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Lungenembolie: Mann darf nicht zur Reha

Mit gezielten Reha-Maßnahmen bei einer Kur wollte der Demminer Christian Israel nach einer Lungenembolie schnell auf die Beine kommen, doch die Rentenversicherung lehnte ab.
Mit gezielten Reha-Maßnahmen bei einer Kur wollte der Demminer Christian Israel nach einer Lungenembolie schnell auf die Beine kommen, doch die Rentenversicherung lehnte ab.
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Nach einer schweren Krankheit wird oft eine Reha empfohlen, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Werden Hartz-IV-Empfänger dabei benachteiligt?

„Wie krank muss ein Mensch eigentlich sein, um einen Platz in einer Reha-Klinik zu bekommen? Meine Anträge wurden alle abgelehnt, obwohl ich mit einer beidseitigen Lungenembolie auf der Intensivstation lag“, sagt Christian Israel aus Demmin. Denn nach dem Widerspruch auf die Ablehnung seines Antrages bei der Deutschen Rentenversicherung hält er nun die zweite Ablehnung in der Hand.

Zwei Wochen lang hat er im Demminer Krankenhaus gelegen, ist dem Tod sozusagen von der Schippe gesprungen. Die Ärzte hatten ihm zu einer Reha nach dem Krankenhausaufenthalt geraten, um schnell wieder auf die Beine zu kommen. Und da der Demminer zudem schon länger an Depressionen leidet, sei so ein Aufenthalt in einer Reha-Klinik doppelt wichtig. „Ich muss unbedingt wieder unter Leute kommen“, sagt der 52-Jährige.

Keine Erwerbstätigkeit, keine Reha

Aufgrund seiner Depressionen hatte er schon vor Jahren seinen Job verloren, war als Koch immer wieder mal in einer Maßnahme des Jobcenters im Demminer Hanseviertel tätig. „Das hat mir auch gut gefallen, aber jetzt bin ich wieder zu Hause, lebe von Hartz IV. Und das ist wohl auch der Grund dafür, dass die Rentenversicherung meinen Reha-Antrag abgelehnt hat“, meint der Demminer.

Denn laut dem Ablehnungsbescheid sei seine „Erwerbstätigkeit wegen der Krankheit oder körperlicher und geistiger Behinderung nicht gefährdet“, da er ja keinen Job hat. „Wir können eine Reha nur bewilligen, wenn persönliche und versicherungsrechtliche Voraussetzungen erfüllt werden“, erklärt Christine Cordts von der Deutschen Rentenversicherung. Voraussetzung für eine Reha sei, dass mit dieser die Erwerbsfähigkeit wieder hergestellt oder zumindest stabilisiert werde, dass wieder gearbeitet werden könne.

Das ist auch für Christian Israel wichtig, denn er möchte gern wieder einer Beschäftigung nachgehen. Er hat sich nun selbst eine Reha verschrieben, geht jeden Tag spazieren und sogar schon wieder joggen und Radfahren. „Das hilft mir schon, aber unter Anleitung wäre so etwas natürlich noch besser“, sagt Christian Israel.