Im Rahmen seiner Lesereise versteigerte Jan Gorkow im Jarmener Kulturzentrum eine von ihm selbst demolierte Gitarre – f&
Im Rahmen seiner Lesereise versteigerte Jan Gorkow im Jarmener Kulturzentrum eine von ihm selbst demolierte Gitarre – für das Skate-Park-Projekt. Stefan Hoeft
Ein möglicher Standort für den Skate-Park: Erst jüngst hat der Bauhof das Areal hinter dem Jarmener Schütz
Ein möglicher Standort für den Skate-Park: Erst jüngst hat der Bauhof das Areal hinter dem Jarmener Schützenplatz wieder auf Vordermann gebracht. Denn auch dort hatten die Stürme mächtig gewütet. Stefan Hoeft
Auch bei der Lesung von Jan Gorkow in seiner alten Heimatstadt Jarmen stand die Zinkbadewanne als Spendendose an der Bühn
Auch bei der Lesung von Jan Gorkow in seiner alten Heimatstadt Jarmen stand die Zinkbadewanne als Spendendose an der Bühne. Stefan Hoeft
In Jarmens polnischer Partnerstadt Susz haben sie einen Riesen-Parcours für die Skater errichtet.
In Jarmens polnischer Partnerstadt Susz haben sie einen Riesen-Parcours für die Skater errichtet. Stefan Hoeft
Spendenaktion

Monchis Lesung bringt ordentlich Geld für Skate-Park in Jarmen

Wenn alles klappt, dann wird Jarmens Nachwuchs wohl bald über einen eigenen Skate-Park rollen können. Zumal das Projekt mit prominenter Unterstützung gepuscht wird.
Jarmen

Mit der Spontan-Lesung zu seinem nicht ganz jugendfreien Buch „Niemals satt – Über den Hunger aufs Leben und 182 Kilo auf der Waage“ bereicherte der aus Jarmen stammende Sänger Jan Gorkow jüngst nicht nur den Kulturkalender in seinem alten Heimatort. Sondern setzte auch die Werbung und Spendensammlung für ein Bauprojekt fort, das dem Nachwuchs in derPeenestadt zugutekommen soll. Die Kommune, das bestätigte Bürgermeister André Werner, will nämlich eine Art Skate-Park errichten, um das Beschäftigungsangebot für die Kinder und Jugendlichen zu erhöhen und dabei mal etwas anderes als übliche Sport- und Spielplätze zu bieten.

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„Ich hab keine Ahnung von Skate-Parks. Aber ich habe meinen kleinen Bruder gefragt und ein paar Freunde von dem: Habt ihr Bock auf einen Skate-Park, wäre das geil? Und die meinten, wie oberaffengeil das wäre“, erzählte der weit über Vorpommern hinaus als Monchi bekannte Frontmann der Band „Feine Sahne Fischfilet“ in einem eigens aufgenommenen Video-Clip zum Start der Lesereise. Darin strauchelt er mit einem Mini-Roller über den von mit Regenwasser gefüllten Schlaglöchern übersäten Schützenplatz in Jarmen. In Mund und Hand besagtes Buch, in dessen Kapitel auch immer wieder die Kleinstadt und seine Kindheit dort auftauchen. Verbunden mit Schilderungen, „wie scheiße es war, aufzuwachsen und nicht mal einen Jugendklub oder irgendwas zu haben, der einzige Treffpunkt die Busse ist oder die Tanke.“

Demolierte Gitarre versteigert

Von daher scheint es den inzwischen 34-Jährigen zu elektrisieren, auch außerhalb des eigenen Musikfestivals „Wasted in Jarmen“ etwas dazu zu tun, damit es der heutigen jungen Generation besser ergeht. „Genau deswegen werde ich diese Lesereise schamlos ausnutzen, um Kohle zu sammeln“, kündigte er mit einem verschmitzten Grinsen an. Verbunden mit der Ansage an alle Besucher und Fans, bis Ende des Monats Mai mit ihrer Hilfe 15.000 Euro für dieses Projekt zusammenbekommen zu wollen. Dabei diente eine große alte Zinkbadewanne als Spendendose, überdies gab es bei jedem Termin etwas vom Publikum zu ersteigern.

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Ob sein Ziel erreicht wird, steht angesichts der am Donnerstag erfolgten kurzfristigen Absage der restlichen Termine infrage. Sie war erfolgt, weil seit ein paar Tagen bislang unbewiesene Anschuldigungen unter anderem wegen sexueller Gewalt gegen den Sänger im Raum stehen, wenn auch nur in den sozialen Medien und auf ziemlich diffuse Weise.

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Im Jarmener Kulturzentrum jedenfalls brachte er eine persönlich demolierte und signierte Gitarre für mehr als 200 Euro unters Volk. Der finanzielle Beitrag zum Skate-Park aus diesem Abend liegt derweil deutlich im vierstelligen Bereich. Denn anders als sonst sollte dort der gesamte Erlös aus Karten- und sonstigem Verkauf in das Projekt fließen, so das Versprechen. Da wird bei um die 250 Zuhörern im Saal ordentlich was zusammengekommen sein.

Stadt muss noch Hausaufgaben machen

Ob die Kommune das Vorhaben allerdings genau auf „diesem wunderschönen Ort der Tristesse“ umsetzen wird, wie Monchi den Schützenplatz umschrieben hat, seht bisher nicht fest. Er sei in der engeren Auswahl, erläuterte Bürgermeister Werner. Genau wie der Randbereich des Areals, auf dem sich früher mal ein Verkehrsgarten befand. Auch in Sachen Bauausführung und Gestaltung gebe es noch einige Hausaufgaben zu machen. Wobei weder die bisherigen Ideen noch die 15.000 Euro eine feste Grenze darstellen.

Das Ganze werde mit dem Bauausschuss und der Stadtvertretung unter Zuhilfenahme von Experten evaluiert, kündigte der Verwaltungschef an, auch eine Beteiligung von Jugendlichen steht zur Debatte. Völlig unabhängig von der Lesereise hat die Kommune unter dem Motto „Jeder Euro zählt“ das Spendenkonto (Kontoinhaber: Stadt Jarmen, IBAN: DE29 1505 0500 0102 0536 42, Verwendungszweck: skatebahn) veröffentlicht.

Eines scheint derweil unwahrscheinlich: Dass Jarmens Nachwuchs mit einem ähnlich riesigen Parcours für Skatboards, Inliner und Roller rechnen kann, wie ihn die polnische Partnerstadt Susz besitzt. Dort kamen Tausende Tonnen Beton und umgerechnet circa 170.000 Euro zum Einsatz, um eine über 1500 Quadratmeter große Freizeitanlage zu schaffen.

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