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Markt: Knöllchen-Risiko jetzt geringer

Obst- und Gemüsehändler Mirko Strehlow hat für jeden Kunden ein offenes Ohr. Seine und die freundliche Art seiner Kollegen schätzen die Demminer, die auf dem Wochenmarkt einkaufen.

VonKirsten GehrkeParken auf dem Demminer Markt war bisher für Kunden des Wochenmarktes nicht möglich. Die Stadt lenkte nun ein. Doch ganz zufrieden sind die ...

VonKirsten Gehrke

Parken auf dem Demminer Markt war bisher für Kunden des Wochenmarktes nicht möglich. Die Stadt lenkte nun ein. Doch ganz zufrieden sind die Händler nicht.

Demmin.Marina Räsch ist erleichtert. „Endlich hat die Stadt sich durchgerungen“, meint die Fischhändlerin aus Salem. Ab nächste Woche dürfen Kunden des Wochenmarktes in Demmin mittwochs kostenlos auf den Busparkplätzen mit ihren Autos stehen – von 8 bis 12 Uhr. Bisher haben Kurzparker ein Knöllchen riskiert, wenn sie mal schnell Obst oder Fisch am Stand kaufen wollten. Den Ärger haben die Händler abbekommen. Ihnen sagten diese Kunden ade. Jahrelang gibt es das Problem schon.
Gemüsehändler Mirko Strehlow ist nur teilweise zufrieden. „Eigentlich hat die Stadt ja nur teilweise eingelenkt“, meint er. „Wir wollten Mittwoch und Freitag Parkmöglichkeiten für unsere Kunden.“ Der Markt sei groß genug. Gerade jetzt würden die Leute oft kistenweise Pflanzen kaufen, die sie dann schleppen müssen. „Die Leute wollen bequem einkaufen, vorfahren und einladen.“ Wer länger in die Stadt will, der suche sich ja einen Parkplatz woanders. Seit Jahren schon hätten sie versucht, das Kurzzeitparken bei der Stadt durchzusetzen. Wer wolle schon für zehn Minuten in die Tiefgarage fahren?
In Demmin mit seiner hohen Arbeitslosigkeit und geringen Kaufkraft haben Händler ohnehin einen schweren Stand. „Neue Händler zu finden, ist sehr schwierig.“ Der Gemüsehändler aber bleibt den Demminern treu. Seit es den Markt in der Hansestadt gibt, verkauft seine Familie Obst und Gemüse hier. Mit der neuen Parkplatzregelung hat er nun auch die Hoffnung, dass wieder mehr Kunden kommen.
Eva-Maria Klein holt sich gern ihre Pflanzen bei Mirko Strehlow. „Mir haben noch ein paar Blumen gefehlt“, meint sie am Freitag. „Männertreu, die sind immer so schön.“ Eckhard Wahl würde sich indes wünschen, dass das Radfahren während der Markttage verboten wird. Der Loitzer steht mit seiner Gulaschkanone an beiden Tagen auf dem Markt. „Das stört, wenn die Radfahrer durchfahren, die nehmen keine Rücksicht.“ Die neue Parkplatzregel findet er aber gut. Bis jetzt habe man immer den Eindruck gehabt, dass der Mann vom Ordnungsamt hinter der Ecke wartet, bis ein Kunde auf dem Markt parkt. Dann gab es ein Knöllchen. „Das ist klar, dass dann die Kunden sauer sind.“
Auch Wahl hätte sich gewünscht, wenn das Kurzparken auch Freitag gelten würde. Das sieht Olav Döhring, vom Ordnungsamt anders. Parken in der Tiefgarage für 25 Cent, billiger gehe es nicht. Freitags müssten für Busse die Flächen frei gehalten werden, weil viele Kirchenführungen stattfinden.

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k.gehrke@nordkurier.de