Ute Küster, Gregor und Iris Klein haben sich von dem Schreck nicht den Humor nehmen lassen.
Ute Küster, Gregor und Iris Klein haben sich von dem Schreck nicht den Humor nehmen lassen. Christine Gerhard
Hobby-Skipper gerettet

Motorboot auf Kummerower See untergegangen

Zwischen Sommersdorf und Kummerow ist am Dienstag ein Motorboot gesunken. Drei Feuerwehren eilten mit ihren Booten zur Unglücksstelle.
Sommersdorf

Schon als sie ablegten, fiel Iris Klein auf, wie leer der Kummerower See war. Kaum jemand war dort am Dienstag auf dem Wasser unterwegs. Gute Voraussetzungen für eine entspannte Tour mit dem eigenen Motorboot – schlecht nur, wenn es zu einer Havarie kommt.

Zwischen Sommersdorf und Kummerow stellten sie, ihr Mann Gregor Klein und Ute Küster, den Motor ab, wie sie das schon oft getan hatten. Sie wollten etwas trinken, die Aussicht genießen. Da wurde es plötzlich nass. „Blitzartig, innerhalb von Sekunden, ist das Boot vollgelaufen”, erzählt Iris Klein. „Wir konnten nur noch ins Wasser springen, das heißt, springen mussten wir eigentlich gar nicht mehr.”

Die drei gelangten nicht einmal mehr an ihre Schwimmwesten, so schnell ging es. Ute Küster konnte nur noch nach dem Beutel mit den Handys greifen, der in der Nähe lag, dann mussten sie zusehen, wie ihr Boot zusammen mit den Rucksäcken immer tiefer versank.

Zwei Kilometer vom Ufer entfernt

Wie viel von dem havarierten Motorboot schließlich noch aus dem See ragte, kann Iris Klein mit zwei Händen zeigen: Zu wenig, um von Weitem gut sichtbar zu sein, in der Nähe aber war kein Mensch zu sehen. Etwa zwei Kilometer vom Land entfernt waren die Schiffbrüchigen und weit und breit kein anderes Boot in Sicht. „Da kann einem schon ganz anders werden”, erzählt Gregor Klein.

Die drei schwammen in Richtung Salem, wo das Ufer am nächsten war, und riefen um Hilfe. Aus der Ferne hörte das ein Ehepaar aus Stavenhagen, das gerade mit dem Segelboot unterwegs war. „Es waren sehr routinierte Segler, die wussten, was zu tun war”, erzählt Gregor Klein. „Sie nahmen uns an Bord.” Die Retter brachten die drei havarierten Bootsfahrer aus Siegen sicher zum Campingplatz Gravelotte, wo sie sich von dem Schreck etwas erholen konnten. „Wie das passieren konnte, ist uns völlig unklar”, sagt Gregor Klein. Ein Leck hätten sie jedenfalls nicht bemerkt. „Während der Fahrt ist kein Wasser eingetreten.”

Ursache noch unklar

Die Feuerwehren aus Malchin, Neukalen und Demmin eilten mit ihren Booten zu der Unglücksstelle, um den Havaristen zu bergen. Bei den Kameraden war die Erleichterung groß, als sie hörten, dass bei dem Vorfall niemanden etwas passiert war.

Die Lust auf das Bootfahren hat das gestrige Abenteuer den drei Schiffsbrüchigen trotzdem nicht verleidet. „Es wird ja eine Ursache geben”, sagt Gregor Klein. Zur genauen Ursache konnte die Polizei am Dienstagabend allerdings noch keine Auskunft geben.

 

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