsrecht ist ein Grundrecht (Meinungsfreiheit) und gilt für alle. Sollte sich bis zu Ihnen rumgesprochen haben). Und was das Ganze nun mit Wessis, Asylbewerbern etc zu tun hat, erschließt sich mir nicht. Da geht so einiges durcheinander bei Ihnen!

sehen Sie nicht, daß der Bohei erst mit dem Erscheinen, den Berichten über das sog. demokr. Aktionsbündnis losging?
Die die da marschieren kann man einen Tag aushalten, irgnorieren oder sonst was. Die die dagegen schon wochenlang mobil machen, auch mit NK-Berichterstattung spalten, hetzen und tragen wohl nicht dazu bei, mit den anderen ins Gespräch zu kommen. Hauptsache laut schreien, pöbeln und die Demokratie verteidigen wollen, obwohl die nicht verstehen, was Demokratie überhaupt bedeutet. Verblendete herangekarrte vermummte Typen. Berufsschreihälse. Gammler hätte man die zu DDR-Zeiten genannt.