Schwere Technik ist derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Milchviehanlage in der Ortschaft Göslow im Einsatz. Die G
Schwere Technik ist derzeit auf dem Gelände der ehemaligen Milchviehanlage in der Ortschaft Göslow im Einsatz. Die Gebäude werden Schritt für Schritt abgerissen. Ulrike Rosenstädt
In den zurückliegenden Monaten ist am Göslower Gutshaus eine kleine Freiluftausstellung mit Gedenkstein entstanden.
In den zurückliegenden Monaten ist am Göslower Gutshaus eine kleine Freiluftausstellung mit Gedenkstein entstanden. Ulrike Rosenstädt
Blick auf einen der ehemaligen Ställe, die gegenwärtig abgerissen werden. Wie das Gelände künftig genutzt
Blick auf einen der ehemaligen Ställe, die gegenwärtig abgerissen werden. Wie das Gelände künftig genutzt wird, ist laut Aussagen der ehemaligen Betreiber, noch unklar. Ulrike Rosenstädt
Abriss

Milchviehanlage in Göslow verschwindet komplett

Dort wo früher Milchkühe standen, legt sich jetzt schwere Technik ins Zeug. Die Milchviehanlage wird abgerissen. Was dann kommt, ist offen.
Göslow

Das Kapitel Milchviehanlage in Göslow ist definitiv abgeschlossen. Alle Ställe, sämtliche Gebäude, die im Ort einst von den Betreibern der Milchviehanlage genutzt wurden, gibt es schon fast nicht mehr. Schwere Technik ist seit Wochen im Einsatz, um das gesamte Areal zu beräumen. „Diese Aufgabe übernehmen hiesige Firmen, das heißt, konkret wird der Abriss von Mitarbeitern einer Firma aus Gützkow realisiert“, informierte auf Nordkurier-Nachfrage Karsten Trunk, Geschäftsführer des Görminer Landwirtschaftsbetriebes „Peenetal“ GmbH & Co KG.

Lesen Sie auch: Görminer stimmen für Photovoltaik-Anlage

Milchpreise und Kosten passen nicht zusammen

Was hat ihn und sein Leitungs-Team dazu bewogen, diese spektakuläre Entscheidung zu treffen? Denn immerhin prägten die Kuhställe den kleinen Ort Göslow, der zur Gemeinde Görmin gehört, seit Jahrzehnten. „Milchpreise und Kosten stehen leider schon seit Längerem in keinem gesunden Verhältnis. Es war eine betriebswirtschaftliche Entscheidung, die wir getroffen haben“, begründete Karsten Trunk den ersten Schritt der Einstellung der Milchproduktion und in der Konsequenz daraus auch den Abriss der gesamten Betriebsanlage. Er bedauere sehr, dass „es keine auskömmlichen Milchpreise gibt“. Der Fachmann weiß, dass die Anzahl der Milchbetriebe in ganz Mecklenburg-Vorpommern drastisch abnimmt.

Keine Ruinen

Anders als in sehr vielen anderen Orten in der ländlich geprägten Region Vorpommern wird es aber in Göslow zum Glück keine vor sich hin gammelnden Gebäude geben. Den Einwohnern bleibt somit ein dauerhafter trauriger Blick auf leere Ställe erspart. „Wir haben uns zum Abriss entschlossen, weil wir eben der Gemeinde Ruinen nicht zumuten wollen“, ist der Geschäftsführer von der Richtigkeit dieses konsequenten Schrittes überzeugt.

Geräte ausgestellt

Wie das nun freiwerdende Gebiet künftig genutzt, ob es als Grünfläche oder sogar einmal als Bauland zur Verfügung stehen wird, dazu kann der Görminer zum gegenwärtigen Zeitpunkt noch keine Aussagen treffen.

Dass die Gemeinde, speziell Göslow, durchaus stolz auf ihre mit der landwirtschaftlichen Produktion verbundenen Geschichte ist, macht nicht zuletzt auch eine kleine Freiluftausstellung deutlich. Die wurde in Höhe des ehemaligen Gutshauses Schritt für Schritt aufgebaut. Dort stehen alte, neu aufgearbeitete Gerätschaften, die einst auf den Äckern rund um Göslow zum Einsatz kamen. Gemeinsam mit dem Gedenkstein, der an den letzten Besitzer des Rittergutes, Ernst Prützmann, der von 1931 bis 1945 in Göslow wirkte, erinnert. Laut Inschrift wurde dieser durch die Bodenreform enteignet.

Kommt noch eine Sitzbank?

Diese Stelle im Ort lädt zum kurzen Verweilen ein. Kann gut sein, dass sich zu diesem Ensemble künftig auch noch eine Sitzbank gesellt. Ausreichend Platz wäre auf der Wiese zwischen Gutshaus und ehemaliger Milchviehanlage vorhanden. Wie berichtet, hatten sich einige Göslower für das Aufstellen eines Steines mit Inschrift schon seit mehreren Monaten konsequent stark gemacht.

Der Demmin-Überblick per Mail

Was gibt's Neues im Demminer Land? Unsere Reporter fassen wöchentlich die wichtigsten Nachrichten und Geschichten für Sie in unserem kostenlosen Newsletter zusammen. Jetzt schnell anmelden!

zur Homepage