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Mit 102 Jahren und neuem Hüftgelenk fit für den Alltag

Dr. Salah Dikou, Oberarzt der Chirurgie im Demminer Krankenhaus, hat der 102-jährigen Anna Keding ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Schwester Christine kümmert sich um die alte Dame.
Dr. Salah Dikou, Oberarzt der Chirurgie im Demminer Krankenhaus, hat der 102-jährigen Anna Keding ein neues Hüftgelenk eingesetzt. Schwester Christine kümmert sich um die alte Dame.
Gudrun Herzberg

Eine Operation an der Hüfte mit über 100? Warum nicht. Anna Keding will wieder mobil sein. Im Demminer Krankenhaus kann sie nach der OP auch die Reha nutzen, denn diese Klinik hat sich auf ältere Menschen eingestellt.

„Ich bin doch genau an meinem Hochzeitstag hingefallen. 1931 habe ich geheiratet. Eigentlich wollte ich mich nur für einen Arztbesuch schick machen und andere Schuhe holen“, erzählt Anna Keding aus Warrenzin. Jetzt liegt sie im Krankenhaus, ein neues Hüftgelenk wurde eingesetzt. Schon in der nächsten Woche soll die 102-Jährige wieder den Flur im Kreiskrankenhaus Demmin lang laufen können.

„Wir möchten, dass unsere Patienten schmerzfrei und auch im hohen Alter noch mobil sind“, sagt Dr. Lutz Wilhelm, ärtzlicher Direktor des Demminer Kreiskrankenhauses. So könne auch eine 102-Jährige noch ein Hüftgelenk bekommen, damit sie nicht mehr nur noch im Bett liegen muss. Denn für ältere Menschen sei das das Todesurteil. „Wir schätzen ein, ob ein Patient so eine Operation noch übersteht und dass es dann möglich ist, sie schmerzfrei zu bekommen. „Das hat in erster Linie etwas mit Lebensqualität zu tun, und Mobilität gehört gerade für ältere Menschen dazu, sich noch bewegen zu können“, meint Lutz Wilhelm. Sicher sei aber auch, dass im Demminer Kreiskrankenhaus eine Prothese nur jene bekommen, die vorher auch gelaufen sind. Wenn das nicht mehr der Fall war, gibt es aber andere Möglichkeiten, den Patienten schmerzfrei lagern zu können. „Die Patienten sind uns anvertraut, da wird kein unnützes Risiko aufgenommen“, versicherte der Chefarzt. Anna Keding hat die Operation gut überstanden. „Ich fühle mich so wohl hier, alle kümmern sich rührend um mich“, sagt die Warrenzinerin. Sie lebt bei ihrer Tochter in Warrenzin und kommt über ihr Leben ins Erzählen. Als junges Mädchen habe sie in Vanselow im Schloss als Stubenmädchen gearbeitet. Sie kann sich an viele Sachen noch ganz genau erinnern. „Im Kopf bin ich noch sehr hell“, sagt sie und lacht. In den nächsten Wochen kann sie im Demminer Krankenhaus die geriatrische Frührehabilitation nutzen und muss dafür nicht extra in eine andere Klinik.